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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 34

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 34 (sequence 51)
Language
German
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Zustandes, — ein dunkler Anblick und ein schmutziges Blatt in der Geschichte der christlichen Menschheit. Unfähig, in einem angreifenden Kampfe ihren Feinden etwas abzuringen, verschanzten sie sich hinter die mächtigste und traurigste Wehr des Elends, die Gewohnheit, und hinter die jüdische Zähigkeit des Familiengeistes; — aber auch ihnen leuchtet die Sonne der Hoffnung, und im Geiste sehen sie die Stunde der Freiheit schlagen. Allerdings ist das Ghetto in seiner frühem Bedeutung dem Worte nach aufgehoben, — doch besteht es faktisch noch fort, als das traurigste Quartier der stolzen Roma — ein Winkel des Schmutzes und der Armuth. Es gereicht dem gegenwärtigen Papste Pius IX. zur Ehre, daß er, menschenfreundlicher und Liberaler als seine Vorgänger, die Ghetto-Schranken schon im Jahre 1847 — also ein Jahr vor der letzten Revolution — niederreißen und alle jene Mauern und Thore entfernen ließ, welche das Ghetto sperrten — aber nicht leicht machte bisher ein Jude von dem Rechte Gebrauch, überall in Rom wohnen, Gewerbe und Handwerke treiben zu dürfen, — weil, was nun das Gesetz freistellt, doch durch das unausrottbare Vorurtheil, wenn nicht unmöglich gemacht, doch unendlich erschwert wird. Nur ein völliger Umschwung aller bestehenden Verhältnisse kann hier die nöthige Aenderung anbahnen und eine durch beinahe zweitausendjährige Gewohnheit fast zur andern Natur gewordene Sitte mildern und endlich aufheben. So wie aber der römische Jude nur in höchst seltenen Fällen sich außerhalb dieses schmählichen Zwingers seit der ertheilten Erlaubniß niederzulassen sucht, eben so wagt er es kaum, auch nur eine Nacht außerhalb desselben zu verweilen. Wie die Abenddämmerung hereinbricht, eilt er nach Hause — bis zu jenem Jahre war den Juden bei hoher Leibes- und Geldstrafe verboten, außerhalb des Ghetto zu übernachten — wo seine Väter geduldet und gelitten, da will er sein müdes

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