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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 97

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 97 (sequence 113)
Language
German
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CHRIST, KARL: DIE BIBLIOTHEK REUCHLIN S IN PFORZHEIM Leipzig, 1924. Harrassowitz IV+96 S,, 8°, M.7.- (Zentralblatt für Bibliothekswesen Beiheft 52) c ■ ■ \ ■ // ' l Reuchlins Stellung zum Judentum und zu rührender Anhänglichkeit, seiner Vaterstadt den Schriften des Judentums gehört bereits PforzheHBhr Der Fund des Verzeichnisses längst der Geschichte an. Mit berechtigtem dieser Schenkung wurde nun für Christ Stolze durfte er, der größte der deutschen zum Anlaß, sowohl demJLeben Reuchlins Humanisten, sich s. Z. in der Widmung wie seinem Wirken und hier wiederum vor -der Ars-cabalistica (1517) vor Papst Leo X. allem seinen Büchern nachzugehenTund er rühmen: »Ego ... primus omnium ecclesiae hat uns damit ein Werk geschenkt, das durch universali artem ej studia sermonis Hebraici die Fülle und Solidität seines Inhaltes für condonavi atque tradidi«. Groß war auch jede weitere Reuchlin*Forschung das Funda* damals schon der Ruf seiner hebräischen ment bleiben wird. Bücherschätze. Im Jahre 1513 erbat der be« Hier wird uns nur Reuchlins Stellung zum rühmte Augustiner* Kardinal Agidius von jüdischen Buche angehen. Und so lesen wir, ViterboinRomsichderenVerzeichnis.undim denn bei Christ, wie Reuchlin auf seiner . Jahre 15L7-suchte Giovanni Francesco Pico zweiten Italienreise im Jahre 1490 in Florenz jdjella Mirandola, der Neffe des großen Pico, den Grafen Pico della Mirandola kennen von den besten Stücken der hebräischen Samm* lernt, das Haupt der Florentiner PJatoniker lung Reuchlins Abschriften zu erhalten. und den besten Kenner der jüdischen Ge* Nun hat Prof. Dr. Karl Christ, der Direktor heimlehre, der zudem wohl die damals wert* der Universitätsbibliothek zu Halle a. d. S., vollste Sammlung hebräischer bzw. kabba* in Rom in der Vaticana ein bisher unbe* listischer Handschriften sein eigen nannte, kanntes, aus der Mitte des sechzehnten Jahr* Die dritte italienische Reise, im Jahre 1498, hunderts stammendes Verzeichnis der nach scheint dann für Reuchlins hebräische Bi* Pforzheim gestifteten hebräischen und grie* bliothekdie ertragreichste gewesen zu sein; chischen Handschriften und Drucke Reuch* es erzählen uns die Besitzeinträge in den » lins gefunden. Was er nämlich erhalten Büchern, daß die meisten und wichtigsten wissen wollte, und was seiner eigenen Mei* der Hebraica Reuchlins aus diesem Jahre nung nach der Stolz seines Wissenschaft* und aus Italien stammen, jenem Lande, in liehen Schaffens bildete, nämlich seine Ar* dem zu damaliger Zeit hebräische Literatur beiten über die hebräische Sprache und die bis zu einem gewissen Grade leichter zu be* Kabbala, das vermachte Reuchlin, zugleich schaffen war als etwa in Deutschland. Mit mit der dazugehörigen Literatur und den Lorenz Behaim z.B., dem späteren Kanonikus Graeca, nieht etwa seinem ihm durch die an St. Stephan in Bamberg, hat Reuchlin in Glaubensspaltung innerlich entfremdeten Rom bei den Juden eifrigst nach hebräischen Großneffen Melanchthon, sondern, in Büchern gesucht. Natürlich brauchte er 97

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