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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-06-01 · 6 (1.6.1938) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
6 (1.6.1938)
Date
1938-06-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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1i.JkrgJNr.< i/Wui ütl e»t» cNlenrl 1. 19IS Bekanntmachungen Dl« Eröffn»*? des mm« $•«>«!>« i« d«r WdbchM l«hrffaildMflt«nftmlt BmrUm Die Jüdische Lehrerbildungsanstalt Berlin 1 eröffnet« das neue Schuljahr in bereits gewohnter Weise. Der Leiter der Anstalt, Dr. Fritz Bamberger, sprach einleitend den Dank der Anstalt insbesondere dafür aus, daß der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden als ihr Träger der Anstalt jetat schöne und würdige Baume habe zur Verfügung stellen können. Der Dezernent der Anstalt. Rabbiner Dr. G a 11 i n e r, sprach an- ' schließend über die Aufgaben, die dem jungen jüdischen Lehrer und Lehramtsanwärter aus der gegenwärtigen Situation erwüchsen. Der Dozent für Hebräisch. Dr. Moses G o I d- < mann, hielt ein wissenschaftliches Referat über die Stellung des Hebräischen innerhalb der semitischen Sprachen. Ein gemeinsames Singen unter Leitung von Direktor Karl Adler, der in Vereinbarung mit der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung sich der Anstalt zur Verfügung gestellt hat, schloß die Eröffnungsfeier. N«««r BtiMirabbiiigr In Stolp Auf Veranlassung und mit Hilfe des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist das Rabbinat in Stolp (Pom.) zum Bezirksrabbinat für Ostpommem ausgestaltet worden. Aus diesem Anlaß fand am 22. Mai in Stolp die feierliche Einführung des neugewihltea Rabbiners Wilhelm | Teichner, der bisher in Hirschberg ge- | wirkt hat. statt. — Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden der Stolper Synagogengemeinde. Dr. Mayer, führte der Amtavor- gänger des* neuen Rabbiners, Herr Dr. Joseph, namens des- Preußischen Landesverbandes, dessen Dezernent Rabbiner Dr. Galliner (Berlin) leider am Erscheinen verhindert war, den jungen Kollegen in einer herzlichen, für seine künftige Arbeit richtungweisenden Ansprache in sein verantwortungsvolles Amt ein. Nachdem Rabbiner Dr. Finkeischerer (Stettin) die Glückwünsche des Verbandes der Synagogengemeinden Pommerns überbracht hatte, umriß der neue Bezirksrabbiner in einer packenden Rede seine Aufgaben, die in gleicher Weise der seelischen und menschlichen Fürsorge für die Erwachsenen und die Alten wie der Erziehung und Führung der Jugend gewidmet sein sollen. In eindrucksvollen Worten betonte er die Größe und Bedeutung dieser Zeit für die jüdische Gemeinschaft, die in ihr nicht nur Abbruch und Auflösung, sondern vielmehr anch innere Stärkung und neuen Aufbau erfahre. — An die weihevolle, von Orgelspiel umrahmte Feier, in der heim einleitenden Minchagottesdienst zum ersten Mal auch der gleichfalls neugewählte Kantor Lachotzke amtierte, schloß sich eine Besprechung mit den zahlreich erschienenen Vertretern der Bexirksgemeinden an. Der Sachbearbeiter des Preußischen Landesverbandes Max Birnbaum (Berlin) gab einen Ueberblick über die Art und den Umfang der vorgesehenen Bezirkstätigkeit des Rabbiners und beantwortete eine Reihe von Anfragen aus dem Kreise der Anwesenden. Am Abend vereinigte die Synagogengemeinde Stolp nochmals ihre Gäste zu