Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 120)
- Language
- German
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Schule gegangen. Es ist das tiefe soziale bolisch zu gestalten, kommt seine Auffassung Gefühl der Gemeinschaft, das bei den alten der Dinge am schönsten und eindrucks* Propheten so stark zutage tritt, der Geist vollsten zur Geltung. _-Jesajahs, der unsern Dichter erfüllt. Derg^ewins Kunst gehtkeineausgetretenen Wege. selbe Geist erhebt ihn auch über die ab* Das ist für sein Können ein großer Vorteil, gesteckten Grenzen seines Judentums, in für ihn persönlich ein Verhängnis. Ersucht dem er tief wurzelt, und verbindet ihn mit neue Pfade der Erkenntnis und wird daher der ganzen Menschheit. nie den Beifall der Philister und Neunmal* Lewin hatte nie etwas vnn Mrwes Heft p»« weisen finden, die jeder Frnenernng des hört. Von mir erst erfuhr er, daß er einen Lebens abhold sind und sich stets an das großen Vorgänger habe. Viele Ideen, die Gegebene klammern. Obwohl die Gestalten Heß in seinem eigenartigen Werke »RomseinexDichtung nach demieben gezeichnet _—tmd:^JpTusaleffi«-in sein^r^rocTccnen^lüTo* sind, obwohl^eine Kunst vollständig mit der sophischen Art entwickelt hatte, - finden in Psyche und Geschichte seines Volkes ver* der Dichtung Lewins einen lebendigen, wachsen ist, wird Lewin wohl stets ein feiinsflerjscVn A"gdHKk, lTnH, ejjgmg wie Einsamer, fin Wanderer auf tremfffr Erde Heß in den Büchern der alten Propheten bleiben. Denn bei ihm kommt nicht so sehr _ejnjjnAchivolle Bestätigung seiner sozialen in Frage, was er sieht, sondern^^wi^er die Philosophie gefunden, so entdeckte auch Dinge sieht, und in diesem »wie« liegt . Lewin dort den heiligen Quell setner tiefen g,lekkze.itig die Größe und das Absondere sozialen Ethik und die Brücke zu allem, was liehe seines Schaffens. Er wird wenig Ver* Menschenantlitz trägt. ständnis und viel Anfeindung finden, denn Der junge Dichter vertritt den Standpunkt, nichts ist gefährlicher heute, als seineeigenen daß die tieferen ethischen Werte stets die* Wege zu wandeln. Das verzeiht der Durch* selben waren und bei allen Völkern ihren schnittsspießer, einerlei,, in welche Toga er Ausdruck fanden, nur ihre äußeren Formen sich hüllt, nie. Denen, bei welchen siefr das tind^dem Wandel der Zeiten ausgesetzt und Wesen der Religion in totem Dogmatismus nehmen bei jedem Volke eine besondere^und äußerlichen Ritualien erschöpft, wird Note an. Und es ist gerade diese besondere der Dichter als frevelhafter Neuerer er* Note, welche bei den alten Sehern und scheinen, und ihr Buchstabenglauben wird Propheten seines eigenen Volkes so stark ihm aus seiner »Ungläubigkeit« einen Strick und voll erklingt, die den Dichter so tief in drehen. Die »Kraft* und «Stoff«* Menschen seinem Volke wurzeln laßt. Aber diese aber werden sich von ihm abwenden, weil Bodenständigkeit in den Überlieferungen sie in dem .jungen Propheten den »Geist vergangener Jahrtausende macht ihn keines* Gottes« wittern, der seine Seele durchbraust wegs blind für die ethischen Werte anderer und ihm die Zunge löst. Ein Gläubiger Völker. Im Gegenteil, sie schärft seinen ohne »Religion«, wird der Dichter vergebens Blick und gibt seinem Verständnis breitere seinen Platz im Leben suchen. Perspektiven. Das zeigt sich am besten in Doch damit sind die Ursachen, die den Geist seiner feinsinnigen Beurteilung des Christen* des Widerspruchs anregen, noch nicht er* tums und seiner ethischen Grundlagen, die schöpft. Lewin ist^kein Assimilator, und allerdings nichts gemein haben mit den nichts erregt so sehr seinen Abscheu als ^JTraditionen der Kirche noch mit der geist* der geistlose Versuch, Menschen in Formen losen Sophistik theologischer Systeme, pressen zu wollen, die ihrem Wesen fremd Gerade in seinem letzten Roman, wo der sind, und der letzten Endes nur darauf hin* Dichter versucht, eine eigenartige Synthese auslaufen muß, ihnen <% Persönlichkeit zu ^wiseheir Judentum undGhristentum^yi^xaubenT Doch erist auch keirrNatiönalist, 103