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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 24

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 24 (sequence 41)
Language
German
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zur Abendmahlzeit zu waschen; die schöne Sarah holte das große silberne Waschbecken, welches sie den Gästen vorhielt, während ihnen Wasser über die Hände gegossen wurde; als sie auch dem Rabbi diesen Dienst erwies, winkte er ihr bedeutsam nach der Thür und schlich hinaus; Sarah folgte ihm auf dem Fuße; da ergriff sie der Rabbi bei der Hand, und ohne ein Wort zu reden, führte er sie hastig fort, durch die dunklen Gassen zur Stadt hinaus, aus die Landstraße nach Bingen. Das herrlichste Wetter begünstigte ihre Flucht, die Sterne glänzten in voller Pracht, der Vollmond, eben aufgegangen, bestrahlte jetzt mit seinem milden Lichte das ganze schöne Panorama; doch Abraham achtete nicht darauf, mit flüchtiger Eile lenkte er seine Schritte dem Rheinufer zu. Dort an einem Felsenvorsprunge angelangt, hielt er inne, da Sarah nicht mehr im Stande war ihm zu folgen; -bisher war auf dem ganzen Wege kein Wort gesprochen worden, doch jetzt beschwor ihn Sarah mit dem Ausruf: „Schaddai, Allmächtiger Gott!" ihr endlich zu sagen, was er im Sinne habe. Mit bebender Lippe, den Angstschweiß von der Stirn wischend, erzählte der Rabbi: „Als ich beim Absingen der Haggade zufällig unter den Tisch sah, erblickte ich den blutigen Leichnam eines Kindes, und schöpfte sofort Verdacht gegen die beiden Fremden, die nicht zu den Unsrigen, sondern zu der Rotte der Gottlosen gehören, und sich mit der Leiche eingeschlichen, um uns des Mordes anzuklagen und uns zu verderben. Hätte ich von meiner Entdeckung etwas merken lassen, so würde ich jedenfalls nur unsern Untergang beschleunigt haben, denn nur nach meinem Blute und Habe trachteten die Ruchlosen. Gott sei gelobt, daß wir ihnen entronnen. Der gnädige Gott wird sich auch unserer Freunde erbarmen; unser Aller Leben steht in seiner Hand. Wir wollen das Unglück hinter uns lassen, damit es uns

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