Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 16 (1938)
- Issue
- 5 (1.5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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H.Jfcro/Nr.1 OmuoladoMatt Mr dto O—Imdmm Im I.Mai 19U Blickpunkt au* besteht also besondere Veranlassung au dem Wunsche, daß es gelingen möge, den weltkonjunkturellen Rückschlag einsudämmen und die Weltwirtschaft möglichst bald wieder au normalisieren. Eine Betrachtung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland seigt, daS hier der Hochstand der Erseugung und der Umsatatätigkeit weiter angehalten hat, ja daß anf riefen Gebieten sogar noch eine weitere Aofwirtssntwickling eingetreten ist. Infolge der günstigen Witterung hat in diesem Jahre die jahresseitliche Belebung frühseitiger als sonst eingesetat. Führend sind auch diesmal wieder die Produktionsgüter-Industrien, und unter ihnen gana besonders die Bau- und Baustoffindustrien. Unter den Verbrauchsgüterindustrien weisen rör allem die textilwirtschaftli ch e n eine weitere Beschäftigungsaunahme auf. Die Umsätse des Textileinselhandels lagen im Monat Februar um 20,8 Prosent höher als in dem gleichen Vorjahrsmonat. Diese außergewöhnlich starke Umsatasteigerung ist teilweise wohl darauf aurücksuführen, daß die Winterschlußverkäufe in diesem Jahre in der Hauptsache in .den Monat Februar fielen, während sie im Jahre 1937 etwa sur Hälfte dem Monat Januar xugute gekommen waren. Aber auch unter Berücksichtigung dieser Tatsache kann eine sehr günstige Entwicklung des Einxelhandelsgeschäfts fast aller Branchen festgestellt werden. ★ Eine wohl für alle Gewerbetreibende beachtliche neue Einrichtung ist die von der Reichspost Seit dem 1. April augelassene Versendung von Werbedrucksachen mit Werbeantworten. Die als „Werbeantwort“ gekennseiebneten Briefumschläge oder Karten können an den Werbeveranstalter unfrankiert snrückgesandt werden. Dieser aahlt dann nur die einfache Postgebühr. Während einer Uebergangsxeit, die am 31. Oktober 1938 endet, genügt es, wenn diö. als Werbeantworten au verwendenden Karten eine in Buchdruck ausgeführte Anschrift des Werbeveranstalters tragen, und wenn außerdem die Beaeichnung „Werbeantwort“ mit einem ins Auge fallenden schwanen Stempel angebracht und sweimal unterstrichen ist. Gewerbetreibende, die die Bedeutung der Kundenwerbung für die Erhaltung ihrer* geschäftlichen Existenx erkannt haben, werden von diesem neuen Werbemittel in geeigneten Fällen den richtigen Gebrauch au machen wissen. * In dem am 9.' April d. J. erlassenen „Zweiten Gesets aur Aenderung des Gesetses über die Devisenbewirtschaftung“ ist bestimmt worden, daß die Aufgaben und Befugnisse, die gegenwärtig der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung übertragen sind, nunmehr auf den Reichswirtschaftsminister übergehen. Dieter ist ferner ermächtigt, die Vorschriften über die Devisenbewirtschaftung in einem neuen Gesets einheitlich ausammenzu fassen und erforderlichenfalls au ergänxen. ★ Neue Bestimmungen über die Gewährung von Reiehsxuschütten an Kleinrentner sind im „Reichs- und Preußischen Staatsanaeiger“ Nr. 74 vom 29. Märx 1938 veröffentlicht worden. Eine dieser Bestimmungen betagt, daß Kleinrentner, die gemäß der Ersten Verordnung xum Reiehtbürgergesets vom 14. November 1935 Juden sind oder als solche gelten, keinen Reichsxuschuß erhalten. Dagegen wird der Reichsauschuß auch Mischlingen gewährt. Dt. H. N. Die Frage des Leben träumet bestimmt und bewegt heute das ganze jüdische Volk in allen seinen Teilen, Schichten und Landsmannschaften. Es ist deshalb begreiflich, daß die Juden der ganzen Welt in diesen Wochen nach Ungarn blicken, denn jede Verengung des Lebentraumes an einer Stelle bedeutet eine weitere Erschwerung oder Belastung oder Andrängung an allen andern Stellen. Die sich dabei abspielenden Vorgänge und geschichtlichen