Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 175)
- Language
- German
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hielten nacheinaniejidurch ihn Verzeichnifle ihrer hebräifchen und in hebräifchen Typen gefchriebenen Handfchriften. [Für diefe und die folgenden Anführungen von Schriften Steinfehneiders fiehe das foeben erfchienene Buch „Gefammelte Schriften von Moritz Steinfehneider, herausgegeben von Dr. Heinrich Majter und Dr. Alexander Marx, I.Band: t^elehrten-Gefchichte", XXVII + 637 S., Berlin, M. Poppelauer, (und Malters Einleitung daf. S. XIII ff.] - von privaten Sammlungen ganz zu fchweigen. Überhaupt war es Steinfchneiders Beftreben, zuverläflige Liften aller in privaten oder Öffentlichen Händen befindlichen Handfchriften anzufertigen ujid dadurch die wiflenfchaftliche Forfchung auf eine folide Grundlage zu Hellen. [Die hebräifchen Überfetzungen S. XII.] Wir'würden heute diefe Verzeichnifle nach mancher Richtung anders geftaltet wünfehen, vermiflen beifpiclsweife, um das für die Lefer diqfer Blätter Nächftliegende hervorzuheben, ein Eingehen auf die künftlerifcheBefchaffenheit der verzeichneten Kodizes, aber darum bleibt doch wahr, daß Steinfehneiders Kataloge die Bücherkunde außerordentlich erweitert und durch forgfältige kritifche Forfchungen zu einem wertvollen Hilfsmittel der Wiflenfchaft ausgcftaltet haben. Für zahlreiche Gebiete brachten feine Unterfuchungen und Überfichten überhaupt zum erften Male das Material zufammeh, fo vor allem für die jüdifche Literatur in nichthebräifchcr Sprache. Auf das reichhaltige jüdifch-deutfehe, jüdifch-italienifche, jüdifchfpanifche und vor allem jüdifch-arabifche Schrifttum ift durch feine mühevolle Arbeit erft die Aufmerkfamkeit der Wiflenfchaft gelenkt worden. Ebenfo hat er die von Juden gefchaffene Literatur in verfchiedenen Gebieten der Wiflenfchaften wie Medizin, Mathematik oder Aftronomie erft erfchloflen. Er iftlodänn zur fy ftematifchen Arbeit übergegangen, hat in feinem „Bibliographifchen Handbuch über die theoretifche und praktifche Literatur für hebräifche Sprachkunde" (1859, Zufätze 1896) oder der „Gefchichtsliteratur der Juden" für einzelne Gebiete das gelehrte Rüftzeug überfichtlich zufammengeftellc, hat in feinen „Vorlefungen zur Kunde hebräifcher Handfchriften" für die wiflenfchaftliche Bearbeitung diefer Difziplin den Grund gelegt. Auch hier mag manches unzulänglich fein, aber es bleiben wertvollfte An-» regungen und Vorarbeiten für die weitere Forfchung. Und wie der Strom des Paradiefes fich in vier Arme fpaltete, fo floß der Segen aus Stein- , fchneiders unverdroflener Arbeit auch einem vierten Gebiete zu. Er begründete die erfte wiflenfchaftliche Zcitfchrift für fein Arbeitsfeld. 1858-1882 gab er mit kurzer Unterbrechung die „Hebräifche Bibliographie" heraus, ein „Repertorium über die das Judentum und feine Quellen betreffende Literatur fowohl für die Wiflenfchaft als für den Buchhandel". Neben der redaktionellen Tätigkeit lieferte er die meiften Befprechungen der ihm eingefandten-Werke, fteuerte aber überdies mehr als 500 felbftändige Beiträge bei, darunter über 300 fogenannte Mifzellen, etwa 120 Abhandlungen hauptfächlich biographifchen und bibliographifchen Inhalts ufw. Als fpäter jüngere Kräfte die Zeitfchrift wieder aufnahmen, Hellte er trotz feiner 80 Jahre mit freudiger Bereitwilligkeit ihnen feine eifrige Mitarbeit zur Verfügung.!- - 1 156