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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 5

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 5 (sequence 22)
Language
German
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5 ersten Erscheinen das größte Aufsehen bei Freunden und Widersachern. Hier zum ersten Male wurde die Unterdrückung der Juden nicht als eine einzelne Erscheinung im politischen Leben vorgeführt, sondern in ihrem Zusammenhang mit allen häßlichen und hassenswerthen Ueberhebungen, die sich der Starke so gern gegen den Schwachen erlaubt, mit der Unterdrückung des Bürgerstandes durch den Adel, der Neger durch die Weißen u. A. Zum ersten Male sprach ein Jude mit der lautesten Sprache der tiefsten Entrüstung, nicht bittend, nicht einräumend, nicht sich begnügend mit theilweiser Befriedigung seiner Ansprüche, sondern auf das volle Recht sich berufend, und auf nichts als das Recht. Auch keinen Zoll breit wollte er weichen, nicht gab er irgend etwas von den Vorwürfen zu, die den Juden in so reichem Maße zugeschüttct werden, die Unsittlichkeit erkannte er nur in den Unterdrückern; er zuerst zeigte, daß in der ganzen Frage kein religiöser Inhalt sei, daß es sich also nicht um eine Kritik der jüdischen Religion handle, der orthodoxe Jude sowohl wie der Reformer haben ihm denselben Anspruch auf das unveräußerliche Recht der Gleichheit im Staate. Darum erklärte er es für ein Gebot der Ehre, nicht zu weichen vom Kampfplatze, so lange noch das letzte Recht zu erkämpfen sei, und forderte zu einer Vereinigung in diesem Sinne auf, damit auch der Schwache gekräftigt werde durch das Anlehnen an die Menge Gleichgesinnter. Bis in die letzten Schlupfwinkel verfolgte er die Bemäntelungen der Gegner, und stellte sie in ihrer Nichtigkeit dar. Die Leidensbrüder erfüllte er mit Stolz und mit Selbstbewußtsein, daß sie den Feinden, wo auch immer, entgegenträten. Dieses Buch war in einem Styl verfaßt, der die freudigste Bewunderung hervorrief: in der Erftlingsschrift erkannte man den Meister, und sehr bald wurde Rießer in Darstellungen der deutschen Literatur als einer der Mufterschriftsteller für politische Beredtsamkeit aufgeführt. Ganz Deutschland ward für Rießer begeistert, vor Allem, wie natürlich, die Glaubensgenossen. Der ersten Auflage seiner Schrift folgte in wenigen Monaten die zweite, und die Emancipation der Juden,

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