Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3983568-8587096--124-3983689- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JLLEG LE ÜBER J) A S SCHICKSAL Von dem weisen Don Jehudah Abarbanel (sein Andenken möge dauern in der kommenden Weltl"). Er erzählt in ihr alle Leiden, die ihn trafen _^_seit seiner Geburt, und seine Irrfahrt und die Entführung seines . 1 älteren Sohnes und seine Mahnung an ihn. Und dies ist sie: 1. Das SchickxAl hat mPjn Her? vp^Vimdg^mi* r-in^n ,gPgrhärfftTT^MV^ Und hat meine Nieren gespalten in meinem Innern._._ 2. Ja es hat mich verwundet und seine Wunde ist gefährlich; Es hat mich gedemütigt und meinen Kummer dauern gemacht. 3. Es hat mich verletzt und mein Fleisch verzehrt Und wie ein Wolf gefressen mein Blut und mein Fett 4. Alle meine Knochen hat es zerschmettert in seiner Wut Und hat sich erhoben und ist erstanden gegen mich wie ein Löwe^ 5. Und nicht genue, daß es mich umherschüttelte um und um Und mich zum flüchtigen Verbannten machte in meiner Blüte 6. Und wie ejnen Mietling mkh nmtriph auf dem Erdkreis UncTBislin die Pfosten der Erde mich wirbelte — 7. Siehe, es sind nun gegen zwanzig Jahre, > Daß nicht ruhten mein Pferd und mein Wagen. 8. Meine Spanne hat die Meere atisgemessen jind die Gebiete der Länder: Und die Jahre haben meinen Frühling vernichtet. [umfaßt 9. Das Schicksal hat meine Freunde verscheucht und vertrieben die Ges fähifeiTmeinerJugend Und in die Ferne geschickt das Volk, das mir nah ist. 10. Nicht seh ich und nicht kenn ich mehr, die mir bekannt sind, Noch auch meine Mutter und meine Brüder und meinen Vater. 11. Die mir lieb sind, hat Er verstreut: .- ■______ ~± Den nach Norden, den nach Ostenrden nach Westen, 12. Daß meine Gedanken nicht mehr stille sein können Und ich nicht-Ruhe finde selbst .in meinen Betrachtungen. 13. Wenn ich mein Antlitz wende gen Osten, So sticht mich die Trennung von ihnen in die Ferse. \ 14. Mein Fuß gleitet aus und mein Herz ist unstät und flüchtig, Und ich weiß nicht, ob ich geh oder kehre. 15. Jal verzehrt hat das Schicksal mein Herz und es zerfleischt Und es zerrissen wie ein Bär oder Wolf 16. Und hat es geschlagen mit Stöhnen samt Entsetzen, Mit Raub des Räubers und Plünderung der Habe und Gefängnis. 105