Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 16 (1938)
- Issue
- 6 (1.6.1938)
- Date
- 1938-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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U.TbrsJNr.« in Prn«B—/NocdcUf cbUid i.Mm« Vereinigten Staaten Hand in Hand gebt, wird durch# das Absinken der amerikanischen Inlands Warenpreise wesentlich er* leichtert. Aber diese Stützung der amerikanischen Wirtschaft vollzieht sieh' iam großen Teil auf Kosten der übrigen Weltwirtschaft, insbesondere auf Kosten der Abnehmerländer der amerikanischen Erzeugnisse. Die ungünstige Rückwirkung haben wichtige Zweige der amerikanischen Wirtschaft, und zwar auch der Exportwirtschaft, schon au spüren bekommen. So bat z. B. die amerikanische Stahlausfuhr nach Europa'' trotz . aller Exportforderungsbestrebungen im Monat Mürz einen Rückgang um 64 Prozent erlitten. Es wird ferner berichtet, daß 16 führende amerikanische Stahlkonzerne, die im 1. Vierteljahr 1937 einen Reingewinn von insgesamt 64,7 Millionen Dollar und im 4. Vierteljahr 1937 noch immer einen Reingewinn von 9,2 Millionen Dollar ausweisen konnten, im 1. Vierteljahr 1938 einen Verlust von 4,3 Millionen Dollar verbuchen mußten. Eine Hebung des Verbrauchs und damit Hand in Hand gehend eine Stärkung der produktiven Kräfte der amerikanischen Wirtschaft werden also die wichtigsten Voraussetzungen für einen Erfolg des neuen Ankurbelungsprogramms des Präsidenten Roosevelt sein. Bei der maßgeblichen Bedeutung, die die Vereinigten Staaten für die jüdische Auswanderung aus Europa gewonnen haben, ist es begreiflich, daß die wirtschaftliche Entwicklung Amerikas heute von uns Juden mit besonders großer Aufmerksamkeit verfolgt wird. Schließlich hat sich immer aufs neue gezeigt, daß jede weltwirtschaftliche Depression neue Schlagbäume für die Auswanderung entstehen läßt, jeder Konjunkturaufschwung hingegen für die auf eine Erleichterung der Wanderung gerichteten Bestrebungen die Bahn freimacht. ★ Das neue Jugendschutzgesetz bringt einheitliche und teilweise erheblich erweiterte Schutzvorsdiriften für jugendliche Berufstätige. Erwähnt sei vor allem die Heraufsetzung des Schutzalters von *16 auf 18 Jahre, ferner die neue Regelung der Arbeitszeit und des Urlaubs der Jugendlichen. Die Unterrichtszeit in der Berufsschule wird künftig allen berufstätigen Jugendlichen auf die Arbeitszeit angerechnet und ist daher gleich dieser zu bezahlen. Um den Jugendlichen ein erweitertes Wochenende zu gewährleisten, wird in dem Gesetz vorgeschrieben, daß Jugendliche in der Zeit von Sonnabend 14 Uhr bis Montag 6 Uhr in der Regel nicht beschäftigt werden dürfen. Gleichseitig mit dem Jugendschutzgesetz ist auch eine neue Arbeitszeitordnung beschlossen worden. Geändert wurden u. a. die Bestimmungen über die Verteilung der Arbeitszeit, die mit den Vorschriften des Jugendschutzgesetres in Einklang gebracht wird, sowie die Regelung der Ruhepausen. Zu beachten ist, daß sowohl das Jugendschutsgesets wie die neue Arbeitsseitordnung erst am 1. Januar 1939 in Kraft tritt. Die Wirtschaftsbetriebe haben also genügend Zeit, steh auf die geänderten Vorschriften einzustellen. Dr. H. N. In wenigen Worten Der Präsident der Vereinigten Staaten, Roosevelt, ernannte Mr. Taylor zum amerikanischen Vertreter für die Kommission zur Erleichterung der Einwanderung. Gleichseitig hat der Präsident eine amerikanische Kommission für die Einwanderung eingesetzt, deren Vorsitzender James G» Macd o n a I d ist und der auch der Vorsitzende des Joint Distribution Comitte, Mr. Paul Baerwald, angehört. ★ Vor seinem Hause in Rechowot hielt Dr. Weismann durch das Radio-Telephon eine Rundfunkansprache, in der er sagte, wie auch immer das politische Geschick in Palästina sich wenden möge, befänden sich die Juden im Heiligen Land an der Schwelle eines neuen Zeitabschnittes der Aufwärtsentwicklung, der" 'alle bisherigen Errungenschaften und Erfolge übertreffen werde. Diese Entwicklung werde eine Verstärkung der Einwanderung ermöglichen und einem großen Teil der jüdischen Jugend zu einer Heimat verhelfen. ★ Der High Commissioner von Palästina, Sir Harold MacMichael, machte von der ihm erteilten Ermächtigung Gebrauch und ordnete die Verteilung von tausend Arbeiter-Zertifikaten für die laufenden sechs Monate an, und zwar: 400 für landwirtschaftliche, 250 für Spezialarbeiter, 180 für Umwandlung begrenzter Einreise-Visa in Dauer-Aufenthaltsgenehmigung und 170 zur Reserve; von der letztgenannten Position 100 zur sofortigen Registrierung bisher illegal eingewanderter Personen, die dadurch ihre Familien nachkommen lassen können. ★ Die Konferenz zur Behandlung des Problems der Emigration, die auf Vorschlag von Präsident Roosevelt einberufen worden ist, wird am 6. Juli in Evian (Frankreich) eröffnet werden. Der amerikanische Gesandte in der Schweiz, Weland Harris o n, teilte dies den Mitgliedern des Völkerbunds-Komitees zur Behandlung des Emigrationsproblems mit, welche ihren Bericht dem Völkerhundsrat überreichten. Harrison wird die Washingtoner Regierung über die jetzigen Genfer Verhandlungen über das Emigrationsproblem informieren. Aal«. Soaacafcld, du utistmt Tukdftttit Gastfreundschaft „Niemand wollte es dulden, daß ihm ein durchziehender Schnorrer fortgeschnappt wurde. Es gab dabei viel Konkurrenz unter den Schulgehem, besonders am Freitagabend und Schabbosmittag; ja es hatte vor der Synagogentür sich oft eine ärgerliche Zänkerei entwickelt, weil wegen unzureichend vorhandenen Schnorrermaterials nur ein oder zwei Reflektanten befriedigt werden konnten.“ Aus einem Roman des 19. Jahrhunderts. Erholung! „Keiner wird in Zukunft im Schutz der Gemeinde stehen, der von Anfang des Monats Aw bis nach dem 9. Aw sich in Bad Schwalbach befindet. Die Meinung ist nicht, als wenn die Frankfurter Juden nicht ins Schwatbach reisen und die Sauer-Wasser-Kur gebrauchen sollen, nur in den großen Leid- und Trauertagen, wo man sich alles Fleisches und Weins enthalten soll — was in Schtoalbach nicht möglich ist — soll man nicht im Bade sein.“ Aus J. J. Schudt: Frankfurter Jüdische Kleider Ordnung. Dr. Hilde Ottenheimer. DAS SPEZ1ALHA US für Stoffe Wäsdie Kleidung Teppidie Gardinen Möbel AUSRÜSTUNG FÜR PALÄSTINA UND ÜBERSEE SdtrifUidu Anfragen an die Übersee-Abteilung I-3SMI1 >11 m "Al lii KONIGSTRASSE s