Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 44)
- Language
- German
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links eine centaurenartige Bildung mit aufsitzendem Vogel, der mit ge* spreizten Flügeln nach dem Kopfe des Centauren pickt; unten nach rechts vierfüßiges Krallentier, mitau^^iu\ert nackte*- Kn?b?*>ffi^ia1t(?), die sich mit beiden-^äTidefPan das zopt'artigeEnde^ex^ojBjedeckung eine* H^ebeft^lem-^ReTe^si&reitemie^ klammert, der mit der Linken ein Schwert (Stock?) hält.« - Von den sechs Feldern des ^Buchrückens tragen fünf je ein groteskes Tier, das dritte von" unten eine menschliche Fratze. Schließlich sind auf dem Schnitte aus vergoldetem Grunde Ovale ausgespart, in die Fabeltiere, wie sie auf den Deckeln sich finden, eingemalt sind. Gottlieb,hält dafür, daß dieser Lederschnittband böhmische Arbeit sein könnte; denn Ähnlich* keiten im Entwürfe zeigt der Einband der hebräischen Bibel in der Fürst* lieh Lobkowitzschen Bibliothek zu Raudnitz in Böhmen, den wir unten unter Nr. 6 behandeln werden. Als Inhalt umschließt unser Einband R. Mordekhai ben Hillels aus Öster* reich Erläuterungen zumAlfessi, einem Kompendium des Talmud, auf He* bräisch. Geschrieben wurde der Kodex im Jahre 1392 für den R. Schmaria bar Mosche. Die Signatur dieser Wiener Pergamenthandschrift ist Hebr. Nr. 2. .__^— : Wie unsere Nr^-t-würde^ auch dieser Kodex, wohl seiner Kostbarkeit wegen, im Tahre 1809 von den Franzosen nach Paris überführt, um dann 1815 zurückgegeben zu werdend 5 ■ —*----- München, Bayerische Staatsbibliothek. Einband um den Cod. hebr. 861 Cimel. 139. Siehe unsere Tafel 1. Auf diesem Einbände mutet uns vielerlei eigentümlich an. So könnten schon die vier Längsteile der Umrahmung als eine Art Palmblätter ge* deutet werden. Dann aber lassen die Kreis* und die Blütenpunzen wie auch besonders der Rhombenstempel uns auf einen nicht gerade großen Stempelvorrat des Meisters schließen, der einst den Einband gefertigt hat. Und das könnte sehr wohl ein jüdischer Buchbinder gewesen sein, für den ja der weitaus größte Teil des damals üblichen Stempelmaterials, des Inhalts wegen, nicht zu gebrauchen war. Eigentümlich sind auth die beiden-Bildpartien des Mittelfeldes, das an alte und neue Zeit, an Orient und Okzident anklingt. Orientalische JEr* innerungen weckt z. B. der Riemenstreifen, der die beiden Felder des Mittel* Stückes trennt. Dem Abendlande gehört dagegen vor allem an der kleine, 1 Vergleiche Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae regiae Monacensis. T. 1, p. 1: Codices hebraicos complectens. Edit. alt, Monachii 1895. Seite 54 f.