Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 41)
- Language
- German
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Was nun die Hülle der Handschrift angeht, die halb einen Kasten, halb einen Einbancf darstellt, so sin^deren äußere Maße 41 cm Höhe, 28 cm Breite und 14 cm Stärke. Sie ist »ganz mit schwarzem Rindsleder über* zogen und sieht von vorn wie ein Kasten aus, dessen Gbersomd Unter? Hälfte, die einander an Höhe gleich sind, mit Falzen ineinandergreifen. Böden, Vorderwand und Seiten wände sind aus lederbezogenem Holz, die Rückwand wird durch -einen \ regelrechten ledernen Buchrücken gebildet«. _T_ Der Schmuck dieses Kasteiybandes ist in Lederschnitt gehalten, dessen Bilder sich aber auf dem reich mit Punzarbeit verzierten Hintergrunde nicht sonderlich stark erheben. Und zwar zeigt die Umrahmung des Vorder* f rdeckels aneinandergereihte herzförmige Figuren, in denen je ein Dreiblatt stehtr^RecmVund jjn^ksrdben in den Seitenteilen dieses Kahmens ist zudem je ein zweifüßiges Fabeltier zu erblicken. Das Mittelfeld des vorderen Deckels, das durch schmale Bänder in vier Felder geteilt ist, weist oben links wiederum eines jener zweifüßigen Fabeltiere auf, während links unten und rechts oben und unten je ein Löwe, und zwar einmal schreitend, zwei? mal anspringend, dargestellt ist. Es haben aber diese vier Tiere des Mittel? feldes Schwänze, die in Herz? bzw. Dreiblattform auslaufen, ein Charakte? ristikum, das, wie oben bereits erwähnt, beim Lederschnitt des XIV. und XV. Jahrhunderts sich häufig findet. Die Umrandung des hinteren Deckels zeigt uns vier Reihen von kurz?, gestielten Dreiblättern. Im Mittelfelde, das einen leeren, nur gepunzten, breiten Streifen rechts und links von dem Beschläge der Mitte des Deckels nfweistrstehen in den vier übrigen Feldern wieder je ein zweifüßiges Fabeltier, die im großen und ganzen einander ähneln. Zu bemerken ist noch, daß Rücken und Seiten wände mit demselben Muster verziert sind, das wir auf der Umrahmung des Vorderdeckels gefunden haben. Schließ? lieh sind in der Mitte der Deckel und an den Ecken frühgotische Beschläge angebracht, die in den beiden Mitten der Deckel und auf dem Vorder? deckel, bis auf die Ecke links oben, noch vorhanden sind, während die vier Ecken des hinteren Deckels durch spätgotische Muster ergänzt wurden. Noch sind außerdem die Reste von Schließen, die aus verschiedener Zeit stammen, zu erkennen. ' k\ Bollert, der, wie bereits bemerkt, die Lederschnittbände des XIV. Jahr? hunderts in diesen Tagen herausgegeben hat, hält den Dresdener Kasten? band für einen der ältesten. Seiner Meinung nach spricht die grobe Technik der Lederarbeit sowie die Form der Beschläge dafür, daß der Kastenband nicht lange nach der Vollendung seines Inhaltes, also nicht lange nach dem Jahre 1313, hergestellt sein dürfte. ~T