Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 123)
- Language
- German
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17. Doch in seinen Augen war das ganz wenig, Und es wollte mich vernichten, um meine Flamme zu verlöschen. 18. Und zwei Söhne waren mir geboren, Liebliche Kinder in Schönheit und Glanz und Zier. 19. Und den Jüngeren nannt ich Sch'muel. Aber das Schicksal hat ihn überwältigt, mein Feind und Widersacher, 20. Und hat ihn geschlagen in seinem fünften Jahre ,_ilnd gmß_war^um4hri mein Wehklagen und Trauern. 21. Und den Älteren hart* ich Tizchaq Abarbanel genannt, --- Nach dem Fels, aus dem icn gehauen bin, 22. Nach dem Großen in Israel, nach seinem Ahn, Nach dem Abkommen Ischai's, ihm, der Leuchte des Abendlands. 23. Als er mir geboren war, sah ich ihn für gut an, daß in seinem Herzen Weisheit wohne und das Beste seiner Ahnen und mein Bestes. 24. Aber einjährig, wehe, hat ihn verstoßen von mir Und weggeweht das Schicksal, mein tückischer Feind. 25. Denn zu der Zeit, da die Juden von Sepharad vertrieben wurden, Da-befahl der Konig, mir einen Hinternalt zu legen, 26. Daß ich nicht entrönne und auskäme zwischen den Verfolgungen, Und hieß ergreifen meinen Sohn, genährt aus meinem Marke, 27. Um ihn zu seinem Glauben zu führen »zu seinem Besten«. Aber meinen Ohren hinterbrachte es ein guter Mensch, ein Freund, 28. Da sandte ich ihn mit seiner Amme Im Dunkel der Mitternacht, als wäre er gestohlenes Gut, 29. Nach Portugal. Dort aber war Joäo König, Der vor Zeiten mein Peiniger gewesen. 30. Und dort war groß gewesen meines Vaters Ruhm und sein Reichtum, Als Joäo's Vater noch lebte; er war mein König, den ich hochhielt. 31. Aber dieser stand auf als einnichtsnutziger Narr und grausamer Frevler, . Habsüchtig, lüstern und hündisch. 32. Unc| als sich wider ihn verschworen seine Fürsten und sein Schwager, Da ward mein Vater lügnerischerweise unter die Verschwörer gerechnet, 33. Und als der König seinen Schwager erschlug, wollt er auch ihn erschlagen. Aber es errettete ihn vom Tode, Der auf Cherubim hinfährt, 34. Und er entkam nach Kastilien, Wo der Ort meiner Ahnen, mein Stammhaus war. 35. Aber jener raubte uns unendliches Gut Und stahl auch meine Habe, Silber wie Gold. 36. Und da er jetzt vernahm, mein Sohn sei in sein Land gekommen, Aber meines Vaters Haus habe ein Obdach in Italien,- 106