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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 31

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 31 (sequence 39)
Language
German
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kostspielige Deckelschmuckweise, die den Einband mit kleinen Stempeln in Blindpressung zü verschönern liebte. Aber hier stellten Gott und Maria und die Heiligen die Hauptmasse des Inhalts jener kleinen Einzelstempel, und das waren^Viotiye^die der jüdischeJKünstlernicht verwenden konnte. WirTiicMiteircfehalb^be^ einen spezifisch jüdischen Leder? schnitt nicht gibt, daß. aber der Jude im XIV. und XV. Jahrhundert auf den Deckeln seiner Bücher den Lederschnitt bevorzugt, und daß er, weil es ifim besonders liegt, zum Inhalte der Darstellungen der Lederschnitts bände besonders gern jene Grotesken nimmty deren sieh auehderchristliehie Künstler zum Schmücken des Deckels in Lederschnitt zu bedienefrpflegte. Der Lederschnitt auf jüdischen Einbänden kann nicht vollends erklärt werden, wenn man nicht vom Innern des jüdischen Buches ausgeht. Hier wird noch manche Arbeit zu leisten sein. Um jedoch der Forschung das Material zur Frage des jüdischen 'Buchdeckelschmuckes in Lederschnitts kunst zu bieten, seien hier jene Einbände besprochen, die als sogenannte »jüdische Lederschnittbände« bezeichnet werden können. Was ich davon nicht selber bereits kannte, verdanke ich einmal dem Altmeister der deut* sehen Bucheinbandforschung, Hans LoubiersBerlin, dessenjomfongreicjies Material zur Geschichte des Lederschnitts-atrH^chde^^ der Welt noch recht bald beschert^wird. Andererseits tst^es^u^jedauern, cjaß durch die Ungunst der Zeit eine Art Vor? bzwTTeilarbeit, »Die Lecte schnittbände des XIV. Jahrhunderts« von Martin Bollert * Dresden, erst in diesen Tagen erschienen ist; sonst hätte ich mich dieses Werkes gern bedient, wie ich auch seinem Autor schonjetzt^furbnej^ verpflichtet bin. ~T~ Zuerst sollen hier jene Einbände betrachtet werden, bei denen der noch erhaltene hebräische Inhalt uns auch die Lederschnittarbeit des Deckels mit größter Wahrscheinlichkeit einem jüdischen Künstler zuzuweisen erlaubt. Vorangehen mag aber eine Art Sonderklasse, nämlich zwei kassettens förmige Einbände, die beide dem XIV. Jahrhundert entstammen. Bucheinbände der k. k. Hofbibliothek. Mit Einleitung von Theodor Gott? lieb. Wien: Anton Schroll (1910). Tafel 68. Vergleiche dazu in der »Ein* leitung« Spalte 26 f. und in der »Beschreibung der Tafeln« Spalte 66. Rotbraunes Rindsleder ward über Holzdeckel gezogen. Indem man dann an die Kanten Lederstücke annähte, ergab sich eine Art Kassette, die ehe* mals Beschläge für die Ecken und für die Mitte sowie zwei seitliche Schließen aufwies; jetzt dient ein Messinghaken ajs Verschluß. Die Maße sind 33x22,5 cm. j 31

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