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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 19

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 19 (sequence 25)
Language
German
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2 Z i .«± -' ,___,',■' •)•,_, ■ ... .--..' - jj- - - ......— - - mit Feuer«, verkündet ein alter Predigeivin hehrer Begeisterung. Ein be* rühmter französischer Augenarzt empfiehlt für Schulbücher schwarze Tinte auf weißem Grunde. Selbst das Bestreuen der Schrift mit Goldstaub ist verboten. v Dieses unscheinbare Verbot hat einie^interessan^ kurz skizziert werden soll. Der Arisleas^neT^verfaßt um 200 vor unserer Zeitrechnung) erzählt, die Gesetzbücher, die der Hohepriester dem ägypti* sehen König Ptolemäos Philadelphus geschieht hatte, um aus ihnen eine f griechische Ubersetzung anfertigen zu lassen, seien mit Goldlettern ge* schrieben gewesen. Wörtlich: »es war aber in jüdischer Schrift geschrieben, das Leder auf bewundernswerte Weise bearbeitet und für das Auge nicht wahrnehmbar aneinandergefügt.« Hierist dieChrysographie zum ersten* mal in der Geschichte erwähnt. Ein alter Schriftgelehrter deutet Hohe* lied 1,11 wie folgt: »die Goldreihen, das ist die Schrift, mitden^Süber*- punkten, das ist die Liniierung.« Es gab aber auch Thoraexemplare, in welchen nur die Gottesnamen mit Gold geschrieben waren. Eine alte Quelle berichtet: »In einer Thora, deren Gottesnamen an Gold hängen, darf man nichtlesen. In der Thora des Alexander (der Alexandriner) hingen die Gottesnamen an Gold, die Sache kam vor die Gelehrten, und sie ver* boten sie ihnen.« Schon im Altertum verbreitete sich die Sitte, solche Prachtbiliein^anfertigen zu lassen, auch unter den Christen, von welchen Handschriftenüberreste noch vorhanden sind. Man wandte purpurfarbenes Pergament auf, Goldschrift und kostbare Steine. All dies ist bei der Thora* rolle verboten, wie denn auch die Geistlichkeit gegen die Prunkbibeln Stellung nahm. ■ ' '__________, =£>erBu£hse_ir^iberfeemft^^ während" die Schuljugend sich des SchreibgrifTels bediente. Nachdem der Kalamus zur Kielfeder sich wandelte, benutzte der Thoräschreiber diese letztere, was von manchen Autoritäten beanstandet wurde, zumal es im Talmud heißt, Gott habe das Rohr zum Thoraschreiben ausgezeichnet. Die Not* wendigkeit hat in diesem Punkte gesiegt, es ist nämlich gestattet, nicht nur mit dem Gänsekiel, sondern auch mit der Stahlfeder zu schreiben. Über alle anderen Schreibgeräte, wie über Löscher, Tintenbehälter usw., gibt es keine eigenen Bestimmungen für den Sofer. Ist nun alles den Bestimmungen gemäß vorbereitet, beginnt das Schreiben. ~ Der Schreiber weiht vorerst seine Arbeit und nimmt ein Blatt, das er in Kolumnen teilt und liniiert mit einem Rohr, nicht mit einem Stift,

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