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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 35

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 35 (sequence 43)
Language
German
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oriental. 8 der Darmstädter Bibliothek, eine Passah «Haggadah, die zu Anfang des XIV. Jahrhunderts von dem Söfer (Schreiber) Israel ben Rabbi Mei'r aus Heidelberg auf Pergament geschrieben wurde. Reicher Schmuck mit Bildern aus dem jüdischen Gottesdienst und dem Familien* leben ziert cuVBlätter, die einer eingehenden kunstgeschichtlichen Wür* digung wert wären. Was aber die Provenienz des Kodex angehjt, so schreibt Schmidt darüber, daß die Handschrift aller Wahrscheinlichkeit nach zu den vom Pfalzgrafen Ruprecht II. im Jahre 1391 bei der Judenverfolgung den Juden abgenommenen Büchern gehört hat, und daß sie damals in die Palatina gelangt ist. Der Legat Leo Allatius hat sie dann, bei der Verbringung der Sammlung nach Rom im Jahre 1622, nicht mitgenommen, sondern sie den Franziskanern in Heidelberg geschenkt, die im Jahre 1633, bei ihrer Vertreibung aus der Stadt, mit ihrer Bibliothek Aufnahme bei den Frans ziskanerh zu den Oliven in Köln gefunden haben. Von dort ist die Hand* schrift an den Baron Hüpsch in Köln gelangt, in dessen-Besitz sie im Jahre 1788 nachgewiesen werden kann. Schließlich kam der Kodex im Jahre 1805 mit dem Nachlaß des Barons nach Darmstadt. ■ - i ''•■•>'. 4 ■■ ■ \' ' . ■' - Bucheinbände der k. k. Hofbibliothek. Mit Einleitung von Theodor Gott? lieb. Wien, Anton Schroll (1910). Tafel 69. VeTgleicne^äWln^eT»Ein^ leitung« Spalte 26f. und in der »Beschreibung der Tafeln« Spalte 66 f. Über sehr dicke, scharfkantige Deckel aus Buchenholz ist schwärzlich ge* färbtes Rindsleder gespannt. Ehemals waren die Stehkanten des Buches it Metalistiften,-aie Deckel mit Beschlägen versehen; auch waren^ seitlichen Schnitt zwei Schließen vorhanden. Die Maße des Bandes sind 50,5x35,5 cm. Lederschnitt und kleine sternförmige Punzen bilden den Zierrat. Und zwar sind beide Deckel verschieden geschmückt» Der hintere Deckel, im Sinne des hebräischen Inhaltes also der vordere Deckel, ist in drei Längs* streifen geteilt, von denen die beiden äußeren in je fünf kreisrunden Medaillons groteske Tierfiguren zeigen. Der mittlere Längsstreifen weist in der Mitte in zwei Reihen von je vier und einem halben Medaillon, die wiederum kreisrund, dieses Mal aber kleiner gehalten sind, abermals Fabeltiere auf, während ober* und unterhalb der Medaillons oben ein Reiter nach links, unten ein ebensolcher nach rechts gewendet mit der Lanze gegen eine Art Drachen ankämpft. Die Bilder des anderen Deckels erklären wir wohl am besten mit den Worten Gottliebs: »Der zweite Deckel zeigt ein Mittelfeld von breiter, Spitzbogen? friesartig angeordneter Umrahmung umgeben; im Mittelfeld oben nach 35

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