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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-02-01 · 2 (1.2.1938) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
2 (1.2.1938)
Date
1938-02-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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IC.JhrgJNr.2 i/MMddMtNMaad 1.1 } NdhckM OiwililiHMl Mr tyigoj—-*mmmIM— la INI „Jüdlfdies Qemetnfdiaftshaus“ in Xamburg Von Dr. Max Otborn Der rührige, vortrefflich geleitete Hamburger Jüdische Kulturbund, der in Raum- •chwierigkeiten geraten war, hat für diese Verlegenheit eine sehr großzügige Lösung gefunden: et ist ihm gelungen, für seine Zwecke wie für das' kulturelle und gesellige jüdische Leben der Hansastadt überhaupt die Herrichtung eines eigenen Heims au ermöglieben. In guter Lage, in der Hartungstraße, fand sich eine frühere Villa, die schon vor Jahren einmal au ihnlichcm Behufe umgestaltet und erweitert worden war, und die nun durch die Deutsch-Israelitische Gemeinde Hamburgs angekauft wurde. Aber es war ein neuer durchgreifender Umbau notwendig. Da aeigte sich wiederum der wohltätige Einfluß des anfeuernden, nie versagenden Beispiels von Max Varbsrg; die erforderlichen Mittel wurden von einer Anaahl kunstfreundlicher Männer aur Verfügung gestellt. Im Spätsommer begann die Arbeit, und vor kurzem ist das .Jüdische Gemeinschaftshau s“, wie der Name lautet, feierlich eröffnet worden. Was hier nach den Plänen der Architekten Dr. Block und Hochfeld vollendet wurde, wird ohne Zweifel unter den Wirkungsstätten der jüdischen Kulturbünde im Reichsgebiet -eine besondere Stellung entnehmen. Ich habe kürzlich, als noch im ganzen Hause geklopft und gehämmert wurde und der neugierige Besucher über Balken und Leitern klettern mußte, einen „Rundgang44, wenn man es so nennen darf, durch die werdenden neuen Räumlichkeiten gemacht und möchte schildern, was man au erwarten hat. Es waren nicht geringe Schwierigkeiten au überwinden, um das Gebäude instand zu setzen und den vielfachen Forderungen anzupassen, die sich erhoben. Die ausgezeichneten, wohldurchdachten Entwürfe der Baumeister, die mit dem Werk betraut wurden, sind damit glänzend fertig geworden. Sie ließen den Außenbau vorläufig unangetastet, im Innern aber mußten sie in den Hauptpartien den ganzen Grundriß ändern. Denn es handelte sich ja vor allem darum, neben vielen anderen Dingen einen ausreichenden Theatersaal in die feststehenden Umfassungsmauern einzufügen! Zunächst galt es, eine gründliche Säuberung vorzunehmen, vorhandenen Ornamentenkram fortzuschaffen und die Innenarchitektur der sachlichen Gehaitenheit des heutigen Geschmacks unterzuordnen. Es hieß, Portal und Zugänge verbreitern, tragende Pfeiler versetzen, die verschiedenartigsten Fragen und Knifflichkeiten lösen. Ein*, geräumige Vorhalle entstand. Geradeaus geht es, durch die zu beiden Seiten hier an der richtigen Stelle angebrachten Garderoben, zu der behaglichen Restaurant-Abteilung. Rechts findet man einen sehr brauchbaren Vortragssaal für 130 bis ISO Personen und einen Vorsaal, in dem die Hamburger Franz-Rosenzweig-Stiftung mit ihrer Bibliothek eine würdige Unterkunft finden wird. Während das Erdgeschoß noch einigermaßen in seiner bisherigen Disposition übernommen werden konnte, begann im Obergeschoß der Umbau höchst schwierig zu werden. Es war dort oben ein größerer Festsaal vorhanden, die Architekten machten ihn zur Bühne und legten durch die Nachbarsäle den Zuschauerraum. Was man jetzt sieht, ist eine Bühne, die natürlich allen modernen Anforderungeft gerecht werden kann, von bedeutender Höhe und mit so viel Nebenraum versehen, wie es sich Techniker und Beleuchter nur wünschen. Der Zu- Nach dar Schulbank — dln Hobelbank! (Handwerklicher Unterricht in der Jugend- Alija-Schule) Aula. Sonnenleld. schauersaal, 450 Personen fassend, über dem Parkett von einem sechs Sitzreihen tiefen Rang an der Rückseite und schmalen Seitenemporen umzogen, hat eine sofort anheimelnde Formung erhalten, die sicherlich für gute Theaterstimmung sorgen 7ird. Man hat einen Durchbruch nach dem zweiten Stock des Hauses