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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 22

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 22 (sequence 28)
Language
German
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um welchen es gewickelt wurde, die Thora hingegen war und wird mit zwei _ Säulen versehen, um die Exemplare besser zu beschützen, wie es auch das antike Buch der Kaiserzeit bei reichlicher Ausstattung zeigt. Die Enden der Säulen sind mit runden Platten versehen, um ein Verschieben der Rollens: Windungen zu verhüten^ Mit solchen Säulen versahen schon die Jerusalemer Schreiber des Altertums ihre Buchrolleji/Dies war schön jfghalb notwen-*— jiijj^iiaiiiit^da^H*era«x^ werden müsse. r Über die äußere Größe der Thorarolle gibt es keine Bestimmungen; so? wohl in der Vergangenhei^yiejh der Gegenwart gab es solche in wert se4iedenen-Ma^e%rT)ieTrivatrollen, deren es im Altertum in Menge gab, da jeder einzelne ein Sefer pflichtgemäß besitzen, ja sogar selbst sich schreiben sollte, waren in der Regel von kleinem Format, so daß man das Buch ständig am Arme angebunden oder in der Hand bei sich tragen konnte und gewöhnlich ^wirklich trug. Das offizielle Thoraexemplar des Judentums, das im Heiligtum aufbewahrt wurde, dürfte eine Elle, d. i. 45 cm hoch gewesen sein. Das war die Normalrolle, welche um 200 ver* breitet war. Die Riesenrollen stammen nicht aus dem Altertum und auch nicht aus dem Heiligen Lande,„ sondern aus dem Mittelalter und ansehet nend aus dem Abendlande. Es hat sich in diesem Punkte nur eine alte J&egel bis auf den heutigenTagerhälten, welche im Wesen eine ästhetische genannt werden darf, da sie sich auf das Ebenmaß der Rolle bezieht. Sie lautet wörtlich: »Eine Thorarolle darf nicht so angefertigt werden, daß die Höhe den Umfang oder der Umfang die Höhe übersteige.« Inun serer Redeweise, ausgedrückt, heißt das, der Durchinesserder Rolle veHTalte sich zur Höhe derselben wie 1 zu 3. Maimonides gibt in seinem Gesetzbuch eineAn>yejsungJ_wje dies erreich! werden kann. Doch ist dies4ceine~un*~ erläßliche Bedingung und wird auch nicht immer berücksichtigt. * •* in ' ■ ■ ' Die Regeln für das Schreiben sind mannigfacher Art. Nur die Schreibung mit Schreibinstrument und Tinte ist gestattet, andere Schreibarten, wie Eindrücken, Einritzen, Einschneiden, Tröpfeln, Gießen machen das Exemplar zum öffentlichen Gottesdienst ungeeignet. Der Schreiber muß aus einer Vorlage, aus einem vor ihm liegenden Exemplar einerThorarölle oder eines für diesen Zweck angefertigten Buches — Tikkun genannt — schreiben. Er muß den Text laut lesen, und zwar soviel Worte, wie er auf einmal im Gedächtnis behalten kann. Der Sofer spricht sich dann jedes Wort vor, bevor er.es niederschreibt. Die Feder soll vorerst geprüft wer* 22

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