einem Abendessen, das im Beisein des alten nnd des neuen Rabbiners der Gemeinde einen stimmungsvollen Abschluß des Tages bot. D8H«««g «Ines Tsmttudiot nr AttbHd««g von TMnioHwmn Die Berufsfürsorgestelle und die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin eröflnen ein Tanzstudio unter Leitung von Ilse Vordemberge. Lehrfächer: Bewegungssehulung und Training, Solotanz, Gruppentanz, Bühnentanz. Ballett, National- und Volkstanz, Akrobatik, Step, Tanzpädagogik, Tanzregie, Raumlehre, Rhythmik, Geschichte des Tanzes. Volkskunde, Tänzerische Musiklehre, Anatomie. Lehrkräfte: Ilse Vordemberge (Dipl. Georgi - Kreutzberg), Toni Beding (Dipl. Terpis), Hildegart Lewin (Dipl. Dalcroze), Dr. Artnr Michel (Gastvorlesungen), Kurt Baumann (Gastvorlesungen). Klasse für Anfänger, Fortgeschrittene, Meisterklasse, Abschlußprüfung. Ausbildungshonorar: 40,— RM monatl. Anmeldungen sind sofort nur schriftlich an die Berufsfürsorgesteile der Jüdischen Gemeinde zn Berlin, Berlin C 2, Rosenstraße 2/4, zu richten. Mttnahmu vm Un«g»g«t Ncm lUtfl«—»|t» Hr Auswaadt rw Auswanderer, die Umzagsgut nach dem Ausland befördern wollen, müssen dieses lant einem Randerlaß vom 13. Mai 1938 (38 /38 D.St.) mindestens 14 Tage vor Verpackung and Verladung der zuständigen Devisenstelle anzeigen. Der Anzeige ist ein genaues Verzeichnis der zur Ausfuhr bestimmten Gegenstände ia dreifacher Ausfertigung betzufügen, aus dem hervorgeht, welche Gegenstände bereits vor dem 1. Januar 1933 nachweislich Eigentum des Auswanderers gewesen resp. seit diesem Termin erworben oder in unmittelbarem Zusammenhang mit der Auswanderung aageschafft worden sind. Ferner ist der für die Verpackung und Verladung ia Aussicht genommene Zeitpunkt zn nennen. Die Notw endigt eit der Anschaffung neuer Einricbtaagsgegenstäade ist eingehend zu begründen. Auch Unterlagen über den Wert und den Anschaffungszeitpunkt der zur Mitnahme bestimmten Gegenstände sowie Angaben über die Vermögensverbaltaisse des antragstellenden Auswanderers sind dem Verzeichnis betzufügen. Die endgültige Entscheidung darüber, welche Gegenstände als Umzugsgut in das Ansland verbracht werden können, obliegt der Devisenstelle im Einvernehmen mit der zuständigen Zollfabadupgsstelle. Ia AusnahmefäUea kann auf die Einreichung eines Verzeichnisses verzichtet werden. Die 8i früheren Rnnderlasseu besonders geregelten £estimmungen für Mitnahme von Umzugsgut nach Palästina sind aufgehoben worden. JugMdausbikfcmg In MWh» Die Möglichkeit«, die »ich »« d« neuen Eiewaoderungsbestimmuagca für Palästina hinsichtlich der Auswanderung von Jugendlichen ergeben, bedürfen einer genaueren Darstellung Nachdem grundsätzlich zahlenmäßige Beschränkungen nicht bestehen und die Ziffer der ZertiBkate allein von der Zahl der verfügbaren Ausbildungsplätze abhängt, wendet sich das allgemeine Interesse vornehmlich den Institutionen des Laodes zu, in denen solche Ausbildungsplätze bestehen. . . . . Vorab muß hier die Jogend-Alija erwähnt werden, die in den fünf Jahren ihres Bestehens schon mehr als 3000 Jugendliche in landwirtschaftliche Siedlungen und andere Auabildungsstatten gebracht und dort ausgebildet hat. Für Mädchen von über 18 Jahren bietet die W i z o vorzügliche laad- und hauswirtschaftliche Ausbildung*- möglichkeiten in ihren zahlreichen Schulen und Lebrfarmen. Das Technikum in Haifa und