Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 39)
- Language
- German
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22 - f l? i l -i Ü Hinsicht mit ihm einverstanden; auch ihr war Wohlthun die höchste Lust, und Frieden und Einigkeit wohnten in ihrem Hause. Besonders feierlich wurde das Peßachfeft bei Abraham begangen; ,sämmtliche Verwandte und viele Freunde waren dazu eingeladen, im Saale war alles aufs Blankste geputzt, über den großen Tisch war eine weißgestickte seidene Decke mit Goldfransen gebreitet, welche bis auf die Diele hing; auf dem Tische die zum Szeider üblichen Dinge, so wie die Weinbecher und anderen Gerätschaften vom feinsten Silber hatte der Rabbi von seiner Gemeinde zur Hochzeit geschenkt erhalten, sie wurden nur an diesem Feste benutzt. Für den Rabbi stand ein rother Sammetsessel da; er saß an diesem Abende im weißen, an den Ecken mit Silber besetzten Oberhemde zur Seite Sarahs, welche als Wirthin in einfaches weißes Linnen gekleidet war und nichts von ihrem Geschmeide trug; die Freude in ihrem Antlitz leuchtete indeß hell und rein, .und Jeder pries Abraham glücklich im Besitz eines solchen Kleinods. Die Männer in ihren schwarzen Mänteln und die Frauen in bunten Kleidern, mit allen ihren Schmucksachen geziert, saßen rings um den Tisch. Die Haggade und Gebete wurden in der Regel von dem Rabbi selbst vorgetragen und der Chor antwortete und stimmte mit ein bei den vorgeschriebenen Stellen; die ganze Festlichkeit - nebst Abendmahlzeit dauerte gewöhnlich bis lange nach Mitternacht. Einst, am ersten Peßachabend, saß der Rabbi, wie alljährlich, an der Seite Sarahs im Kreise seiner lieben Gäste; die silbernen Lampen beleuchteten die andächtig vergnügte Gesellschaft; Sarah hatte vor sich eine auf Pergament beschriebene Haggade, ein Erbstück ihres Vaters, sah aber weniger in diese, als nach dem Gesicht ihres Gatten, um ihm jeden etwaigen Wunsch an den Augen abzulesen; Alles war heiter und froh. Der Rabbi nannte scherzend Sarah, als sie ihm den Becher mit Wein füllen sollte, seine Königin; die schöne