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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 20

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 20 (sequence 26)
Language
German
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welches färbt.~DieL 1 n 11 e r u n g, welche nach der Tradition Gott selbst Adam gelehrt hatte, bildet einen unzertrennlichen Bestandteil des Buches und ist geradezu ein Kriterium desselben. Die von den mittelalterlichen Talmus disten aufgeworfenen Fragen über die Liniierung hängen mit den Schreib? sitten ihrer Zeit zusammen, wie z. B. daß nur die ersten Zeilen oder der Rand der Kolumnen linriert oder daß die Linien mit Tinte gezogen werden. -Bie^iltjüdische Sitte des^Orients kannte aber nur eingedrückte Linien, welche Regel noch heute für dieThorarolle gilt. Die Linie wird auch über den ZwiscnenraurrTcler Kolumnen gezogen, obgleich Anfang und Ende der Zejle durch Vertikallinien begrenzt sind. Mehr als zwei Buchstaben dürfen außerhalb der Kolumne, also auf den Raum zwischen den Kolum nen, nicht geschrieben werden. Bilden zwei Buchstaben ein selbständiges Wort, ist auch dies nicht gestattet. Von dieser Erlaubnis machen aber die Thoraschreiber gewöhnlicn keinen Gebrauch. Geschrieben wird über und nicht uiiter der Linie; es ist aber nicht ausgeschlossen, daß in alter Zeit die Schrift von der Linie herunterhing. Jedenfalls gehört die Linie zum Schrift* bild. Die Zeilen sind in regelmäßiger Entfernung voneinander, und zwar so, daß der Zwischenräum so breit ist wie der beschriebene. Sind zwei Linien zufälligerweise nicht in der gehörigen Entfernung gezogen, darf deshalb die Schrift nicht verkleinert werden. =*= Die Thora wird in Kolumnen geschrieben, d. h. das Schreibblatt wird je nach der Breite in eine entsprechende Zahl von Kolumnen eingeteilt. Die Kolumne heißt in der Bibel »Tür«(nH), im Talmud »Brett« (ert). Die Höhe und Breite der Kolumne hängt natürlich von der Zeilenzahl und Zeilen* länge ab. Für die Breite gibt es nur eine allgemeine Regel: sie sei nicht zu breit, damit, das Auge beim Übergang vom Ende der Zeile zum Anfang der nächsten Zeile nicht abirre; auch nicht zu schmal»--damit die Thorax kolumne nicht wie ein Brief aussehe. Der Talmud meint, 27 Buchstaben sollen in einer Zeile Platz haben. Dieselbe Angabe wird, zu 30 Buchstaben interpretiert, als Schreibregel noch heute erwähnt, aber nicht eingehalten. Alles hängt von der Höhe und Breite der Buchstaben ab, lautet die Schluß* regel. Zumeist enthält die Zeile 40—50 Büchstaben und die Kolumne etwa 40 Zeilen. In diesem Punkte haben sich keine festen Regeln ausgebildet Im allgemeinen kann aber behauptet werden, daß im Altertum die Thora* rollen kleineres Format hatten als im Mittelalter, wo man die Ehrwürdig* keit des Buches auch bei Nichtjuden schon durch die äußere Grandiösität zum Ausdruck brachte. Das Blatt (nyn-o hängt natürlich von der Größe des bearbeiteten Tierfelles ab. Ist es zu groß, wird es in zwei geschnitten, so daß auf einem Blatte 5 und auf dem andern Blatte 4 Kolumnen zu stehen kom* men. Mehr als 8 Kolumnen dürfen aufeinemBlattnichtangebrachit werden. 20

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