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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 172

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 172 (sequence 191)
Language
German
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Aber noch auf der großpolnifchen Landesfynode vom ii. Ijar 1645 befaßte man fich mit den Ausgaben, die das gefährlicheTreiben des Regulus verurlächt hatte7. Mit Beftimmtheit tritt die Nachricht voi* einem Pofener hebräifchen Drucke aus dem Jahre 1604 auf. Johann Daniel Hoffmahn, He typographiis ... in Polonia et Magno Ducatu Lithuaniae, Danzig-1746, Seite 35 berichtet, dafrin jenem Jahre hier das Sefer Lewufch des Pofener Rabbiners R. Mordechai (Jaffe) in Folio erfchienen fei. Es kann fich nur um den Lebufch Malchuth handeln, der in zwei Teilen, Lebufch ha-Techeleth und Lebufch ha-Chur, den Orach Chajim des R. Jofef Caro und am Ende Minhagim aus R. EifigTyrnau wiedergibt. Das Werk ift in Folio ohne Orts- und Jahrcsangabe erfchienen, während alle anderen Bücher R. Mordechai Jaffes mit beftimmten Angaben diefer Art verfehen find. In der Befchreibung diefer AusgabeTagt Steinfehneider: „Lublin am Anfange des 17. Jahrhunderts vielleicht 1603? ... Am Ende ein Verzeichnis der Stellen, wo der Autor felbft einiges zur erften Ausgabe (Lublin 1590) hinzufügte. Außer den verbeflerten Irrtümern diefer Ausgabe ftrich ei auch viele Anmerkungen, welche der erfte Korrektor ohne Erlaubnis des Autors' hinzugefügt hatte." Da aber die zwei Arbeiter, die an dem Werke tätig waren, Mordechai ben Jakob und Jchuda Löb ben Jakob 1602^05 in Lublin druckten, .da ferner alle Bibliographen auf Lublin verweifen, wird die Anfrage von Perles, ob nicht hicrPofcn in Betracht komme, nur mit geringer Wahrl'cheinlichkeit bejaht werden können. Sicher ift nur, daß Wohlrabe in Pofen zu jener Zeit hebräifch druckte, daßR. Mordechai damals in Pofen lebte, daß Nachträge zum Lebufch Malchuth fich hier ebenfo wie in dem in Prag 1603 gedruckteVi RafchikommentarLebufchJia-örah desfelben Verfafiers finden, und daß der als Lubliner Druckherr des Lebufch Malchuth 1603 genannte Kalonymos ben R. Mordechai Jaffe_nicht\ein Sohn des Pofener Rabbiners ift». Lukas/ Helicz aus Pofen, der Sohn eines getauften Juden, hat nach Sternberg von 1578 bis 1593 augenfcheinlieh Hebräifch gedruckt. In welchem Zufammenhange er mit den Krakauer Druckern und Brüdern Samuel, Afcher und Eljakim Heliz oder den getauften Andres, Johannes und Paul Heliz, die gleichfalls der fchwarzen Kunft naheftanden oder fie ausübten, ift: nicht erfichtlich. Paulus war vor 1537 Drucker in hebräifchen Typen in Krakau, befaßte fich aber in Pofen nicht mehr damit. Auch von der Tätigkeit des Lukasz berichten jüdifchc Quellen nichts. Nach Balaban war er wahrfcheinlich ein Sohn von Paul Helicz *. Als Pofener Druck vom Jahre 1729 wird auch das Schlachtritual bawe roT angefprochen. Aber die erfte Ausgabe des Werkes ift erft 1753 in Frankfurt an der Oder erfolgt10. Das Werk „n"s3 "irirn, diverfe Chidufchim zum Talmud und den Deziforen von Rabbi Ephrajim ben Jakob, Rabbiner zu Lifla, gedruckt zu Pofen 1769 durch Jakob b. Abraham", ift anderweitig nicht bekannt. EinenLiflaer Rabbmerdiefes Namens hat es hichtgegeben,ebenfowenigeinen Pofener Drucker Jakob b. Abraham. Es erfcheint ausgefchlofleh, daß damals, als „f\ür die Juden die furchtbaren Tage Chmielnickis mit all ihren Schrecken fich erneuerten" (Krieg der Konföderierten), eine friedliche Prefletätigkeit hier begonnen haben foll11.

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