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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 6

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 6 (sequence 23)
Language
German
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6 wurde unter die unerläßlichen Forderungen aller Freiheitsfreunde in den politischen Bestrebungen, die das Jahr <1830 hervorrief, ausgenommen.- Aber'auch die Gegner wurden wachgerufen, und kein Geringerer als der Kirchenrath Paulus in Heidelberg, 'ein Vorkämpfer des kirchlichen Liberalismus in den ersten Jahrzehn-' ten unseres Jahrhunderts, war es, der zuerst gegen Rießer 'auftrat und in einer weitschweifigen Denkschrift das Opfer einer „unschuldigen Ceremonie" von den Juden erheischte, wenn sie von dem deutschen Vaterlande als vollberechtigte Söhne ausgenommen werden wollten. ' Als dieses Werk erschien, erregte es Rießer's. Zorn in 'so hohem Maaße, daß er zu jeder andern Beschäftigung im Augenblick unfähig wurde, es raubte ihm den nächtlichen Schlaf, und so schrieb er in sechs Tagen hintereinander die denkwürdige Gegenschrift: „Verteidigung der bürgerlichen Gleichstellung der Juden gegen die Einwürfe des vr. Paulus, den gesetzgebenden Versammlungen Deutschlands gewidmet", in welcher, er eine so scharfe Dialektik und eine so schneidende Polemik übte, wie man sie bis dahin noch wenig gekannt hatte, am wenigsten von einem Juden gegen einen Christen, und zwar gegen einen Christen, der sich immer für einen Ritter der Freisinnigkeit ausgegeben hatte und auch vielfältig als solcher betrachtet wurde. Der edle Zorn gab ihm Beredtsamkeit, und sie zerschmetterte den plumpen Widersacher und'zeigte ihn noch am Abend seines Lebens in seiner vollen Blosse. Das konstitutionelle Leben war in den Staaten Deutsch-, lands erwacht; nach dem glücklichen Erfolge der ^Julirevolution in Frankreich wollte man auch die Früchte-der Anstrengungen genießen, die 1813 bis 1815 zur Entfesselung des Vaterlandes geführt und um die eine engherzige und kurzsichtige Politik das Volk betrogen hatte. In einer nicht geringen Zahl ständischer Versammlungen wurden die Forderungen des Rechtes und der gesunden Staatsweisheit den beschränkenden Regierungsmaßregeln gegenüber geltend gemacht, und unter den Tagesfragen war die bürgerliche Gleichstellung der Juden eine der erheblichsten. Ueberall

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