Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- II. Band 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 71)
- Language
- German
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1 B- ZWEI GUTACHTEN ÜBER DIE BIBLIOTHEK DAVID OPPENHEIMS Dem Abdruck liegen zugrunde die im Besitz der Bibliotheca Rosenthaliana zu Amsterdam befindlichen notariell beglaubigten Abschriften, nach denen auch die erste Veröffentlichung v^n- M. Roest im „Israelietische Letterbode" Jg. 7, 1881-82, S. 18-26 erfolgte. Für das Gutachten von Michaelis sind die Wortabweichungen des der Universitätsbibliothek ir> Göttingen gehörenden Originalkonzepts (G) berücksichtigt. Die Neutjürchsicht und Kollation der Handschriften übernahm freundlichst Herr Dr. Fritz Bamberger, Berlin. I. DAS GUTACHTEN MOSES MENDELSSOHNS. Die berühmte Oppenheiinerische Bibliothek enthält einen Schatz der außerlesensten gedruckten Sachen in einer Vollständigkeit, in welcher Bücher von dieser Art wohl nie gesamlet worden sind. Als der Verfaßer der Bibliothecae hebreae, Christ: Wolf, dieses Werck schrieb, that er, der benannten Bücher-Sammlung wegen eine Reise nach Hannover, woselbst sie damahls anzutreffen gewesen, und erhielt von dem Besitzer die Erlaubniß-sie zum Behueff seines größten Wercks durchsuchen 7n können. Fr rrwrlmrfr derselben an Verschiedenen Orten mit großen und wohl verdienten Lobes Erhebungen. Unter andern heißt es (art: David Oppenheimer.) [tom. L p. 290] Von dem Samler derselben „Hic „Oppenheimerus magna apud suos gratia et auc- „toritate floret, insigna[!]mquebibliothecam, quae „Hannoverae asservatur, sibi comparavit, sep- „ties circiter mille codieibus, quod obiter mihi „computare [so anstatt: computare mihi] lieuit, „constantem, inter quos mille fere manu exarati „sunt. Quicquid enim usquam liberorum [so an- „stattNWrönww] in locis, intervallo secunetißimis, [so „anstah^sejurictissimis] vel in lucem profertur, „vel latet, id nunc pretio, nunc prece, nunc vi, „religioso scilicet fulmine Ulis impacto, qui desi- „derio suo minus diligenter respondeant, con- „quirit et in suos usus convertit. Vade [so* an- „statt: Unde] etpauci in R/Schabtai Bibl: Rab- ^.binica recensiti leguntur, qui in ea, etiam quod „ad diversas editiones, [....] non inveniantur^ „etc. pp." Er hätte hinzusetzen können, daß die Oppenheimersche Bibliothek viele Seltenheiten enthalte, die R: Schabtai gar nicht gekant hat, und also in seiner Bibliothek nicht anführen konte. Indeßen da den Samler damahls, als dieser geschrieben warcLnoch lebte, so mag die Bibliothek nach derZeit noch so manchen wichtigen Zusatrethalten-haben, den Wolff nicht gesehen hat. Ich bin das Verzeichniss von dieser seltenen Bücher Samlung, das mir der Frau Hof Agentinn Oppenheimern HöcEedelgb. zu komen zu lassen die Gewogenheit gehabt, mit vielen Vergnügen mehr als einmahl durchgegangen, ich halte es für eine schwere Sache dieselbe zu taxiren. Sie enthält nicht nur viele eintzele Seltenheiten, deren Preiß nicht zu bestimmen ist, sondern die Vollständigkeit derselben giebt den [sie!] gantzen einen Wehrt, den ich mich nicht anzugeben getraue. So viel ist indeßen gewiß und dieses wird ein jeder Sachverständiger mit mir bezeugen müßen, daß sie mit Fünfzig odeT" Sechzig Tausend Rthlr gewiß nicht zu theuer bezahlet ist, und daß es nichts schweres seyn kan, sie um diesen Preis loß zu werden, wenn man sich die gehörige Mühe giebt, und Zeit gclaßen wird, die Gelegenheit abzuwarten. Berlin den 24ten August 1775. —-'- MOSES^ MENDELSSOHN.