die Hebräische Universität In Jerusalem sind in der Lage, für Studenten Zertifikate zu erwirken. Eine ganze Reibe weiterer Schulen im Lande, die "allen Zweigen der allgemeinen und Fachausbildung dienen, haben das 'gleiche Recht. Die Emzelauswanderung von Schülern und Schülerinnen kann somit einen beträchtlichen Umfang erreichen und sollte ernsthaft erwogen werden, zumal transfermäßige Hindernisse nicht bestehen. Die großen Vorzüge einer solchen Auswanderung liegen klar zntage. Die Durchführung der Schulausbtlduug in einem Lande, dessen WirtsckafU- und Berufsleben die Schulentlasaeoea sofort aufnehmen kann; die Orientierung dieser Ausbildung auf die besonderen Erfordernisse der künftigen Berufstätigkeit, die hier ganz leicht und selbstverständlich erfolgen kann und keine spätere Umschichtung mehr erforderlich macht; die Tatsache, daß die Einreise zu Ausbildungszweckeo mit dem vollen Einwanderungsrecht verknüpft ist; endlich die unproblematische Einfügung der Schüler in den jüdischen Kulturkreis, der in Palästina der Kreis des jüdischen Lebens selber ist: das alles sind Faktoren, die den Eltern den schweren Entschluß, ihre Kinder zur Ausbildung ins Ausland zu senden, sehr erleichtern können. Und selbst Eltern, die nicht Palästina als persönliches Answanderungszie! vor Augen haben, sollten es begrüßen, wenn ihre Kinder wenigstens eine gewisse Zeit in Palästina leben und arbeiten können; diese Jahre werden ihnen moralisch und kulturell einen jüdischen Rückhalt geben, der für alle spätere Lebenszeit in jedem Lande von höchstem Wert« sein wird. Die näheren Einzelheiten sind ans einem Merkblatt zu ersehen, das unter dem Titel ..Schüler und Studenten“ vom Palästina-Amt Berlin herausgegeben worden ist und vom Palästina-Amt direkt (Berlin W 15, Meinekestr. 10) oder von seinen Zweigstellen bezogen werden kann. Die Jüdische Jagendhilfe E. V. Berlin-Charlottenburg 2, Kaotstr. 158, hat einen Prospekt ..Der Weg zur Jugeodhilfe" herausgegeben, der bei ihr erhältlich ist. Jüdische Krankeukusseumitglieder und fMiuche Timsiuli Vielfach herrscht ia den Kreisen der jüdischen Kxankenkassetunitglieder noch Unklarheit darüber, inwieweit voo ihnen jüdische Aerzte aufgesucht werden dürfen. Alle Mitglieder der öffentlich-rechtlichen Krankenkassen, wie Allgemeine Ortskrankenkasse, Landkraakenkasse, Betriebs- und Innungskrankenkassen, können nach wie vor jüdische Kassenärzte aufsueben. Lediglich für die Mitglieder von Ersatzkassen, wie beispielsweise Kaufmännische Krankenkasse HaJle a. Saale, Barmer Ersatxkasse, Werkmeister-Ersatzkassen. sind jüdische Aerzte nicht mehr zugelassen. Den Mitgliedern öffentlichrechtlicher Krankenkassen steht auch das Recht zu, jüdische Krankenhäuser und Privatkliniken ia Anspruch zu nehmen. Die jüdischen Mitglieder der Mittelstandsversicberungen, wie Leipziger Verein — Barmeoia, Vereinigte Krankenkassen E. V. Volksheil, Oeva osw. können sieh nach wie vor von jüdischen Kassenärzten behandeln lassen. Umzüge für Auswanderer und Transporte jeder Art nach allen Teilen der Welt / Gepäckbeförderung / Lagerung / Verpackung / Versicherung BRASCH & ROTHENSTEIN INHAIEI HAUET W. HAMACHSR Hauptgeschäft: BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 - - Ruf: 356641 Zwe^niederiasswngen an oHa« eerfcehrtwichtigen Plätzen 6

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