Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- II. Band 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 73)
- Language
- German
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einmahl der, heraus käme> dahingegen wenn es recht angefangen, und diese nicht blos für Juden, sondern auch für Christen und nicht blos für beyde in Teutschland, sondern'auch in Europa wichtige Bibliotheck vorher hinlänglich bekannt gemacht, auch dazu die Zeit gegönnet wird, es gar nicht unmöglich wäre, daß mehr aus ihr durch den Weg der Auction'heraus käme, als sie anzuschaffen gekostet haben mag. Es ist nichts unmögliches, daß ein Manuscript, auf das bey hinlänglicher Bekanntmachung des Catalogi, hundert, ja zweyhundert Thaler geboten würden, in einer übereilten Auction noch unfer einen Ducaten wegginge, weil es an' Kennern und Liebhabern mangelte. Also erfodert die natürliche Billigkeit, der Frau Eigenthümerin zu allen den Veranstaltungen, die ich hernach nennen will, die nötige Zeit zu laßen, und sie nicht durch Uebereilung der Sache in einen kaum zu überrechnenden Schaden zu setzen. Jch weiss nicht, vor welchem Gerichte diese Sache anhängig ist; allein ich darf mir doch die Was zum vortheilhaften Verkauf dieser in ihrer Artgantz einzelnen Bibliothcck nötig ist, bestehet meiner Meynung nach in folgenden Stücken. Die Käufer sind nicht bloß unter Juden, sondern auch unter Christen zu erwarten, und die besten Bieter und Käufer möchten noch dazu in auswärtigen Ländern, England, Holland, Franckreich und Italien seyn; folglich - i.) muß der Catalogus auf die beste Weise gedruckt werden, so daß Christen so wohl, als Juden seine Wichtigkeit in die Augen fj^lt,. und er überall in den vorhin genannten Ländern lange genug vor der Auction zu haben ist. Da auch aus berühmten Bibliothecken manche reiche Käufer in England die raren Bücher bloß zum Statt sehr theuer kaufen, ob sie gleich nichts vom Inhalt verstehen, so muss selbst auf solche Käufer mit Absicht genomen und es ihnen commode gemacht werden, dasr räreUüch zu untere scheiden. Ich rechne hiezu Freyheit nehmen, auch an das mir unbekahte Gericht eine sehr inständige Bitte der Orientalischen Gelehrsamkeit selbst zu bringen. Der Verlust für diese würde unersetzlich seyn, wenn diese unvergleichliche Bibliotheck, die so viel noch nicht gebrauchte Schätze enthält, auf eine übereilte Art zerstreuet würde. Das kostbarste Werck, das noch nicht gebrauchte Manuscript könnte dadurch in gantz unbekannte Hände kommen, in denen es Maculatur würde, oder doch ungebraucht verwesete; dahingegen es der Welt nützlich würde, wenn sie wüsste, dass es da wäre. Möchte doch das Gerichte hier der Vormund der Gelehrsamkeit werden, und dafür sorgen, daß eine so berühmte, mit so vielem Fleiß vieler Jahre gesamiete Bibliotheck den Wißenschaften nicht durch Uebereilung der Sachen verlohren ginge! i.) insoiideiheit, daß denjenigen gedruckten Büchern die eine vorzügliche Seltenheit haben, zur Aufmercksammachung der Leser ein Sternchen, den Manuskripten aber ein anderes gleich in die Augen fallendes Zeichen beygesetzt werde; bey den Manuscriptis ineditis (Manuscripten, die noch gar nicht gedruckt sind.) von einiger Wichtigkeit müßten beyde Zeichen verbunden werden. Es wäre auch gut, wenn bisweilen bey wichtigen Büchern eine gantz kürtze Anmerckung für Christen, also in Lateinischer Sprache stünde, z: E: eine Verweisung auf Wolfs Bibliotheck. 3.)Ferner halte ich zwey Register nach den Namen der Auetoren, eins über die gedruckten Bücher, und eins über die Manuscripte für unentbehrlich: weil man in deßen Ermanglung manchen Käufer verlieret, der ein gewißes Buch"gerrr hätte, aber sich nicht die Mühe giebt, den gantzen