Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 92)
- Language
- German
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JUDEN ALS MEDAILLEURE IN POLEN WAHREND DES ZWÖLFTEN UND DREIZEHNTEN JAHRHUNDERTS Die Numismatik, welche als Hilfswissen* Es ist eine recht saubere Prägung; auf der schaft der Geschichte schon soviel zur Vorderseite sieht man ein dreitürmiges Aufklärung dunkler Episoden beigetragen Kirchengebäude und darunter völlig deut* hat, leuchtet auch in das jüdische Mittel* lieh in korrekter Quadratschrift den Namen alter hinein. r des Münzmeisters hw, Die Rückseite zeigt Sie klärt uns darüber auf, daß nicht nur das Brustbild des heiligen Bischofs Kilian im 17. und 18. Jahrhundert die regierenden mit Bischofsstab und-Schwert. Fürsten jüdische Münzpächter hatten, wie Räumlich ganz entgegengesetzt finden wir Lippold, Jacob und Ephraim, welche die fast zur gleichen Zeit, und zwar in Polen, Herstellung der Münzen pachteten, son* Münzen (sogenannte Brakteaten, d. h. Hohl* dem daß auch weit früher, im 12. und münzen, welche nur auf einer Seite geprägt 13. Jahrhundert, in einer Zeit, in welcher sind) aus der Zeit des Herzogs Mesico III., die Juden im allgemeinen furchtbar verfolgt 1173—1202, mit hebräischen Legenden eben« wurden, Herzöge und Bischöfe künstlerisch falls in Quadratschrift, begabte Juden beauftragten, das Landesgeld Es erscheinen auf diesen Münzen deutlich zu entwerfen und zu prägen. Es waren dies geprägte hebräische Worte und Namen, be* wirkliche Medailleure, und ihr Geld war sonders häufig das Wort n5"Q (brakha) vollwertige Münze. _ - Segen, biswefren aberäüch Namen und Titel Was nun aber diesen letzteren Prägungen des Herzogs, und zwar. wa«t hpj diese» einen ganz besondren Reiz vcrieiht, ist der Münzen ganz besonders interessant ist, in Umstand, daß diese Medailleure es nicht einheimischer, polnischer Sprache. So^trägt unterlassen haben, ihr geliebtes Hebräisch einer dieser kleinen Brakteaten die Auf* auf die Münzen zu-setzen. Es ist kaum an* schrift: »mskakrolpolski«,Mesicopolnischer zunehmen, daß sie die lateinische Schrift König, in hebräischer Quadratschrift, nicht verstanden, wohl aber gehen wir nicht Die nachstehende Abbildung eines der* fehl, wenn wir annehmen, daß die Schrift artigen polnischen Brakteaten gibt uns eüv beimVolkedamalsüberhaupt wenig bekannt anschauliches Bild der damaligen Prägung war, und es z. B. in Polen ganz gleichgülttg^hier ebenfalls in Vierfacher Vergrößerung), war, welche Schrift auf der Münze erschien; daher war es ganz natürlich, wenn die jü* dischen Medailleure-hebräisch.prägten. _ Die Schrift ist leider auf dem Exemplar, wie Von den hebräischen Prägungen finden wir so oft, nicht ganz ausgeprägt, zuerst vom Bistum Würzburg, Bischof Alle diese pomisch*hebräiscnen Münzen be* Otto von Lobdeburg (1207—1223), einen zeugen die große Bedeutung, welche da* kleinen Silberdenar, den wir hier in vier* mals schon die Juden für Polen besaßen, facher Vergrößerung vorführen. Moritz Simon 78 ,