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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 94

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 94 (sequence 110)
Language
German
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Wenn wir im folgenden einige Einzelheiten Buches sind fünf Zeilen freigelassen, deren anführen, mit denen wir nicht ganz einver* mittelste die Überschrift — auf die Mitte der standen sind, so ist das keineswegs ein Ver* Zeile gestellt — trägt. Dadurch, daß die erste such, die Schönheit desGanzen anzuzweifeln. Zeile jedes Buches aus Versalien besteht, ist Im Gegenteil: Das Buch ist über jede An« optisch der Zwischenraum zwischen Über« zweiflung hoch erhaben und kann die klein« schritt und Buchanfang kleiner als zwischen liehen Einwände wohl vertragen, die wir Überschrift und dem voraufgegangenen deshalb machen,weilunseineKritikdann erst Buch. Wo aber das Buch oben auf der Seite als wertvoll erscheint, wenn sie dem Schöpfer beginnt, da ist zwischen Überschrift und des kritisierten Werkes die geringfügigsten Buchanfangnur ^ine Zeile frei (unehlich^—- Bedenken nicht vorenthält, anstatt sich auf wie sonst — zwei); und wir glauben, daß an anbetende^eThlrrmTetuirezirbeschränken. diesen Stellen der Zusammenhang zwischen Nicht restlos gelöst erseneinen uns die In« Überschrift und Text am glücklichsten ge# itialen. Zwar sind sie von Anna Simons in lungen ist. Gewiß hat die Presse mit aller der gewohnten Meisterschaft gezeichnet, gewohnten Sorgfalt Versuche angestellt, be# und jede ist ein kleines Kunstwerk für sich, vor sie sich dazu entschlossen hat, die Über* Was aber fehlt, ist die Verbindung mit den „Schriften so zu stellen, und gute Gründe übrigen Buchstaben des ersten Wortes. Wir werden ihren Entschluß herbeigeführt haben, wissen, daß die alten Drucker es nicht anders Und doch — wir sind nicht restlos überzeugt, gemacht haben; doch das scheint uns kein Der Augustinus der Bremer Presse gibt noch stichhaltiges Argument__SchlieBlich haben zu einer wcileicirB^merTcungAnlaß,die nicht die Inkunabeldruckermitten auf der Seite ohne Interesse zu sein scheint. Die Gelehrten zur Füllung einer lockeren Zeile an deren sind sich längst einig, daß die Mode stark Ende Kustoden gestellt, ohne daß wir ein den ästhetischenGescnmackBeeinflußt. Dies gleiches Verfahren heutigentags ertrügen macht sich beispielsweise in der Beurteilung (siehe die Bibel des Verlages Erich Reiß), von Werken bildender Kunst immer aufs Und so glauben wir auch, daß unser moder« neue bemerkbar. Jetzt haben wir gerade nes Auge von der Inifiale einen sichtbaren Gelegenheit, eine Modewandlung im Buch« Zusammenhang mit den übrigen Buch« geschmack zu beobachten. Bis vor wenigen staben, mit denen zusammen sie das Wort Jahren war uns das 15. Jahrhundert die ausmacht, verlangt; und wir erwarten, daß Idealzeit des schönen Buches. Kompresser die Verbindung des zweiten Buchstabens mit Satz, enger Bundsteg, Schriften, deren Cha« der Initiale stärker sei als die des ersten rakter auf die Inkunabelzeit zurückging, Wortes mit dem zweiten. Diese Idealforde« wurden stark bevorzugt. Heute haben wi rung ist annähernd erfüllt bei dem N des uns der Bodoni« Didot* Zeit zugewandt, achten Buches. Dagegen weisen das A des Binnen weniger Jahre sind von den füh« zwölften und das Q_zu Beginn des fünften renden Schriftgießereien ein halbes Dutzend und neunzehnten Buches (weniger stark Schriften (oder mehr) in dieser Stilart ge* beim sechsten) allzusehr auf die fünfte Zeile schaffen worden, und auch die Bremer hin. Eine so hochbegabte Schreiberin wie Presse kann sich dieser Zeitströmung nicht Anna Simons müßte auch dieses Problem entziehen. Im Augustinus ist die Satzver« meistern können. Sollte es für sie nicht der teilung auf der Seite ganz so, wie Bodoni Mühe wert sein, sich dieser Aufgabe zu« sie angeordnet hätte. Und vergleichen wir zuwenden? den Bundsteg in diesem Buch mit dem Die Überschriften der einzelnen Bücher sind mancher früher Veröffentlichungen, so wird wie folgt gestellt: zwischen dem Ende des dieser Umstand besonders augenfällig, einen und dem Beginn des darauffolgenden A. H. 94

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