Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- II. Band 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 74)
- Language
- German
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Catalogum durchzulesen. Auch dem wahren und dabcy arbcytsahmen Gelehrten ist das Durchlesen - eines Catalogi vom Anfang bis zum Ende bisweilen eine verdriesliche Sache, und er entsagt aus Scheu vor diesem Fegefeuer lieber dem Vergnügen j ein Buch zu besitzen, daß er sich wünschte. W'ürcklich der gewöhnliche und sehr importante Mangel vieler Auctions-Catalogcn bestehet darin, daß sie kein Register haben. 4. ) Weil man auch unter Christen Käufer zu erwarten hat, so würde eine Lateinische oder Frantzösisehe Vorrede, die etwas von der Geschichte der Bibliothcck und ihrem Werth sagte, von Nutzen seyn: und zu der wüßte ich wiederum keinen beßern Mann vorzuschlagen, als den vorhin genannten. Herrn Möses Mendelssohn. Dieselbe Vorrede köntc auch Rabbinisch gedruckt werden. 5. ) So wohl um an den Kosten zu sparen, als auch um den Catalogum in mehrere Hände zu bringen, wäre rathsam, ihn auf es sey Praenumeration oder Subscription drucken zu lassen: jedoch so. daß man über diese noch immer gekünftig^ine Rabbinische Bibliotheck samlen will, interessantes Buch: auch würde der Gelehrte, der etwann künftig ein Manuscript suchte, gleich sehen können, wohin es in der Auction gekommen sey. 6. ) Da man die Subscribenten nicht blos unter Juden, sondern auch unter Christen, und das in auswärtigen Ländern zu suchen hat, so müßte ein avertissement in die vornehmsten teutschen und ausländischen Journale eingerückt werden. Wiederum denke ich, daß bey der großen Connexion, die Juden der Handlung wegen mit andern Ländern haben, die Sammlung und Einsendung der Praenumerationen hier leichter seyn würde, als bey irgend einem andern Buch; doch müßte man auch Christen mit' zu Hülfe nehmen. 7. ) Nicht eher, als ein völliges Jahr nach Bekanntlaehuflg-des Praenumerations-Plans in auswär tigen Ländern müßte der Anfang zum Druck .gemacht werden, um so viel Praenumeranten als möglich, das ist, eben so viel mehr Kaufer bey der künftigen Auction zu erhalten. 8. ) In der Vorrede des gedruckten Catalogi nug Excmplarien zum Verschencken und Verschicken druckte, wie es bey andern Auctions- Catalogis gebräuchlich ist, aüch gar gerne einem Buchhändler erlaubte, noch welche zum Verkauf nachzuschiessen, wenn er Lust dazu hätte, nur wohl einverstanden, dass er sie wenigstens um 2/3 theurcr, als der Praenumerations-Preiß ist, verkaufen müßte, um die Praenumeranten nicht mißvergnügt zu machen. Ich habe Hofnung, daß eine ansehnliche Anzahl von Praenumeranten zusammen kommen würde, wenn man verspräche, nach geendigter Auction eine Zugabc heraus zugeben, in welcher der Numer jedes Buchs, der Käufer und Vcrkaufspreiß beygesetzet würde. Alsdcnn würde dies ein in der Rabbinischen Litterärgeschichte wichtiges, und jedem, der muss die Zeit der Auction angezeiget werden, aber ja nicht zu nahe, sondern wenigstens noch ein, wo nicht anderthalb Jahr entfernet, um in auswärtigen Ländern den Liebhabern Zeit zu laßen, den Catalogum zu lesen und Commi^sion zu geben. Man muss wohl bedenken, das ein so starcker Catalogus ohne zu viell Kosten nicht geschwind in fremde Länder gebracht werden kann, sondern die Gelegenheit dazu abgewartet werden muss. 9.) Auch müsste in der-Vorrede die gantze Bibliotheck für einen bestirnten Preiß eingesetzt werden, auf den Fall, wenn ein größer Herr oder eine reiche Judensynagoge, oder auch ein reicher privatus sieliäufen wollte; Ich vermuthe, es werden sich Judensynagogen alsdenn melden, und ungern diesen Schatz an Christen kommen 7°