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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 32

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 32 (sequence 40)
Language
German
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Lederschnitt und Punzarbeit verzieren beide Deckel und schmücken auch die Felder des Rückens. Und zwar tragen beide Deckel verschiedene Vers zierung. Auf-dem Vorderdeckel zeigen die durch schmale,.mit Sternpunzen besetzte Streifen gebildeten zwölf rhombischen Felder außer einem größeren und einem kleineren Affen und außer einem langhalsigen, mythischen Vierfüßler neun geflügelte Fabeltiere. Der hintere Deckel weist dagegen im Mittelfelde in acht zweireihig angeordneten Medaillons groteske Flügel? - tiere auf, während das Ganze von einer großblättrigen Ranke als Bordüre umgeben ist. Der Rücken trägt in seinen vier gleichen Feldern ebenfalls jedesmal ein Fabeltier. Der Stilder Arbeit aber dürfte, wie Gottlieb meint, nach Böhmen führenr- Zum Inhalt hat dieser Wiener kassettenförmige Einband die fünf Bücher Mosis, die fünf Megiloth und Abschnitte aus den Propheten für das ganze. - Jahr, und zwar auf Hebräisch. Der Kodex ist auf Pexgamentgeschriebenr— vermutlich von^einer Hand des XIV. Jahrhunderts. Die Bibliotheks* Signatur dieser Pergamenthandschrift ist Hebr. Nr. 19. Was die Provenienz angeht, so kam der Kodex aus der Bibliothek des Collegium ducale in die alte Wiener Universitätsbibliothek. Im Jahre 1756 wanderte die Handschrift in die Kaiserliche Bibliothek, wurde 1809 nach Paris entführt, um dann im Jahre 1815 nach Wien zurückerstattet zu werden. -—- ' ' 2. . " t -—::— Buch und Bucheinband. Aufsätze und graphische Blätter zum 60. Geburts* tage vpn Hans Loubier. Leipzig: Karl W. Hiersemann 1923. Tafel 10-12. Vergleiche dazu Seite 95-104: Ein Kastenband mit Lederschnitt in der Sächsischen Landesbibliothek zu Dresden. Von Martin Bollert. Beginnen wir hier mit dem Inhalt, so gibt Bollert eine sehr eingehende Be* Schreibung der durch zweieinhalb Jahrhunderte gehenden Wissenschaft* liehen Bemühungen um die Datierung und Zuschreibung dieser Dresdener Handschrift. Dieselbe bietet »eine hebräische Bibel auf Pergament, der eine aramäische Übersetzung Vers für Vers beigefügt ist. Der Text ist in drei Kolumnen sehr sorgfältig in Quadratschrift geschrieben; über und unter ihm steht in kleinerer, kursiver Schrift die Masora .. . Die in . kleineren Buchstaben geschriebenen Schriftzeilen der Masora sind häufig zu Figuren künstlich und höchst geschmackvoll ineinandergeschlungen, die Menschen, Fabeltiere, Arabesken darstellen«. Über den Schreiber der Handschrift sind die Gelehrten sich noch nicht einig. So viel aber scheint festzustehen, daß der Kodex im Jahre 1331, und zwar in Deutschland, vollendet worden ist.

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