vorgenommen, der die erstaunliche Höhenentwicklung und freie Luftigkeit des ganzen Theaterkomplexes ermöglichte. Da man einmal bei der Arbeit war, hat man die Bühne mit allen möglichen Vorrichtungen ausgestattet, die ihrer Brauchbarkeit zugute kommen werden, mit eisernem Vorhang, Regenvorrichtung, einem Vorbau für Kammermusik, einer Einrichtung für Filmvorführungen usw. Man hat sogar Vorkehrungen getroffen, daß auch sportliche Veranstaltungen hier atattfinden können und Turngeräte für Schauturnen sich anbringen lassen. Will man für größere Versammlungen oder sonstige Zwecke den Theatersaal benutzen, so kann das Gestühl abgenommen werden; es würde sich dann Platz für fast 600 Personen ergeben. Dabei ist noch Raum genug übriggeblieben für die Büros des Jüdischen Kulturbundes und für eine recht hübsche Wohnung des Hausverwalters. Wir sind immer noch nicht fertig. Auch das Kellergeschoß ist in die Gesamtanlage einbezogen. Es gibt hier unter anderem zwei Kegelbahnen, die bereits für alle Abende vollauf besetzt sind, denn Hamburg besitzt nicht weniger als fünfzehn jüdische Kegelvereine! Es* muß ein hartes Stück Arbeit gewesen sein, dies alles in einem gar nicht übermäßig groß erscheinenden Gebäude unterzubringen. Man bedenke, daß es daneben noch für Wirtschaftsräume, für die Küche, für Toiletten und Kassenschalter zu sorgen galt. Es ist .nichts vergessen, und alles ist nicht nur zweckmäßig, sondern auch liebevoll bedacht. Durchweg herrschen die ruhigen Linien und Flächen, deren Einfachheit unserem heutigen Auge wohltut. Von unnützem Zierrat ist selbstverständlich nirgendwo die Rede. Hoffentlich läßt sich auch noch eine Berücksichtigung der bildenden Kunst ermöglichen — denn es zeigt sich ja leider, daß neben Theater, Musik, Vortragswesen, Kleinkunstbühne die jüdischen Maler und Bildhauer meistens vergessen werden! Man könnte sie hier sehr wohl zur Ausschmückung der Räume, Vorhallen und Gänge heranziehen; gerade Hamburg besitzt nicht wenige tüchtige jüdische Talente auf diesen Gebieten. Geschieht dies, so wird man künftig sagen dürfen, daß in Wahrheit dies Jüdische Gemeinerhaftshaus die Pflege aller Bezirke des künstlerischen und kulturellen jüdischen Lebens der Stadt in sich vereinigt. Die neue Synagoge in Oporto Am 16. Januar wurde in Portugal in Oporto eine große, neu errirhtete Synagoge eingeweiht, die im wesentlichen, verbunden mit einem Lehrhaua, der Marranengemeinde in Oporto und den Marranengemeinden des portugiesischen Nordens als Zentrum dienen soll. Menschen, die 500 Jahre lang im Verborgenen gegen alle Widerstände und alle Versuchungen dem Judentum die Treue gehalten haben, kehren in aller Form nun zu uns zurück. Die Einweihung der Synagoge in Oporto weist daher in ihrer Bedeutung weit über den Einzelfall einer Synagogeneinweihung hinaus. Sio ist ein Symbol für die Ewigkeit unserer Religion und zeigt, daß aschkenasische and sefardische Juden unter dem einen überall gleichen Gesetz der jüdischen Geschichte stehen. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hat alz Ausdruck dieser engen Verbundenheit, in der sich die religiöse Einheit des Judentums ausspricht, der neuen Synagoge ein Sefer Tora gestiftet In dem Dankschreiben, das der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden für die Einladung zur Eröffnungsfeier -an das Portsgeie Marranos Commitee gerichtet hat, heißt es n. a.: „Wir verfolgen seit Jahren die einzigartige jüdische Erneuerungsbewegung der Marranen mit größtem Interesse und wärmster Anteilnahme, da sie für uns Juden als ein religiöses Ereignis .ersten Ranges zu werten ist. Auch wir danken daher all den Männern, die sich dieser Arbeit gewidmet haben. Hocherfreut sind wir über die Tatsache, daß nun zur Einweihung der Synagoge geschritten werden kann. Mit besonderer Freude und Genugtuung erfüllt es uns, daß wir bei der Feierlichkeit vertreten sein werden. Wir Yltaftagarnung dardealdar Uaägasgt|sMsr - KisäMMah SdirifHidw Anfragen weiden bereftwflNgat end unverbindlich beantwortet Fernruf PI 3t 23/24 (IIIFOtSUNDAMM 22 4, II 5

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