Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 16 (1938)
- Issue
- 4 (1.4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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«.April «9» ■dwiluf Im Reie hs Wirtschaft »ministers beantragt werden. * Anf eine Reibe »on neuen Verordnungen sur Regelung des Arbeitseinsatzes muB die Aufmerksamkeit der jüdischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hingelenkt werden. Am einschneidendsten ist wohl die Verordn »mg vom 15. Februar 1938, nach der ledige weibliche - Arbeitskräfte unter 25 Jahren nur dann tds Angestellte oder Arbeiterinnen eingestellt werden dürfen, wenn sie eine mindestens einjährige Tätigkeit in der Laad- oder Hauswirtschaft absolviert haben und durch eine entsprechende Eintragung in ihrem Arbeitsbuch nachzuweisen vermögen. Diese Bestimmung ist snnächst für das gesamte Bekleidungsgewerbe, die Textilindustrie nnd die Tabakindustrie mit Wirkung vom 1. Mars 1938 ab in Kraft gesotst worden. In diesen Cewerbezweigen (einsehL des Einzelhandels! dürfen also, jugendliche weibliche Arbeitskräfte, die bis tim 1. Mirs d. J. noch nicht in einem Arbeitsverhiltnis gestanden haben, nur eingesetllt werden, wenn sie nachweislich ein Jahr in der Hauswirtschaft oder Landwirtschaft tätig gewesen sind. Die Vorschrift erstreckt sich nicht auf die Einstellung von Lehrlingen. Dagegen ist die Anordnung vom 10. August 1934, nach der Jugendliche unter 25 Jahren (männliche und weibliche) n n r Poftncb-Aufruf dne Uadossstbsitdot t Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden sandte den folgenden Aufruf an alle seine Mitglledsgemeinden: Im Frühling beginnt Israel, schon im Monat Adar, das Peßaeh-Fest würdig unter Beobachtung seiner geheiligten, alten Bräuche au rüsten. Diese treue Arbeit findet in den Seder-Abenden ihre Krönung; sie stellen unsere schönste religiöse Familienfeier dar, die arm und reich. Verwandte und Fremde am den jüdischen Tisch vereinigt und in Gedanken nnd Gebet Jahrtausende überbrückt. Schon während mehrerer Jahre hat daher der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden an alle ihm angeschlossenen Gemeinden in Deutschland nnd einen großen Kreis vereinsamt lebender Juden die Bitte gerichtet, dem Peßach-Fest hohe Aufmerksamkeit au widmen nnd den Alten, den Müden, besonders aber unseren Jugendlichen, die Sederfeier au bereiten, denn nichts stütat uns ja mehr als das Festhalten an der Ueberlieferung unseres Volkes. Darum richten wir i auch heute an alle jüdischen Gemeinden und. mit Zustimmung des Arbeits« eats eingestellt «»erden dürfen, nunmehr durch eine Anordnung des Präsidenten der Reiehsanstalt für Arbeitsvermittlung auch auf Lehrlinge, Praktikanten und Volontäre ausgedehnt worden. Doch tritt diese Vorschrift erst vom 4. April 1938 ab in Kraft, so daß bei der diesjährigen Lehr- Imgseinstellung am 1. April die Zustimmung des Arbeitsamts noch nicht erforderlich ist. Eine weitere Anordnung ermächtigt die Präsidenten der Landesarbeitsämter, einseinen Betrieben die Verpflichtung aufsuerlegen, Arbeitskräfte nur mit Zustimmung des Arbeitsamts einsustellen. Erfolgt diese Anordnung, so gilt sie anch für die Einstellung von Lehrlingen, Volontären nsw. — Für Jugendliche, die nach dem 14. Mära 1938 von einer Volks-, Mittel- oder höheren Schule abgehen, besteht jetat eine Meldepflicht bei dem anständigen Arbeitsamt. Ebenso müssen alle Jugendlichen, die nach dem 1. Januar 1934 von der Schule entlassen sind und jetat weder einer regelmäßigen arbeitsbuchpflirhtigen Beschäftigung nachgehen, noch sich in einer ordnungsmäßigen Berufsausbildung befinden, bei dem anständigen Arbeitsamt gemeldet werden. Diese Meldepflicht hat jedoch nur den Zweck, dem Arbeitsamt einen Ueberblick über die noch nicht sum Arbeitseinsatz