Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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der oberen Leiste, wo das Hashömes auf den Inhalt des Buches, den Pentateuch, geht. Das übrige zu deuten, dürfte nicht gar zu leicht sein, ins dem der Innalt wohl kabbalistisch sein wird. Denn eine sinnlose An? einanderreihung von hebräischen Buchstaben anzunehmen, davon hält uns die Form der Buchstaben ab, die auf eine jüdische Hand schließen läßt1. Der zweite Deckel bringt uns das andere, längst bekannte Element, die Groteske. Auch hier verrät das schöne Gerank, durch den gepunzten Hintergrund plastisch erhoben, die im Lederschnitt wohlgeübte Hand. Was uns aber besonders angeht, sind die drei Paare sich gegenüber* stehender menschlicher Fratzen, die unmerklich und doch sichtbar genug aus den Hauptenden des Geranks sich ergeben. Hier ist für den Leser unserer Zeilen nun schon eine terra cognita, hier ist jenes Stück Dekor, jenes Motiv beim Lederschnitt, dessen vor allem der jüdische Buchdeckels künstler sich zu bedienen pflegte. ' ,) Diesen sieben Einbänden mit hebräischem Inhalte lasse ich nunmehr zwei Einbände folgen, die jetzt zwar nicht mehr hebräische Handschriften bergen, die ehemals jedoch wohl für hebräische Kodizes angefertigt sein dürften. Bucheinbände der k. k. Hof bibliothek. Mit Einleitung von Theodor Gotts lieb. Wien: Anton Schroll (1910). Tafel 80. Vergleiche dazu in der »Eins leitung« Spalte 27 und in der »Beschreibung der Tafeln« Spalte 72 f. Buchenholzdeckel, bis auf die Ecken außen abgeschrägt, sind miti^üWm Kalbleder überzogen. Nur der Schaudeckel ist mit Lederschnitt verziert; der andere Deckel zeigt linearen Ritzs und Strichschmuck. Ohne Vers zierung sind auch die fünf gleichen Felder des Rückens. Verschwunden sind die je fünf Beschläge vorn und hinten sowie die beiden seitlichen Schließen. ' Das Mittelfeld des Hauptdeckels ist auf drei Seiten, d. h. unten und rechts und links, von schönstem Gerank umgeben. Im Mittelstück selber sind, von Laubwerk umrankt, zwei groteske Tiere dargestellt, von denen das untere einem Hunde, das obere etwa einer Löwin gleicht. In der Dars Stellung des Ganzen aber ähnelt dieser Deckel dem hinteren Deckel der Inkunabel 30 der Universitätsbibliothek Erlangen, den Otto Mitius in seinem oben erwähnten Buche über die fränkischen Lederschnittbände des XV. Jahrhunderts auf Tafel III abgebildet und auf Seite 9 beschrieben hat. 1 Inzwischen hat man von berufener Seite mich darauf hingewiesen, daß in der Umschrift sowohl der Rat von Nürnberg rk als auch ein Künstler Mei'r erwähnt wird. Zudem glaubt man den Hirsch erklären zu können. Bestimmtes mitzuteilen möchte ich mir jedoch erst erlauben nach restloser Deutung des hebräischen. Textes und nach Abschluß der archivalischcn Erkundung in Nürnberg.