Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 184)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/3983568-8587096--186-3983751- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
der Jiolzfchnitte angegeben ift. Ks ift Mofes ben Ifaak, dpr~Srh\vager des Drückers Asriel Gunzenhaufer. Als origineller Künftler zeigt er fich alfo nicht, wenn auch feine Arbeit fehr hübfch herauskam. Fava und Bresciano reproduzieren Tafel XL VI36 ein Blatt mit 'diefem Zierrand aus Leonardo Aretino^-L'AquHa (^07r88ihrerBibliographie) und behaupten (I p. i33fr,iLp.^o5^j daß er mit dem der Bibel und des Pentateuchs (No. 270 u. 271) identifch fei. Tatfächlich ift es aber der Nachfchnitt des Mofes ben Ifaak. Der Drucker Aiolfo de Cantone beendete den Druck des Aretino am 27. Juni 1492. DerBechai wurde von Gunzenhaufer am 3. Juli desfelben Jahres beendigt. Der Rahmen ift in diefem Buche dreimal verwendet. Beim zweiten und dritten Male ift vom inneren Rande oben rechts ein Stückchen ausgebrochen, wie man z. B: in der Nachbildung bei Wachftein, p. 20, fehen kann". Im Anfang des Buches ift. er wie im Aretino unverfehrt. Er ift alfo in letzterem zuerft benutzt. / Einen weiteren Rahmen, der aus vier Teilen zufammengefetzt ift, finden wir in A 85, 1. Vom rechten Seitenteil ift hier offenbar ein Stück abgefchnitten. Eine nähere Unterfuchung der zahlreiVheryim Thefanrns enrhalrpnpn Ziprhprhftabpn würde wohl zu ähnlichen Betrachtungen*Änlaß geben. Die Vorführung der (amtlichen Rluftrationen des Mashai Hakadmoni, Blatt A 76, 2-9, wird vielleicht die Feftftellung ermöglichen, ob diefe" Bilder einem nicht hebräifchen Buche" entnommen find. Diefe Annahme ift umfo wahrfcheinlicher, als, wie fchon Steinfehneider im Serapeum 1854, p. 352, bemerkte, eine der Illuftrationen einen Ritter darfteilt, der zur Beichte vor einem Mönche kniet, welcher einen Rofenkranz in der Hand hält. In Steinfehneiders Reproduktion hängt unten an dem Rofenkranz ein Kreuz, von dem ich in den beiden von mir unterfuchten Exemplaren keine Spur finden kann. (Ebenfowenig auch in der zweiten Ausgabe Soncinos.) Im Thefaurus A 76, 6, Mitte der oberften Reihe fehlt merkwürdigerweife auch der Rofenkranz. In der Darftellung des Accipies Motivs (Lehrer mit drei Schülern) A 76, 5 findet fich ein Fenfter, das in den erwähnten Exemplaren nicht vorhanden ift und auch A 85, 5 wo diefelbe Abbildung wiederkehrt, fehlt. Freilich zeigt die Verfchiedcnheit in der Form des Kragens des Lehrers, daß nicht derfelbe Block nochinals Verwendet wurde. Jn unferem ' Exemplare.des Orach Chajjim, dem A 85, 5 entnommefWurde, findpt fich an Stelle des Bildes ein leerer Raum. Während das erfte Blatt des Mafchal Hakadnjioni A 76,1 mit einfachen Linien umgeben ift, hat es bei uns einen Zierrand. Es wäre zu unterfuchen, ob da nicht ftark variierende Exemplare vorliegen. Typographifch von befonderem Interefle find in der A-Serie -die vorläufig letzten Nummern 95 und 97. Im erftcren wird uns zum erftenmal das merkwürdIge~Gebetbuch im Bilde vorgeführt, in dem das fonft in hebräifchen Büchern überhaupt nicht vorkommende Alineazeichen regelmäßig verwendet wird. Selbft der Text der Gebete ift hier in rabbinifcher Schrift gedruckt. A 97, das rätfelhafte erfte Gebetbuch r^rh dpnrfrhpm Rim^ zeigt die eigentumliche fchräge Neigung der Typen, wie wir fie nachher z. B. in den Bafler Drucken fo ausgeprägt fehen. Zur Beleuchtung der großen Bedeutung des Unternehmens braucht man nur auf die dritte 165