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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-11-01 · 11 (1.11.1938) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
11 (1.11.1938)
Date
1938-11-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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1i.JhrgyNr.il im Jfdbcfc— OwihJrtlrtl Kr dh ty— gog— OwhdM in Pr—Bnn/Mörddnntichlnnd I.N—a 40 Jahre Bar Kochba Minner, deren Namen in der Geisteswelt de« ketti|en Jndentnm* einen guten Klang haben, stehen an der Spitae der Geschichte derjenigen Organisation, die in diesen Tagen auf einen vierzigjährigen Dienst an der körperlichen Regeneration des jüdischen Zwai Boxmeister in ip« Volkes znrückhlicken darf: Wilhelm Levy, Heinrich Loewe, Israel Auerbach, Arthur Biram. Jnlins Citron, Engen Tiohler, Theodor Zlocisti gehören an den Gründern des Bar Kochba, der schon allein damit den Beweis geführt hat, daß es ihm eben nicht allein anf körperliche Ertüchtigung ankommt, sondern anf eine ganzheitliche, Geist und Körper umfassende Renaissance des jüdischen Volkes. Das ist aber das gleiche Ziel, das sich in jener Epoche und bis anf den heutigen Tag der Zionismus gesteckt hat; das Ziel ist immer ein derartig Allnmgreifendes, und nnr der Ausgangspunkt wird bald vom Geistigen, bald vom Politischen, bald vom Körperlichen her genommen. In diesem Zusamenhang haben Bar Kochba und Makkabi ihre Aufgabe erfüllt und erfüllen sie noch. Das Judentum ist eine herrliche und erhabene Lehre — aber in dieser Welt unserer Wirklichkeit wird es immer auf die lebendigen Menschen ankommen, die diese Lehre vertreten und verkörpern, und da kann leider der mildeste Beurteiler nicht leugnen, daß besonders in der Generation, der die Bar Kochba-Gründer angehörten, viele Gründer des jüdischen Volkes und auch der Gesamtzustand, in dem sich dieses jüdische Volk befand, recht weit davon entfernt waren, dem hohen Ideal der jüdischen Lehre zu entsprechen. Das Bewußtsein von diesem Mangel und der hieraus sich ergehenden Aufgabe mußte geweckt und unsere Menschen zu entsprechender innerer und äußerer Haltung erzogen werden; Turnen und Sport waren nicht Selbstzweck, sie waren Mittel zum Zweck, und dieses selbft hieß wie gesagt: Renaissance des jüdischen Volkes. Vierzig Jahre sind seit jenen Gründungstsgen vergangen; die Idee eines jüdischen Sports und eines jüdischen Turnens bat sich die Herzen einer damaligen Jugend erst erobern müssen. Und noch etwas anderes mußte sie sich mühevoll erobern: die anfangs heftig widerstrebenden, dsnn schweigend duldenden, dann zögernd zustimmenden und erst in letzter Zeit begeistert mithelfenden Gemeindevorstände. Hier, im Innern, scheint der. Sieg nach der Entwicklung, die die letzten Jahre gebracht haben, nun endgültig gesichert; die Ertüchtigung unserer Menschen dagegen ist eine ewige Aufgabe, ein Ziel, dem man zustrebt, das sich aber auch in vierzigjähriger beschwerlicher Wüstenwsnderung nicht erreichen läßt, weil die Aufgabe in jeder neuen Generation und, im Grande genommen, bei jedem jüdischen Kinde, das geboren wird, neu gestellt wird. Immerhin: die jüdische Turn- und Sportbewegung hat Die Kugel fliegt viel erreicht, des beweisen u. a. die Bilder, die wir heute nnsern Lesern «eigen. Und der Bar Kochba ist hier wegweisend vorangegic« gen; er ist selber gewachsen, hat Hand in Hand mit dem Makkabi Großes auf dem Gebiete des Sports geleistet und durch die eigene Siedlung Kfar Hamakkabi ein Zentrum geschaffen, das, weit mehr als ein Symbol, Jüdisch« Mßdsii fochten Aufoshw« (3): Sonnonfeld wirklich jüdische Jugend im Heiligen Lande zusammenfaßt und erzieht. Daß diese Arbeit zum Nutzen und Segen künftiger Generationen fortgeführt werden möge, ist der Glückwunsch, der angesichts dieses Vierzigjahres-Jubiläums herzlich ausgesprochen wird. Brlefmarken/FRITZ LEVIN BERLIN WS5, LDTZOWSTRAMB Ol« Rabbiner-Abschied in Wiesbaden Rabbiner Dr. Paul Lazarus schied am 1. Oktober d. J. aus seiner Stellung als Stadt- und Bezirksrabbiner von Wiesbaden aus, die er seit September 1918 innehatte. Seine inhaltlich wie rethoriaeh gleich ausgezeichneten Predigten haben ihm einen Jtyegründeten Rnf als hervorragenden Kanzelredner verschafft. Der sozialen Arbeit der Gemeinde und den auf diesem Gebiet tätigen Vereinen widmete Dr. Lazaraa unermüdlich Zeit und Arbeitskraft. Die Chewra der Israelitischen Kultusgemeinde Wiesbaden wurde von ihm gegründet. Die „Arbeitszentrale für jüdische Wohlfahrtsvereinigtingen Wiesbaden4* leitet er seit Jahren als Vorsitzender. Aut dem geistigen Leben der Gemeinde ist Dr. Lazarus nicht wegzudenken. Das „Jüdische Lehrhaus44 der Gemeinde, eines der ersten seiner Art in Deutschland, ist sein Werk. Der „Jüdischen Schale44, die 1935 unter stärkster Initiative von Dr. Lazarus geschaffen wurde, steht er seither anunterbrochen nahe. Er wirkt seit Jahren eifrig für die Aufbautätigkeit in Palästina, Der Allgemeine Rabbinerverband and der Verband der religiös-liberalen Rabbiner Deutschlands haben ihn in ihre Vorstände berufen und auf seine Anregung wiederholt in Wiesbaden getagt. Mit dem Vorstand bedauert die ganze Gemeinde das Ausscheiden von Dr. Lazarus, dem sie für die Behauptung und Vertiefung des geistigen, religiösen and sozialen Lebens, für seine warmherzige, seel- •orgerische und charitative Tätigkeit za tiefstem Dank verpflichtet bleibt. Umzüge für Auswanderer und Transporte (oder Art nach allen Tellen der Welt / Gepäckbeförderung / Lagerung / Verpackung / Versicherung BRASCH & ROTHENSTEIN INHAIEINAKIY W. HAMACHER Hauptgeschäft: BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 - Zweigniederlassungen an allen verfcehrswichtigen Plötzen Ruf: 3566 41 4

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