Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 61)
- Language
- German
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44 und zwar Greise, Jünglinge und Kinder, an diesem Wettrennen, — es war aber ihr freier Wille und hatte sonach den Charakter olympischer Spiele, während die Juden, um des Volksspottes willen, zu laufen gezwungen wurden. Später mußten die Juden nackt und nur mit einer Binde um die Lenden laufen, — erst kamen die Esel, dann die Juden, dann die Büffel, zuletzt die Berberpferde (8xrsn- §6r, Roma nova 1667). Endlich fand das wiederholte Flehen der also Geschändeten geneigte Ohren — Clemens IX. befreite die Juden von dem entehrenden Laufen im Jahre 1668 gegen eine jährliche Abgabe von 300 Scudi. Aber immerhin mußte diese Abgabe auf eine schmachvolle Weise entrichtet werden. Am ersten Sonnabend des Karnevals mußten die Vorsteher und Aeltesten der Iudenschaft vor den Konservatoren des römischen Senats auf dem Kapitol erscheinen, vor ihren Sesseln niederknieen, einen Blumenstrauß und zwanzig Scudi überreichen und bitten, diese zur Auszier des Balkons zu verwenden, auf welchem der Senat auf der Piazza del Popolo die Karnevalsspiele mit ansah. Dann gingen sie zu dem Senator, der hierzu comittirt war, und baten ihn knieend, ferner in Rom bleiben zu dürfen. Dieser setzte seinen Fuß auf ihre Stirn und sagte, sie seien in Rom nicht ausgenommen und nur aus Barmherzigkeit geduldet. Heute noch leisten die Juden an dem genannten Tage auf dem Kapitol einfache Huldigung und übergeben den Tribut für die Pallien der Pferde, welche sie zu beschaffen haben. Wie sehr Alles darauf berechnet war, die Juden doppelt und dreifach zu kränken, das geht aus vielen Beispielen hervor. So mußten sie immer dem neuerwählten Papste in festlicher Deputation entgegengehen, ihm knieend huldigen und die Gesetzrolle — den Pentateuch — darreichen. Der Papst erwiederte: Wir bestätigen das Gesetz, aber das jüdische