Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Die Juden in Nom. (Nach dem Magazin für die Literatur des Auslandes.) Der mächtige Freiheitsruf, welcher gegenwärtig Italien von einem Ende zum andern durchfliegt, der selbst die Be- .wohner der ewigen Stadt an der Tiber begeistert, hat auch einen kleinen Theil der römischen Unterthanen, die Bewohner des Ghetto, mit Hoffnungen erfüllt, deren Verwirklichung diese Paria's von einer Zeit zur andern mit nie gestillter Sehnsucht entgegen sehen. Diese von der menschlichen Gesellschaft gleichsam Ausgestoßenen verdienen durch ihre Schicksale und durch ihre Widerstandskraft gegen die Mißhandlungen von achtzehn Jahrhunderten Erstaunen, ja die Bewunderung der Welt! „Es mag allerdings räthselhaft erscheinen" — wie ein neuerer Schriftsteller sagt — „daß eine so mißhandelte Menschensorte aus einem und demselben Familiengeschlecht und in einem und demselben Straßenwinkel und in einer und derselben verpesteten Luft, sich von Generation zu Generation fortzeugend, als ein individuelles Ganze und als ein lebendiger Organismus sich hat erhalten können, — denn seit Pompejus dem Großen wohnen Juden in Rom. Von den ersten römischen Kaisern mehrmals aus der Stadt gejagt, kehrten sie immer wieder dahin zurück, und seit Tacitus behielten sie bis auf den heutigen Tag ihre Wohnplätze in der Stadt und nisteten hier auf der für sie gefährlichsten Stelle der Welt, weil unter den Augen der Römer, ihrer Feinde, welche Jerusalem zerstört hatten." Von Pompejus Zeit an trugen sie Schimpf, Verachtung, Ehrlosigkeit, und endlich, als unreine Paria's, zu einem Ghetto organisirt, klammerten sie sich in diesem elenden Winkel krampfhaft aneinander und trotzten allem Wechsel der Jahrhunderte und das furchtbare Einerlei ihres beklagenswerthen 3