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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 23

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 23 (sequence 40)
Language
German
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23 Sarah aber erwiederte erröthend, eine rechte Königin müsse auch einen Prinzen haben; da zeigte ihr Abraham ein Bild in der Haggade, es war die Verkündigung der drei Engel an den Erzvater Abraham, daß Sarah ihm im nächsten Jahre einen Sohn gebären solle. Sämmtliche Gäste lächelten und wünschten der Hausfrau, im nächsten Jahre einen Sohn zu Herzen, der Rabbi antwortete darauf mit einem Amen. Plötzlich pochte es an der Hausthür, die, wie gewöhnlich, aus Furcht vor Störung oder möglichem Ueberfall des Pöbels verriegelt war; der Rabbi befahl, die Thür zu öffnen und herein traten zwei fremde, in weite Mäntel gehüllte Männer; der Rabbi bewillkommnete sie mit den Worten: „Friede sei mit Euch", sie antworteten: „Es sei mit Euch auch Frieden, lieber Rabbi, wir sind durch ein uns widerfahrenes Unglück erst jetzt in der Stadt angekommen und wollten Euch bitten, das Peßachsest bei Euch feiern zu dürfen." Der Rabbi sagte zu ihnen: „Setzt Euch nieder, meine lieben Glaubensgenossen. Wer hungrig ist, der komme und esse und feiere mit uns das Peßachsest, alle ihr Bedürftigen." Die beiden Fremden setzten sich zu Tische, es wurden für sie noch zwei Becher mit Rothwein gefüllt und nach dem üblichen Kidusch von Allen geleert. Der Rabbi fuhr fort mit dem Vortrage der Haggade; da gewahrte Sarah, wie Abraham plötzlich erschrak, und wiewohl er nur einen Augenblick mit Lesen innehielt, dauerte es doch eine Zeitlang, bis sich seine vor Schreck gebleichten Wangen allmählig wieder rötheten. Die Tischgenossen, welche übrigens in die vor ihnen liegenden Haggaden blickten, wurden von seiner Veränderung nichts gewahr; doch Sarah, die ihn von jetzt an unablässig beobachtete, beschlich bange Herzensangst, da sie das sorgenvolle Gesicht ihres vorher so frohen Mannes sich immer mehr umdüstern sah; — was mochte es nur sein, das seine Freude verscheucht, ihn so plötzlich verstimmt hatte? Endlich stand man auf, um die Hände

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