Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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'__ \ ' t - / Von den beiden kassettenförmigen Einbänden in Lederschnitt kommen wir nunmehr zu den eigentlichen Einbänden, d. h. zu solchen in normaler Buchform. Und zwar werden wir das Material, das dem XIV.—XVI. Jahr* hundert zugehört, in chronologischer Folge besprechen. Wiederum aber bilden hebräische Texte den Inhalt__"._—-1-'■' •"--—- --, ■ , 3. - Bucheinbände aus dem XIV.—XVI.Jahrhundert in der Landesbibliothek zu Darmstädt. Ausgewählt und beschrieben von Adolf Schmidt. Leipzig, Karl W.^iersemann 1921. Tafel 2 und 3. Vergleiche auch die Erklärung auf Seite 7. Siehe außerdem Zeitschrift für Bücherfreunde, 5.Jahrgang, 1901/02, 2, Band, Seite 334ff., und 6. Jahrgang, 1902/03, 2. Band, Seite 487ff. Braunes, auf dem hinteren Deckel fast schwarzes Rindsiedpii*t über dicke olzplatten gezogen. Die sieben FeTclercleTzum Teil erneuerten Rückens sind ohne Scnmuck. Ursprünglich hatte der Band auf jedem Deckel nur je vier Buckeln. Später haben Mitte und Ecken neue Beschläge erhalten; neueren Datums, aus dem XVII. Jahrhundert, sind auch die beiden Schlief ßen. Die Maße der Deckel sind 35,5*26,5 cm, * Was den Schmuck der Deckel betrifft, so zeigt der Schaudeckel, für uns also der hintere Deckel, reichen Lederschnitt und Punzverzierung. Und zwar hat der äußere Rahmen ein Riemenmuster, während_der innere, breitere Rahmen Rankenwerk aufweist. Unten auf der Basis des zweiten Rahmens sitzt ein fratzenartig gehaltener Kopf, halb Tier, Halb Mensch. Im Mittelfeld kauert gleichfalls unten, von Blattwerk umgeben, eine nackte menschliche Figur, die ein langgestieltes Blatt zuih Bedecken der Scharn^ vor^sicrr hält. Dann aber folgen zweimal drei Medaillons, die aus dem Gerank der Blätter sich zwanglos ergeben. Und zwar folgen sich links, von unten noch oben gesehen, Pferd (Esel?), Adler und Hirsch, rechts aber Adler, Einhorn und Löwe. Es weisen die Schwänze dieser Tiere jene uns nun schon bekannte herz* bzw. dreiblattförmige Endung auf. Wie gewöhnlich, ist der andere Deckel viel schlichter gehalten. Durch einen schmalen, zweilinigen Rahmen und durch zwei areilinige Balken sind vier Felder geBHdetrin denen in Ritzarbeit, auf-dem-glatten Urunde des Leders, je ein Tier steht. Und zwar sehen wir in dem unteren Felde einen Hirsch, während in dem linken Seitenfelde ein geflügeltes Fabeltier sich findet. Im oberen Felde folgt ein geflügelter Drache mit langem und geknotetem Schwänze, während als letztes Tier im rechten Seitenfelde ein normaler Vogel mit erhobenen Flügeln zu sehen ist. Und was birgt nun der Einband, den Adolf Schmidt als rheinischsjüdischen Lederschnitt vom Ende des XIV. Jahrhunderts anspricht? Es ist der Cod. 3T~^ —