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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-01-01 · 1 (1.1.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
1 (1.1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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14. ./Nr. 1 1. Jmhmt 1911 »dkchM OwmMMM Ittr dt» fytvogogoo-O-molnd-n I« Prtiffti/Norddwstachtottd toidwwigM In d«r U«t« d«r Benvftrngtnn für V*rraögen*Y*rwaltung (Veröffentlicht im Gemeindeblatt vom I.Marz 1937, S. 8) Bezirk N»Z Sitz Beg.'Bes. Königiberg: R eg. - B«s. Gumbüu&en: Grenzmark: Harry Leiser Guttstadt R.-A. Ehrlich Tilsit R.-A. Kann Landsberg/W., Schlageterstr. 25 R.-A. L. Ehrenfried Neustettin Thüringen: Dipl.-K.aufm. Dr. E. Ledermann Gotha, Str. der SA 34 Bes. d. Vorsteheramts Hanau: Vorsteheramt der Israeliten Hanau Saargehiet: L-G.-R. Dr. Baum Trier, Im Kirschenbungert 9 EfBWaawg «iiter JidlschMi Baiirkivolkmhulg in OWanbwg Nach längeren Verhandlungen ist zum Beginn des Wintersemesters die Jüdische Besirksrolksschule in Oldenburg eröffnet worden. Die Schule, die von rund 50 Kindern aus allen jüdischen Gemeinden Oldenburgs besucht wird, besitzt öffentlichen Charakter. Träger der Schule ist die Stadt Oldenburg, der die übrigen beteiligten Stadtgemeinden der Schülerzahl entsprechende Zuschüsse zu den Schullasten zu leisten haben. Der Besuch der Schule ist für die jüdischen Volksschulkinder in Oldenburg obligatorisch. Die Gründung dieser Schule, die in rechtlicher und# organisatorischer Beziehung für die weitere Entwicklung des jüdischen Volksschulwesens vorbildlich sein kann, ist auf Anregung des Preußischen Landesverbandes jü<fischer Gemeinden erfolgt. Die schwierigen und verantwortungsvollen Verhandlungen, die insbesondere der Landesrahhiner Dr. Trepp geführt hat, geschahen in ständigem engsten Einvernehmen mit dem Schuldezernat des Preußenverhandes. ' Anläßlich der Eröffnung der Schule fand und daher nicht als Kettenhandel gilt. Wichtig ist vor allem der Fall, in welchem mehrere Handelsfirmen gemeinsam einen Posten Ware einkaufen und sich dann in diesen teilen. In diesem Falle darf die Firma, die den Einkauf tätigt, den anderen Teilnehmern des gemeinsamen Einkaufs neben dem an den Lieferanten gezahlten Preise auch die anteiligen Beträge für Fracht, Verpackungs- und.Versicherungskosten sowie gegebenenfalls für die Umsatzsteuer in Rechnung setzen. Soweit hierbei kein höherer Aufschlag als der zur Deckung der genannten Kosten erforderliche vorgenommenwird, wird die Einschaltung der einkaufenden Firma als handelsüblich angesehen. Abgesehen von diesen Ausnahmefällen jedoch bleiben die Vorschriften gegen den Kettenhandel im Spinnstoffgewerbe bestehen. Durch eine Verordnung vom 4. Dezember 1937 ist der Wirkungskreis der Mietersehntzbestimmungen wesentlich ausgedehnt worden. Dem Mieterschutzgesets unterstehen nunmehr o. a. auch alle Woheine Feier in Oldenburg statt. Die Feierlichkeit, die von Liedern des Knabenchors der neuen Schule und dem Mincha- und Maariwgebet umrahmt war, wurde von dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Oldenburg, Rechtsanwalt Löwenstein, mit herzlichen Grüßungaworten eröffnet. Landesrabbiner Dr. Trepp wies in seiner Weiherede besonders auf die außerordentlichen Verdienste hin, die der Dezernent des Preußischen Landesverbandes, Dr. Galliner, sich um die Schaffung der Schule erworben habe, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeit Dr. Galliners auch weiterhin den jungen Rabbinern im Reich Anregung, Anfeuerung und wertvollste Unterstützung zukommen lassen möge. — Dr. Galliner betonte in seiner Ansprache die innige Verbundenheit des Preußischen Landesverbandes mit dieser neuen jüdischen Schule und unterstrich die