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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-01-01 · 1 (1.1.1938) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
1 (1.1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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U. X^/Nr. 1 OmmImMIMt 1 ms Kampf, Ser iwitdien den beiden Parteien tvagekinpft werde, and bei. dem alle Mittel der Agitation —offene nnd verstedrte — an* gewendet werden. Das Ende war ein überwältigender Sieg von Eibesefcütz, der nid mancherlei VecbselfäHen and zeitweiliger Absetzung tcotz des Einsprache« der bisherigen leitenden Minner dordb die jüdischen „Massen“ wiederum zu ihrem Oberrabbiner gewählt wurde. Geschichtliche Persönlichkeiten kann man nicht nachträglich Tor den Rirbterstuhl zitieren wie eine beliebige Privatperson. Det- Jai Berichtsquartal hat in besonderem Maße erkennen lassen, in welchem Umfange sich die Arbeit der Meldestelle im Laufe ihrer bisherigen Tätigkeit erweitert hat. Das aeigt am deutlichsten die folgende Uebersieht: Binnen- Aus- Zuwanderung Wanderung uaaea 1. Beriehtsquartal 2043 3268 5311 2. 2282 5261 7543 3. 2823 5101 7924 4- 3257 5250 8507 5. 3069 6411 9480 Bei dieser Steigerung, die ia letzten Quartal allein rund 1000 Mehrmeldungen erreichte, ist allerdings zu berücksichtigen, daß in den einzelnen Quartalen Nachtrage aus früheren Abschnitten enthalten sind, die nicht immer gleich hoch sind. Während im vorigen Berichtsquartal (April/Juni) verhältnismäßig wenig Nachträge (für die Auswanderung nur 188) enthalten waren, außerdem bereits feststand, daß aus Berlin noch zahlreiche Meldungen und ferner der Hauptteil der württembergischen Meldungen fehlten, sind in dem jetzt vorliegenden Bericht allein bei der Auswanderung 1047 Nachträge aus früheren Vierteljahren enthalten. Trotzdem ergibt sich für das Berichtsquartal eine weitere Steigerung der Auswanderung, die besonders auf die Uebersee- und Palästina-Wanderung entfällt. Es kann im übrigen angenommen werden, daß für das Berichtsquartal Juli/September 1937 nur relativ wenig Nachträge im nichsten Bericht aufzuweisen sein werden, so daß man die Gesamtzahlen für die ersten drei Quartale als zuverlässigen Maßstab für die Gesamtauswanderung verwenden kann. — Auf Grund der eingegangenen rund 14 000 Auswanderungsmeldungen für das Dreivierteljahr Januar bis September 1937 und der weiter vorliegenden rund 2800 Meldungen von „unbekannt“ oder „auf Reisen“ oder „auf Auslands-Hachschara“ abgemeldeten Personen sowie anter Berücksichtigung der unvermeidlichen Lücken des Meldewesens (u. n. liegen aus Hamburg im letzten Quartal leider nur unvollständige Meldungen vor, ebenso aus der Pfalz und einigen Mittelgemeinden) kann die Gesamtauswanderung in den ersten drei Quartalen 1937 auf mindestens 1 8—1 9 000 Personen geschätzt werden. Von einer Würdigung der Binnenwanderungszahlen im einzelnen soll gemäß den Ausführungen im letzten Quartalsbericht bis auf weiteres abgesehen werden. Ueber die Verteilung der Auswanderung auf die einzelnen d e d t ■ c h e n Her ko oft.gebiete gibt Tabelle 1 eine Ueberücht, der ebenso wie im letalen Bericht die prozentuale Verteilung der jüdischen Bevölkerung nach der letaten Volkszählung beigegeben iat. Wenngleich hier inzwischen eine Verlagerung narb den CroSgemeinden bin erfolgt i«, handelt es •ich doch am die letaten brauchbaren Ver- ■balb wird imk für die historische Betrachtung in der Gegenwart nicht die Beurteilung and Bewertung Emden* nnd Eibeachäta’ da* Wesentliche »ein, — so interesunt sie auch psychologisch 'sein mögen, sondern vielmehr die bewegenden Kräfte, deren Vollstrecker sie bewußt oder unbewußt gewesen sind. Für die Kenntnis nnd Erforschung des großen Problems der Entwicklung des jüdischen autonomen Gemeindelebens und seines Standes am Vorabende einer neuen Zeit sind die Zusammenhänge nnd Hintergründe des Amulettenstreite* ein entscheidender Beitrag. gleichsmaßstäbe. Gerade unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen Verschiebungen lassen sieh dabei als besonders starke Auswandenmgsgebiete die Gemeinden Frankfart/Main nnd Köln, das 1. Auswanderung aus den GroBgenteinden, Provinzen und Ländern Gebiet Z Aoaw las.bis Jaai «kl d« andere Juli bis Sept. r r 1937 Jaakii frez. Asteil an hi Ansvaad. 1.