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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-05-01 · 5 (1.5.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
5 (1.5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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14. Jhrg^Nr. S indisches Gaotolndeblatt »Bf die Synagogen-Gemeinden In Prauflon/Norddeutschland 1. Mel 1»U Kalender für Mai Stg Me 1 Nissan 30 I.T. Rotch Chodesch Mo 2 Ij.r 1 2. T. Rosch Chodesch Di 3 99 2 Mi 99 4 99 3 Do n 5 99 4 Fr 99 6 99 5 Sbd 99 7 99 6 K’doschim Stg 99 8 99 7 Mo 9 99 8 Di 10 9 Mi 99 11 99 10 Do 99 12 99 11 Fr 99 13 99 12 Sbd 99 14 99 13 Emor Stg 99 15 99 14 - Mo 16 15 Di *9 17 99 16 Mi 99 18 99 17 Do 99 19 99 18 La| b’Omer Fr 99 20 99 19 Sbd 99 21 99 20 B’har Sinai Stg 99 22 99 21 Mo 23 22 Di 99 24 99 23 Mi 99 23 99 24 Do 99 26 99 23 Fr 99 27 99 26 [Neumond weihe Sbd 99 28 19 27 ß’chukkotaj; Stg 99 29 99 28 Mo 30 29 Di 31 Siwan 1 Rosch Chodesch richtswesen ist der jüdische Anteil 63%, in der Aerztescheft 54,5% (»eit 1920 eine Abnahme von 10%). Literatur' und Kunst wiesen 1930 einen jüdischen Anteil von 24.7% (1920 273%), der Redakteur- und Joumalistenberuf 1930 31,7% (1920 343%) auf. In der Privatwirtschaft und im Handel war der jüdische Anteil an Privatingenieuren 30,4%, bei den Chemikern 45,1%. In Handel und Kredit war 1935 der Anteil 45%, im Verkehrswesen 73%* Insgesamt ergibt sich auf den verschiedenen Gebieten des Wirtschaftslebens ein UeberschuB von etwa 22 600 Juden über die vom Gesets sugelassene 20prozentige Prozentnorm; Frontsoldaten und Kriegsbeschädigte sind dabei allerdings noch in Abzug zu bringen. Ministerpräsident Dr. Diranyi erklärte in einer durch die Presse veröffentlichten Botschaft, es sei zwar menschlich verständlich, daß die Judenschaft schwere Bedenken gegen das Gesetz geäußert habe, doch stelle er mit Genugtuung fest, daß die nüchternen Elemente der Gesellschaft die Mäßigung und Humanität wahrnehmen, die in dem Gesetz zum Ausdruck kommen. — Verschiedene Vorgänge — einerseits das Vorgehen gegen Mitglieder der judenfeindlichen Partei des Majors Szalasi und andererseits die Verhaftung einer Gruppe jüdischer Angestellter wegen Aufforderung zum Boykott — werden als Beweis dafür gewertet, daß die Regierung gewillt sei, das politische Leben von Konfliktstoffen freizuhalten. —- Der "von der Vertretung der Judenschaft Ungarns eingenommene Standpunkt kam in einer Erklärung zum Ausdruck, den die Landeskanzlei der ungarischen Israeliten zum Gesetzentwurf und seinem Motivenbericht veröffentlichte. Von Schabbat zu Schabbat 1. Schabbai ..Krdoschim“; 7. Mai 1934 Heiligung de. Lebens. (Aus der Sidra.) „Ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören, du würdest den Namen deines Gottes entheiligen. Ich, der Ewige! Du sollst deinem Nächsten nichts vorenthalten und nicht rauben. Du sollst den Lohn des Mietlings nicht über Nacht bei dir stehen lassen bis zum Morgen. Du sollst keinem Tauben fluchen, und vor einen Blinden sollst du keinen Anstoß legen; fürchte dich vor deinem Gotte! Ich, der Ewige! Tuet kein Unrecht im Gerichte; achte nicht das Angesicht eines Armen und ehre nicht das Ansehen eines Vornehmen, richte deinen Nächsten mit Gerechtigkeit. — Hasse deinen Bruder nicht in deinem Herzen; zurechtweisen sollst du deinen Nächsten und nicht seinetwegen eine Schuld tragen. — Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Ich, der Ewige." — 2. Schabbai „Emor“; 14. Mai 1938 Lehre und Tat. (Au» den „Sprüchen der Väter“.) Rabbi Eleasar ben Asarjah spricht: Ohne Gotteslehre kein Lebensberuf, ohne Lebensberuf keine Gotteslehre; ohne Weisheit keine Gottesfurcht, ohne Gottesfurcht keine Weisheit; ohne Wissen keine Einsicht, ohne Einsicht kein Wissen; ohne Brot keine Tora, ohne Tora kein Brot. — Rabbi Eleasar pflegte zu sagen; ,Jn wem der Wissenstrieb größer ist als die Ausübung durch Werke, womit ist der zu vergleichen? — Einem Baume mit vielen Briefmarken/FRITZ LEVIN BERLIN WM, LUTZOWITRASSE 91 a Zweigen und wenigen Wurzeln; es kommt der Wind und reißt ihn aus und kehrt ihn um. — In wem aber die Ausübung von Werken den Wissenstrieb überwiegt, womit ist der zu vergleichen? — Einem Baume mit wenigen Zweigen und zahlreichen Wurzeln, den selbst alle Stürme der Welt, wenn sie kommen und ihn anwehen, nicht von seiner Stelle verrücken werden.“ — 3. Schabbat „B'har“; 2L Mai 1938 Heiligung des Landes. Im Religionssystem des Judentums nimmt das Land Palästina eine besondere Stellung ein. Grundvoraussetzung für eine totale Erfüllung des jüdischen Gesetzes ist der Aufenthalt im Lande, denn ein großer Teil der religiösen Pflichten (Festesfeier, Feldabgaben u. dgl.) sind „landgebundene Pflichten“, ln der jüdischen Literatur wird das Land oft personifiziert. Es erscheint als Ankläger des Voikes, es enthält dem sündigen Menschen seine Frucht vor, es feiert — wie der Mensch — einen „Sabbat dem Ewigen“. Aus dieser religiösen Bedeutung des Landes folgt eine charakteristische Auffassung des Judentums vom Eigentum. Eigentümer des Landes ist Gott, der Mensch ist nur sein vorübergehender Besitzer. Darum „darf der Boden nicht auf ewig verkauft werden, denn das Land ist mein, ihr aber seid nur Fremdlinge und Beisassen bei mir.“ RDI0UERTRIER RECORD jetzt! SALOMON ZUCKERMANN WB«. KirfflntaMtam 14-11 t. 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