Notwendigkeit, die Jugend wieder zu einem lebendigen Judentum und zum Verständnis der Quellen des jüdischen Schrifttums, insbesondere der Tora im Urtext, zu führen. nungen und alle mit Wohnungen verbundenen oder zusammen vermieteten Geschäftsräume, die nach dem 1. Juli 1918 durch Neubau, Umbau oder Teilung entstanden sind. Hierbei besteht hinsichtlich der Größe der Räume und der Höhe der Miete kein Unterschied. Ferner werden die oberen Mietgrenzen für die dem Mieterschutz unterstehenden Wohnungen und Geschäftsräume in den meisten Gebieten erhöht. Die Verordnung schafft also abermals eine Erweiterung des Mieterschutzes für gewerbliche Räume, der infolgedessen einen größeren Kreis von Ladeninhabern als bisher gegen Kündigungen und Mieterhöhungen sichert. Dr. H. N. Zum Gedächtnis Ernst Ussauers Aus Wien kommt die Nachricht, daß der hervorragende Dichter Ernst Liaaauer, erat fünfundfünfzigjährig, plötzlich einer Lungenentzündung erlegen iet. Statt manche aeiner bekannt gewordenen — vor langer Zeit entstandenen und inzwischen von ihm seihst berichtigten — Diskussionen über Sinn und Wesen unserer Lage neu aufzurollen, ist et angebrachter, an der Bahre dieses großen Künstlers darauf hinzuweisen, daß er als Lyriker und Essayist Bleibendes und alt Dramatiker sehr Beachtliches geschaffen hat. Mit einigen schmalen Bänden Gedichte („Der Acker“, „Der Strom“), die vor etwa 30 Jahren erschienen, fand Lisaauer sogleich unbestrittenen Ruhm und uneingeschränkte Anerkennung bei der gesamten Kritik, und Proben seiner urgesunden, ungemein liebenswerten Kunst fanden in allen Anthologien freudige Aufnahme. Er brachte eine neue Art unmittelbarer Anschauung in die moderne Lyrik; sein „Acker“ war schmal, aber fruchttragend, sein Dichten war nicht mehr ein aus Liehe, Mondschein, Rhythmus und Duft geklittertes Universalinstrument der Stimmung, sondern die Sache, das Dinghafte und Erdenschwere war tief in das Herz dieser Kunst gedrungen. Er war ein ganz moderner Mensch, der lyrisch erlebte. Das Bild, das Anschaubare — nicht nur im Sinne des Malers, sondern des seelisch bis ins Innerste Ergriffenen — war bei Lissauer Gesang geworden, ein einziger, rauschender, hymnischer, strömender Gesang, der trotz seiner sprachtechnischen Neuartig, keit in seinen Mitteln ganz schlicht und natürlich war. Manch lyrisch bisher Unerlebtes, scheinbar Unerlebbares der Anschauung zugänglich gemacht zu haben, ist Lissauers Verdienst. Er wußte um seine Sendung und jubelte: Als ob noch tausendfacher Segen schliefe, so fühl’ ich reich das Bergwerk meiner Kraft. Ich löse, was zu Licht will, aus der Haft. Ich hin der Bergmann meiner eigenen Tiefe. Selbst da, wo er das Deskriptive verließ nnd symbolhaft und abstrakt wurde, gelang ihm noch Vollendetes, wie in Der Kreis Ich sprach zum Kreis: du lebst in Wanderschaft. Du schreitest langsam in gestillter Kraft. Dein Weg ist ganz erbaut aus Wegeswende. Und jeder Schritt ist Anfang, Mitt‘ und Ende. Es sprach der Kreis: mein Leben ist nicht Glück. Ich wandre nicht, ich kehre nur zurück. Ein Stücklein Welt erglänzt mir lieb und licht. Mein Weg umkränzt es. Er betritt es nicht. Dem Judentum war Lissauer Zeit seines Lebens tief verbunden, wie seine zahlreichen Aufsätze über jüdisches Schrifttum und seine großen biblischen Dramen „Das Weib des Jephta und „Moses*, ein ungewöhnlich sprachschönes und tiefes Werk, bezeugen. In die Trauer um das Ableben des Dichters mischt sich Dank für das Unvergängliche, das er uns gab. D. GEBE. ARNHOLD Bankhaus Berlin W 8, Behrenstr. 62/63 Telefon: 110046 Londoner Vertreter; F. H. Brunner, 7 Princes Str., London E C 2 New Yorker Vertreten W. L. Schoenheimer; 25 Broad Street, New York I

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