Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 103)
- Language
- German
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Aus diesen Zusammenstellungen von Bau* die synagogale Poesie —Gebetbücher für die werken der Juden wird übrigens klar ersichte Wocnen* und Festtage (Machsorim) — in lieh, daß von jüdischer Architektur im Rhein« wichtigen Beispielen aus der Zeit des Mittel« land nicht geredet werden kann, daß viel* alters vertreten. Von höchstem philosophi* mehr der Synagogenbau sich vollständig der schem, literatur* und kunsthistorischem landesüblichen Architektur bis ins 19. Jahr* Interesse ist die vierbändige Pergamenthand* hundert hinein anschließt — ebenso wie das schritt des Miscnne*Thora*Kodex des Mai* gesamte jüdische Kulturgerät sich dem All* monides, die von Nathan ben Simeon aus gern ein stil anpaßt —, bis dann im Zeitalter Köln — wie aus dem Text hervorgeht — im des Eklektizismus der maurische Stil ton« jähre 1295/1296 gefertigt wurde und mit de angebend wird, von dem uns erst die let^e^SIgJCaufmanni in die Akademie der Wissen* Jahrzehnte — vor allem jeirt^fe-selbstärT^^ Budapest kam. Ihre reichver* empfundenes Bauwerk wie die Essener Syn* zierten Initialen, Randkolerien und Illustra* agoge von Prof. Körner — wieder erlöst tionen bieten wichtiges Vergleichsmaterial haben. mit den gleichzeitigen christlichen Hand* Für die neuere Zeit vom 16. Jahrhundert ab Schriften, die in den benachbarten Abtei* war das eingesandte Urkundenmaterial. die lungpn ausgestellt *inA~----- landesherrlichen Privilegien, Judenordnun* An dieser Stelle möchte ich auch auf diegroße gennmd~Schutzbriefe, so ungeheuer groß, AuswahLder illustrierten Megillen und Hag* daß nur Proben ausgestellt werden konnten, gaden vom 15. bis 19. Jahrhundert hinweisen, Auch diese Epoche wurde von Porträts be* die in ihrem vielseitigen Schmuck voriFeder* xühmterjuden, vor allem der Hof* und Ober* Zeichnungen, Kupferstichen und farHgerT" hoffaktoren, wie Samuel Oppenheim aus Illuminationen ein höchst interessantes Stu* Heidelberg und Simson Wertheimer von dienmaterial bieten. Von besonderem All* Worms, der Geldern u. a., illustriert. Die gemeininteresse ist die Haggada aus 7iem~ Raumbeschränkung verbot, die Geschichte 18. Jahrhundert, die sich lange Zeit im Be* der Emanzipierung und das 19. Jahrhundert sitze der Familie van Geldern befand und bei überhaupt eingehender zu behandeln. Die dem Urenkel Heinrich Heine im Rabbi VorkämpferderrheinischenJudenAbraham-von Bacharach ihr literarisches Denkmal und Simon v. Oppenheim, die großen fand. — DasOriginalmanuskriptderDichtung Politiker Bamberger, Marx und Moritz ist übrigens ebenso wie das des Atta Troll Heß, die dem Rheinlande entstammen, in der Abteilung »das 19. Jahrhundert« aus* konnten leider nur stichwortartig angeführt gestellt, wo auch die anderen aus dem Rhein* werden. land hervorgegangenen jüdischen Dichter Einen großen Raum nehmen die Dokumente und Denker aufgeführt werden, jüdischer Geistesgeschichte im Rheinland Raumbeschränkung und technische Schwie* ein. Von den Bibelhandschriften mögen er* rigkeiten erlaübten nicht, eine Synagoge wähnt werden: der von Joseph ausXanten, großen Stils aufzubauen. So mußten wir ben. Kalonymos aus Neuß i.J. 1294 ge* uns begnügen, das Mobiliar der Synagoge schriebene Bibelkodex, von den Größen der in Zons am Niederrhein vom Ende des halachischen Literatur: Isaac OrSarua und 18. Jahrhunderts — Thoraschrein, Almemor Meir von Rotenburg aus dem 13. Jahrh., und Bänke — zu einer kleinen Dorfsynagoge Süsslin, ben Alexander hakohen von zusammenzustellen, um einem größeren Pu* Frankfurt aus dem 14. Jahrhundert und aus blikum den Gebrauch der einzelnen Gegen* späterer Zeit die wertvolle autographische stände besser veranschaulichen zu können. Handschrift des JairChaichim Bacharach Thorarollen von 1643 und 1700 aus dem vtfn Worms. Neben der Moraljiteratur ist Besitze der Wormser Gemeinde mit Brokat* 87-