gekommenen jugendlichen Personen au verschaffen. Dr. H. N. an jede jüdische Familie die Bitte, Peßach so au feiern, wie es unsere Väter durch die Jahrhunderte hindurch stets begangen haben. Wir dehnen diesmal unsere Bitte ans auf alle, die von uns gegangen sind, um eine neue Heimat auf dem heiligen Boden Erea Jisraela oder sonstwo draußen in der weiten Welt au finden. Ihr Juden alle, die Ihr einmal au uns gehört habt, vergebt auch draußen unser Peßaeh-Fest nicht, wenn auch mancher von Euch, von den Seinen getrennt, es mit bekümmerter Seele begehen mag. Seid unserer großen Vergangenheit würdig, feiert Peßach, haltet den Seder, genießet die Maaaa, esset die bitteren Kräuter, singt das Halle! und bereitet den Becher für Elia, den Propheten! Wir «rünachten wohl, au jedem einaelnen der vielen Tausende draußen ein persönliches Wort sprechen au können nnd sie zu bitten, an den Sederabenden ihrer alten Gemeinde in Liebe zu gedenken. Ich habe jüngst im westlichsten Luide Europas den Kreis derer besucht, deren Vorväter vor Jahrhunderten von uns abgetrennt wurden. Die Marranen JULIUS M. BIER & AN- UNO VERKAUF VON GRUND5TOOCEN Stammhaus gegründet 1890 RorMn, talpalgar Str. 11-32, ToL 144441 der Gegenwart haben bewiesen, daß das eine heilige Wort Adonaj ausgereicht hat, um ihre Herren dem Judentum au erhalten und sie zurückauführen. Wer die große Freude persönlich mitempfinden durfte, als dort ein jüdisches Gotteshaus wieder errichtet wurde, dem ist in jenen Weihestunden die Gewißheit geworden, daß, wenn wir es wollen, kein Zweig am Stamme Israels verdorrt. Und weil dieser Wille anch in uns mächtig ist, halte ein jeder fest am Peßach, das in diesem Jahre am Freitag-Abend, 15. April, seinen Anfang nimmt, und sammle jüdische Menschen aur Feier um sich und halte dan Seder! Der Preußische Landesverband bittet Gemeinden, Verbände, Rabbiner und Lehrer, dafür Sorge au tragen, daß möglichst kein Jude ohne Sederfeier bleibe. Groß- und Mittelgemeinden mögen die Menschen der kleinen Gemeinden au sich bitten, nnd wir werden, wie immer, bereit sein, jeden Erreichbaren au stütaen; helfen wollen wir, den Ruf der Hagada wahr au machen: „Jeder Hungrige komme und esse, jeder Bedürftige komme und feiere mit uns Peßach“. Preußischer Landesverband Jüdischer Gemeinden ger.: Dr. Klee. Um unseren Dank allen den Gemeindemitgliedern sum Ansdruck au bringen, die — unterem Aufruf Folge leistend^— Werte im Betrage von mindestens 0,50 RM. für die Gestaltung eines Seder-Abends spendeten, werden wir diesen eine Hagada überreichen. Die Gemeinden, Rabbiner nnd Lehrer, die sich unterer Peßach-Aktion aur Verfügung gestellt haben, bitten wir deshalb höfliehst, bis aum 7. 4. ~d. J. die notwendigen Exemplare bei uns ansufordern, damit sie in der Lage sind, diese noch rechtaeitig au» Verteilung au bringen. Oottur dl onit Ordnung für minjnnlosa Oamolndon Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat an die ihm angeschlossenen Gemeinden unter 50 Seelen dm Rundschreiben gerichtet, in dem er darauf hinweist, daß in zahlreichen Gemeinden infolge dar Wegzüge Schwierigkeiten in bezug auf die Abhaltung de{ regelmäßigen Sabbatgottesdienste entstanden sind. Der Preußische Landesverband übermittelt deshalb diesen Gemeinden eine Gottesdiehstordnnng für Bekanntmathungen INraSNATIONAlES SPEOmONSSORO BROKERHOFF & LIPSCHUTZ “ s «Cf»«'»«. aosy. BERLIN C2, FROMMELSTRASSC lo, hmnrf 420622 Paul PlISS ft COa Hans Fiiss a Go« ,,*lMuS^^!II^5!G2I!5a,'l,,* ■■a™ ML <L J. Q. (Mibe Beysriadser Platz) Telatan TlttM Mb4ltr8H»8ris »MdlfRs UMWB JhRisäöMRri m sftoavsaa «t PfssAbPIria Erledigung <b PormaHtätan u. ZsUabfertfgnng / Umzüge ist. parainL Lattung Mmä / Ausland | Oberaus 'S i» s mm-h ■ --——--—.— —— Telefon «ORtT. 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