Entwicklungen ähneln oft einander: Verhältnisse, die einst Ansiedlung und Aufstieg der Juden ermöglichten, erweisen sich heute als Anfang einer aur Auswanderung drängenden Entwicklung; aber diese Auswanderung kann ein Ziel nur finden in Ländern mit Verhältnissen, die heute Ansiedlung und Aufstieg in Aussicht stellen — bergen nicht eben diese Verhältnisse dann wieder den Keim der gleichen rückläufigen Entwicklung in sich? Das ist die bange Frage, die sich erhebt, wenn man den Mofivenbericht sum ungarischen Judengesetx liest, der mit einem historischen Rückblick beginnt und in uns den Gedanken auslöst: Wir möchten nickt wieder die Hoffnung und Kraft einer gaasen jüdiaeken Generation in solche Eiawaaderungsbewegangea et ecken, an deren Ende dereinst wieder die gleichen Gesetse mit den gleichen Rückblicken stehen würden! Wir müssen also aut nnterea in der Vergangenheit gemachten Fehlern au lernen tuchen, damit die Fehl- JULIUS M. BIER £ AN- UND VERKAUF VON GRUNDSTÖCKEN Storni»bot» gegründet 1890 ftorMft, leipziger Sfr. 31-32, Toi. 1*4441 Za dem „Blick auf die Wirtschaft*' ia der Februar-Nummer aaseres Blattes wird ans oltgeteilt, dal eia Paasos des Aofsatxes die Mftfuebkeit za Mißverständnissen geboten habe, weil ans seinem Wortlant hervorzagehea schien, «Ufr Händler, die in der Umgebong ihres Wohnortes bis za 15 km Entfernanggewerbliche Leistangen anbieten, hierzu keines Waadergewerbeschemes bedürfen. Tatsächlich bezieht sich jedoch die Be* schränknog aof einen Handel in der Entfernong von 15 km vom Wohnort nnr anf solche Gegenstände, die der Händler selbstwerfertigthat and die za den Gegenständen des Wochenmarktwerkehrs gebären (z. B. Tongeschirr, Holzwaren eines Tischlers a. ä.). Dagegen müssen Hausierer, die die Wochenmarkte im Umkreise von 15 km von ihrem Wohnort ans besuchen, anch einen Wandergewerbeschein haben. schlige sich nicht wiederholen. Das ist die für ans Juden wichtigste allgemeine Lehre, die wir aus den Vorgängen in Ungarn sa entnehmen haben. Das Gesets bezeichnet sich als ein solches „sur Wahrung des wirtschaftlichen und sosialen Gleichgewichts44; es wurde unmittelbar nach den Osterferien vom Parlament beraten, nachdem schon Mitte April der Motivenbericht veröffentlicht worden war. In ihm heißt es, daß die Zahl der Joden in Ungarn sich seit 1848 verfünffacht, und daß diese rapid snnehmende Schicht im Verlauf der verflossenen 90 Jahre schrittweise das ganse Wirtschaftsleben besetzt habe, ja nach dem Trianon-Vertrag sogar als einziger Bevölkerungsteil ihren Lebensstandard habe erhöhen können. Anch auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft habe der Anteil der Juden angenommen. Diese Umstände machten es der Regierung zur Pflicht, das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen, um der christlichen Jugend und den Söhnen der ungarischen Bauernklasse Erwerbsmöglichkeiten und Raum für sozialen Aufstieg zu schaffen. Dem Motivenbericht ist eine umfangreiche Arbeit des ungarischen Statistikers Dr. Alois K ▼ ä c s beigegeben. Nach ihr betrag der Anteil der Juden in den gesetzgebenden Körperschaften 4,6%, im staatlichen, kommunalen and Provinzlehen sowie in der Verwaltung 1,7%. Im Reehtsanwaltsberuf war der Anteil der Jaden hn Jahre 1930 49,2%, jetzt ist die Verhältniszahl der Advokaturkandidaten 34,9%. Im Unter- Judengesetz in Ungarn INTERNATIONALES SPEDITIONSBORO BROKERHOFF & LIPSCHUTZ t: Oas*—sgrünte., 1*10 BERLIN C2, FRÖMMELST!ASSI la, Fomruf 420622 Uimwuab.ratung fför Aurwondoror - isporte nee"- a, Afrika, i "n- und A nrn* vai ii viungmi an Ham Fms cbl MMlnasp IIP MttSL teJUpMU, nTstofoa M 0* it. Um_ <mt ,ihIs—im Laitan, Inhsb.r Pani Fast IWI HOis—r MÜ MM , ar——dutr. w T*l*(oa 71t3BB Erledigung d. Formalitäten u. Zollabfertigung / Umzüge unt. pereönl. Leitung J. SCHNEIDER & CO. 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