Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 102)
- Language
- German
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DIE ABTEILUNG »JUDEN UND JUDENTUM IM RHEINLAND« -\----——_, ■' , > 2 ■ ■■ / AUF DER JAHRTAUSENDAUSSTELLUNG IN KÖLN ■ - - - -w JUNI—AUGUST 1925 Als die Ausstellungsleitung den Plan faßte, haupt die Geschichte der Kölner Juden der Jahrtausendausstellung eine Abteilung durch Pläne des alten Ghettos und des alten »Juden und Judentum im Rheinland« ein* Friedhofs am Bonner Tor — von Römer* zugliedern und Dr. Kober mit der Leitung zeiten bis ins 16. Jahrhundert benutzt —, betraute, stand man der Frage etwas skeptisch durch das Judenschreinbuch der Laurenz« gegenüber, ob das Material ausreichen würde, pfarre, darin der Besitz wechsel im Kölner ^em wirklich überzeugendes und anschau« Ghetto des 14. Jahrh. urkundlich dokumen« liches Bild zu geben. Um so erfreulicher war tiert wird, besonders eingehend geschildert das Resultat, als sich nach Prüfung des über» wird. Für die bildliche Darstellungreichlich eingesandten Materials, zumal des jüdischenSiedlungenimRheingebietbiszum historischen, das Bild rundete und man zum Jahre der großen Judenverfolgung, 1349, Ausstellen übergehen konnte. wurde eine große Karte nach Angabe Dr. Als diskretes Propagandamittel wirkt die Kobers angefertigt. Grabsteine aus Mainz, Photographie einer Verordnung KaiserKon« Worms, Speyer und Köln vom ll.Tahrh. — stantins vom Jahre 321 aus dem Vatikan in Originalen, Gipsabgüssen, Abklatschen (Kodex Regin, 86), die das erste Vorkommen und Photographien ausgestellt — sind der Juden im Rheinlande bekundet. Beinahe redende Zeugen früherer Zeiten. Ihre kurzen, lückenlos läßt sich die Geschichte der rhei* lapidaren Inschriften ebenso wiedieingroßer? nischen Juden dann an Hand von bischöf« Anzahl ausgestellten Memorbücher rhei« liehen, päpstlichen und kaiserlichen Ur« nischer Gemeinden erzählen Bände von den künden für die spätere Zeit nachweisen, Martyrien der Toten, von ihrem unerschütter« deren Aufzählung hier zu weit führen würde, liehen Glauben. Von den Behausungen der Eine Ausnahme möge die große Steinur* Juden,den Synagogen und Bädern berichten künde aus dem Kölner Dom machen, wo Photographien und Stiche, vor allem zwei Erzbischof Engelbert II. im Jahre 1266 ausgezeichnete Modelle der unterirdischen den Juden der Erzdiözese Köln einen be« romanischen Frauenbäder in Worms und sonderen Schutz verspricht, wie denn über« Speyer aus dem 11. Jahrhundert.___!_«= 86