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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-11-01 · 11 (1.11.1938) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
11 (1.11.1938)
Date
1938-11-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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I 14. Jhce/Nr. 11 KMhdw OwiliJrtlWi m » fyim» Q tm 1 im Ein Abschied veriÄfet den Landesverband Ueberell, wo es |üt, praktische Aufgaben au löten, wird ea auf sweierlei ankommen: man anfi Ideen haben, und man muß die Fähigkeit besitzen, sie an verwirklichen. Wer je an Sitzungen irgendwelcher Körperschaften nnd an größeren Tagungen teilgenommen hat, wird zugeben, daß manche Diskussion ein wahres Brillantfeuerwerk Ton mehr oder minder branchbaren Ideen gewesen ist, daß aber die meisten der auf diese Weise von den Diskussionsrednern aus dem Aermel geschüttelten Ideen in den Sitsungsprotokollen ihr unrühmliches Ende finden und dort begraben bleiben. Es ist für den Landesverband und damit für die in ihm ausammengeschlossenen jüdischen Gemeinden in fruchtbarster Weise folgenreich gewesen, daß mit Max Birnbaum eine Persönlichkeit in die Gemeindearbeit eingeschaltet wurde, die es verstand, eigene Ideen und fremde Anregungen zielbewußt und. energisch in die Wirklichkeit umzusetzen. Der Zeitpunkt, zu dem Birnbaum inden Landesverband eintrat, darf als geradezu symbolisch angesehen werden: der Landesverband, 1922 formal gegründet, hatte sich im Sommer 1925 in seinen beiden Körperschaften, Bat und Verbandstag, konstituieren können; am 1. Juli 1926 hatte er zum ersten Mal größere Geldbeträge zur Verfügung, die der Aufrechterhaltung des Kultus und des Religionsunterrichts in den Kleingemeinden dienen sollte; es begann also seine praktische Arbeit: und in diesem Augenblick wurde Max Birnbaum in das Büro des Landesverbandes eingestellt. Sehr rasch hotte er erkannt, worauf es ankam; er wurde und blieb der Leiter der Abteilung für Beihilfen an Gemeinden und Beamte und arbeitete Methoden und Richtlinien für dasjenige Tätigkeitsgebiet aus, das stets zu den allerwichtigsten Aufgaben des Landesverbandes gehörte: für den Lastenaasgleich zwischen leistungsfähigen and leistungsschwachen Gemeinden, Schon damals aber zeigte sich, daß die Kleingemeindearbeit nicht nur durch finanzielle Maßnahmen aufrechterhalten werden konnte, sondern daß auch Verwaltungsmaßnahmen zur Vereinfachung und Verbilligung erforderlich waren; es begann die Bildung der die Einzelgemeinden zusammenfassenden Lehrer- und Rabbinatsbezirke, und auch hier wurde die Durchführung in Birnbaums Band gelegt. Und immer wieder, wenn in der Folgezeit neue Aufgaben organisatorischer Art auf den verschiedensten Gebieten auftraten, griff man auf die besondere Fähigkeit des Herrn Birnbaum zurück, solche Probleme zu lösen. So wurde ihm im Jahre 1930 die technische Vorbereitung der Neuwahlen zu den Verbandskörperschaften im ganzen Lande Preußen und die Ausarbeitung der Wahlordnung übertragen, so hatte er die verschiedenen Fragen des Schulrechts, Beamtenrechts und Verwaltungsrechta, die den Unterrichtsausschüssen übertragene Ausarbeitung von Lehrplänen für den jüdischen Religionsunterricht zu bearbeiten, ferner vorübergehend das Pressereferat einschließlich der Redaktion des Verwaltungsblattet, dann, als die wirtschaftlichen Fragen in wachsendem Maße in den Vordergrund traten, die Aufgaben des neu gebildeten Wirtschaftsausschusses. In Verbindung hiermit wurde er Sekretär der Arbeitsgemeinschaft. für Wirtschaftsfragen der Juden in Deutschland, die sich schon in den Jahren 1931 nnd 1932 mit den