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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 3

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 3 (sequence 20)
Language
German
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3 dem Ideal der « Sittlichkeit naher zu bringen. Von diesen und geistesverwandten Männern wurde damals in Heidelberg die Jurisprudenz gelehrt, und Rießer nahm mit ^vielen gleichstrebenden Jünglingen ihre- Worte in tiefem Ernst und freiester Selbstarbeit in sich auf... Die reichen Gaben seines Geistes, und sein glückliches Gedächtniß. ließen bei Fernerstehenden, die Meinung kaum aufkommen, als ob die Wissenschaft ihn. auch so erfüllte, wie es ,von ihm erwartet wurde; wenn es.- sich um heitern Lebensgenuß .handelte, zog er sich nie zurück, und die edlen Freuden des Studentenlebens blieben ihm während seines ganzen Lebens theuer; aber auch .wenn es galt, einzustehen für..die Ehre-seines. Standes oder für seine persönliche Ehre, trat er niemals zurück, und war daher-unter den Studenten allgemein geachtet und geliebt. Viele Freundschaftsverhältnisse mit Männern, die Deutschland nachmals zu den Edelsten und Besten zählte, wurden hier in Heidelberg geschlossen, und viele Reisen, ein kürzerer oder längerer. Aufenthalt in anderen Universitätsstädten .verbandenihn auch außerdem mit einer großen, Zahl ausgezeichneter.-Jünglinge, nicht minder mit hochgestellten Männern und edlen7,Frauen<. Denn wohin er auch kam, wurde er bald der, Liebling derer, die ihn kennen lernten. Sein Wünsche.aber waren mit der Wissenschaft innig verknüpft; sein Sehnen ging dahin, auch einmal an einer Universität zu-lehren und die Jugend für seine Studien zu begeistern. Gewiß hätte er für diese. Thätigkeit einen hervorragenden Beruf bewährt; sein reiches Wissen, seine treffliche Gabe der Mittheilung und sein ernstes sittliches Wollen und Können würden ihn, gewiß zu einem ausgezeichneten Lehrer gemacht haben, Aber damals schien es noch undenkbar, ,daß ein Jude, wenn auch noch so begabt, in den Lehrkörper einer^ Hochschule eintreten könnte; man glaubte ihn, nur zulassen zu dürfen, wenn er dem Glauben seiner Väter entsagte; .ob aus dem. Innern seiner Ueberzengung getrieben, ob aus.Eitelkeit oder Ehrsucht, ob aus noch niedrigeren Motiven, darnach fragte man nicht: nur das äußerliche Bekenntniß wurde verlangt; wie . groß ,auch <die Einbuße , an sittlichem 1*

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