Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Daß während des Mittelalters, im Widerspruch mit der gewöhnlichen Ansicht, die Inden eine bessere Lage und Stellung hatten als späterhin, geht ans dem bereits Mitgetheilten im Allgemeinen hervor; es läßt sich aber für die Juden in Frankfurt durch urkundliche Belege, die ich aufgefunden habe, auch im Einzelnen Nachweisen. Dies soll vermittelst der nachfolgenden Angaben geschehen. Es scheint jedoch zum leichtern Verständniß derselben gerathen, zuerst einen Ueberblick der Geschichte der Frankfurter Juden im Mittelalter zu geben, zumal da ich auch in Bezug auf diese einige urkundliche Berichtigungen und Ergänzungen zu geben vermag. Die früheste Zeit, in welcher Juden in Frankfurt erwähnt werden, ist, wie bereits Kirchner in einem jüdischen Buche jener Zeit gefunden hat, die erste Hälfte des zwölften Jahrhunderts. Die Juden bildeten damals schon eine kleine Gemeinde in Frankfurt. Hundert Jahre später wird ihrer zum zweiten Male gedacht. Damals fand nämlich die erste und einzige Verfolgung der Frankfurter Juden durch christliche Einwohner statt, welche in der mittelalterlichen Geschichte Frankfurts vorkommt, während dagegen in den benachbarten rheinischen Städten die Juden zu öfteren Malen der Mordgier des Pöbels preisgegeben waren. Es sind uns die Einzelnheiten dieser Frankfurter Judenverfolgung, welche man später mit dem Namen der ersten Iudenschlacht bezeichnet hat, nicht ganz sicher bekannt, da wir nur eine einzige gleichzeitige und officielle, zugleich aber auch ganz allgemein gehaltene Nachricht über sie besitzen. Dies ist ein Schreiben des Königs Konrad IV. vom Jahre 1246, durch welches den Frankfurter Bürgern Verzeihung dafür gewährt wird, unsers Herrn des königs kammerknechten virschenckt; 2) 1408: 50 gnlden nnsers Herrn des königs schribern und 4 gross den kammerknechten vnr das Sigelwaß nmb des Nichs brieff. '