Problemen befaßte, die späterhin von entscheidender Bedeutung werden sollten. Als dann im Jahre 1933 eine völlige Umgestaltung der jüdischen Gemeindearbeit aus eigener Kraft durchgeführt werden mußte, bewährte sich aufs neue Birnbaums Fähigkeit praktische Wege zur Ueberwindung von Schwierigkeiten zu finden, die ihrer Natur nach ganz neuartig waren und demgemäß eigene und neue Methoden erforderlich machten. — Der erhebliche Ausbau der Bezirksrabbinüte, die' Erweiterung der Lehrerbezirke’ der Aufbau der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt in Berlin, das alles sind Leistungen, die neben der Leitung durch die zuständigen ehrenamtlichen Dezernenten kaum in gleicher Weise ohne die großen Erfahrungen, das vielseitige Verständnis und die Energie Birnbaums hätten durchgeführt werden können. Auf einem neuen Gebiet betätigte er sich, als mit der beginnenden Abwanderung aus den Klein- und Mittelgemeinden nicht nur durch die Auswanderung ein unvermeidlicher Rückgang der jüdischen Steuerkraft einsetzte, sondern zugleich auch durch die unkontrollierte Binnenwanderung erhebliche Beträge der steuerlichen Erfassung verloren zu gehen drohten. Zur Abwendung dieser Folgen richtete Birnbaum die Meldestelle für Binnen- und Auswanderung em, die er seither leitete, und deren regelmäßige, in diesem Blatt veröffentlichten Quartalsberichte die erste exakte Grundlage für die Beurteilung des Ausmaßes und der Richtung der jüdischen Auswanderung aus Deutschland darstellen. Seiner Begabung für die Behandlung wirtschaftlicher Fragen entsprach es, daß er die Leitung der neugeschaffenen „Abteilung Pensionsversieberung“ des Landesverbandes übernahm und . ebenso die Bearbeitung der seit zwei Jahren bestehenden Friedhofsversicherung. Schließlich wurde die Organisierung englischer und spanischer Sprachkurse für Auswanderer in den kleinen und Mittelgemeinden in seine Hand gelegt. In den Beratungen des letzten Jahres, als der Verlust des öffentlichen Rechtscharakters der jüdischen Gemeinden eine Neugestaltung der zentralen jüdischen Institutionen und der jüdischen Gemeinschaftsformen überhaupt notwendig machte, lieferte Birnbaum wertvolle Beiträge für diese Umstellung. Die Vielseitigkeit seiner praktischen Betätigung kommt auch in den zahlreichen Aufsätzen in jüdischen Blättern zum Ausdruck, durch die er der breiteren Oeffentliehkeit bekannt ist. Seine Aufsätze, sehr oft statistischer Art, immer aber Fragen der Gemeindepraxis behandelnd und immer unter Heranziehung und selbständiger Ver- 1 Wilhelm Grassow II I Inhobur M. & J. Puysur M.d.J.G. V.rtrafl$-Sp.d1t.ur du» PalAstlna-Amtu« II 1 Möbeltransport ■ Spedition «i Lagerhäuser ■ n,mSmmSLmmm II IHtESNAIlONAltS SPeDITIONS.O^O RBOKERHOFF & LIPSCHUTZT Ü: iwämaHka,Afrika,AssotTBllun.«owilwHruhr DKUKBKnyrr Ot Isirpvnw1*. •- h. e n(Kf| dmm Ausland«. GepOckdlemt zu ■..'uur itnaciVi . . ....,, allen Dampfen». Vertretungen an oUnnPlötzen BERLIN C 2, FROMMELSTRASSE 1a, Fsmruf 42 0Ö 22 dar Walt. Vewkhftmg — Lagerung A. SCHÄFER Möbeltransport Tot Möbeltransporte, UmzOge, Lagerhäuser — Spez.: Ausland - Ubersee TeL »67J J4 Oagr. itsi Hans Fnss I Co. Paul Pass e €Oe lä&s&yiu: air mm n ssmriir gm in S3LS53JSS umam g. d. j, Q, ~ (Nike BsyuMar Platz) Teleiee TI Mt Erledigung d. FormaUtltea u. Zollabfertigung / Umztge «nt. persönl. Leitung Hhk J. SCHNEIDER & CO. 1 Mi 392662 IIR1IN NW11 EssenerStr.32 1 rruthlu.Mtur Os Uey. THasttne 1 AUSLAND -^PALÄSTINA —'uBIRSsl | Spediam um Laueran „MöMttJB“ 1 Inhaber« leepeld Abraham 1 I IIIIIN N, INVALIDINSTRASS! SB TSLSfON «1 0« ** 1 7

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