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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 70

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 70 (sequence 87)
Language
German
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i» — 70 — die Hauptfeiertage und in den letzten der Fasttag der Zerstörung Jerusalems fällt. Zur Aufsuchung des Erscheinens des Neumondes hatte das Gerichts-Präsidium keine Leute direct ausgeschickt und die Zeugen wurden auch nicht mit dem geringsten besoldet. Wir finden blos in einer Stelle im Talmud, daß ein gewisser Rabbi Gamliel für die sämmtlichen Zeugen große Mahl- Zeiten zu bereiten ließ. Die Zeugen wurden vereinzelt vor das Gerichts-Präsidium vorgeführt, ihre Aussagen genau geprüft und mehrere Fragen an sie gerichtet, auch oftmals verschiedene Mondfiguren vorgelegt, damit sie den richtigen Neumond erkennen sollten. Wie eifrig viele Leute waren, sich der unentgeltlichen Mühewaltung zu unterziehen, auf den Gebirgen Palästinas herumzustreifen, um das erste Sichtbarwerden des Neumonds zu erspähen und dem Gerichtshofe davon Kunde zu geben, beweist die Erzählung der Mischna ('ראש השגה א׳ ,ו), daß einst sich achtzig Männer eingefunden, die Zeugniß über das zuerst erblickte Neumondlicht (מולד הלבנה) abstatten wollten. Die Reise solcher Zeugen nach dem Orte des Gerichtshofes durfte gesetzlich auch am Sabbath stattfinden. Stimmte nun die Aussage der Zeugen unter einander genau überein, und war dieselbe zugleich mit der Ansicht des Präsidial-Rabbi, d. h. mit seiner astronomischen Kenntniß vom damaligen Standpunkte des Neumondes, vereinbar, dann ward zur Heiligsprechung des Neumondtages (קידוש ההרש) geschritten. Wurde nun der Neumond am Abend des dreißigsten Monatstages erblickt und konnte die Heiligsprechung noch am dreißigsten bei Tageslicht stattfinden, so ward der Monatsanfang von diesem Tage ab gerechnet, demnach enthielt der vergangene Monat nur 29 Tage, d. h. nach der Kalenderspräche, er war המר. — Wurde aber der Neumond erst am

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