-3. Qert. 1937 5, oo =1* e tS a.eev) 143 11# 382 1A »A Brandenburg 73 tt tt M IM 148 9,4 M 14 iß 17 14 81 M y Niedersckl. o. Brests« 9* M 78 9,4 1 M 22t 171 8M 4,4 1 Prov. Sachsen m M IM M 1,4 Schleswig-Holstein 23 S 83 \ *4 1« M 231 1.4 J ** Westfalen* SM 311 545 M «A Bez. Kassel M4 18t 527 M Hessen-Nassau, Reg.- > 44 Bez. Wiesbaden, ohne 1 Frankfurt a. M. 312 lBB 817 M J Rheinprov. ohne Köln. .Düsseldorf, Lasen M» «7 ms PreuB. ohne GroBgem. 2MB 1M1 8M4 **A *A SSM Mit* 8814 SSJS Frankfurt a. M. 1377 Ml 1918 HA «11 #13 738 y 4,9 Kola Mi 3M 9M M M Düsseldorf IBS 53 287 M 1A Essen 113 85 197 1A •A Hannover m M 131 «A «. Pref. Haas. GroBgem. in PreuBen MM 28M 8873 «M *M Preußen gesamt 74M 4838 11754 ty njs Saargebiet u. PreuBen angescbl. Verfeinde i« 115 238 4,? y Land Hessen •TB Ml 981 M M Hamburg i 483 IM* 598 U M Land Sachs, o. Leipzig! w IM 188 y } M Leipzig IM M SM y Baden 4M M8 841 M 94 Bayern4 7M M9 1394 7A «A Württemberg 388 891» »79 y „ y M9M MM MM Landschulheime, Bez.-Schulen 8 i 4 Hachscharan. sonstig. Ansbildungsstellen 37 M M — — Insgesamt MMl Mit« 19792 - - 1 Ohne Dortmund, das ans technisch ca Gründen das Meldewesea nicht d.rchiühren hana. 1 Daria 492 Nachträge aas des erstes beiden Qvartalcn 1937 (vgl. vorige» Quartals bericht). * Unvollständig, da Hamborg zsrzeit Schwierigkeiten ia der Dnrckiühromg der Meldmngen hat. 4 Fürth and Pfalz ttnvollstk.dig; Erginzang wird voraussichtlich im nächsten Qnzrtsls bericht möglich sein. 4 Daria 183 Nachträge aas dem zweiten Quartal 1937 |vgl. vorigen Quart«lzhericht). * Daria insgesamt 1097 Nachträge ans früheren Quartalen 1937. Land Hessen, die Provins Hessen- Nissan nnd das Land Württemberg feststellen. Aach ans Hamburg dürfte die Auswanderung, wenn man die fehlenden Meldungen in Rechnung stellt, verhältnismäßig stark sein. Hinsichtlich der Verteilung der Auswanderung nach Aaswanderungssielen (Tabelle 2) ergeben sich im Berichtsqaartal 2. Auswandsrungszi«!« Januar b. Juli bis Januar b. Auswxndertuigxziel Juni 1937 Sept 1937 Sept. 1837 Per». •/, Per*. 7t Per». % Westeuropa 19« 17J 77t 194 8888 IM MitLu. Nordeurop. (Oesterreich. Iul., Ungarn, Schweiz, Tschechoslowakei, Skandinavien) TM «4 4M 84 UM M Ostn. Südostenrop. 847 *4 IM 84 4M M Palästina USl «4 1U7 814 an IM Sonstiges Asien 2t •4 18 #4 M M Südafrika tt# «4 M 14 8« u Sonstiges Afrika 84 9,4 18 84 58 M Ver. Masten v. Am. 3M7 M4 187» 89J 4BM 88,7 Argentinien M «4 IM 84 0M 1,7 Brasilien 837 •4 IM •4 Ml M Sonstiges Amerika MS •4 ut 84 878 M Australien und sonstig. Uebersee M •4 M M IM M WM 1«4 S9M 1M,9 18881 mjs Auslandshachschara 199 87 141 „unbekannt** oder ,,anf Heißen*' abgemeldet 1711 — 948 — 98M — Insgesamt MMl - tut - 18782 - wichtige Veränderungen. Einem Rückgang der Europa-Auswanderung — bei leichter Steigerung der Rückwanderung, die sum Teil auch mit dem Ablauf des Obersehlesienabkommens xusammenhängt — steht eine wesentliche . Steigerung der Palästinannd Ueberseewanderung gegenüber. Bei der Palästinawanderung muß allerdings berücksichtigt werden, daß ein erheblicher Teil der Nachträge aus dem vorigen Quartal gerade auf diese Wanderung entfällt. Den ersten Plats in der Ueberseewanderung nehmen in steigendem Maße die Vereinigten Staaten von Nordamerika ein. Interessant ist, daß von den im Beriehtaquartal nach USA. abgemeldeten 1879 Auswanderern nur 212 auf Berlin entfallen, dagegen 465 Personen auf die Provinaen Westfalen, Hessen-Nassau und Rheinprovina (mit Köln, Düsseldorf, Essen) nnd sogar 833 Personen auf die vier süddeutschen Länder Baden, Bayern, Hessen nnd Württemberg. Dieser Vergleich aeigt die außerordentliche Bedeutung, die gerade für die Amerika-Auswanderung den familiären Beaiehnngen der Auswanderer in Uebersee sukommt. In Berlin and Ostdeutschland bestehen diese Familienbande nor in geringem Maße. Dagegen trägt in diesen Jahren die jüdische Auswanderung aus West- und Süddentsehland nach Amerika, die im Laufe des letaten Jahrhunderts and auch in dem Jahrzehnt vor dem Kriege eine so große Rolle gespielt hat, ihre späten nnd unerwarteten Frücht, aur Lösung des jüdischen Answandernngaprohletas ans Deutschland. 3. Berufsgliederung der Auswanderung Berufagruppe Jan WL uv bi w. sinnl 1937 «*■ | #e Juli m. nsSe w. »teab tat. 1937 •n Kauf teste selbsL IM 9» Still MT M 1MB 8»A Aeeestellte tu an| 8j am Ml 988 M Handwerker Mt IM •5 84 8M M 4M M Ohilfea M 8 S *4 M 1 8t M Arbeiter M 1 S 8,5 y 18 M M Arzte m 19 tu! 14 M 1 71 IA Saazt Irw. lerxb 839 m 4M| 4J 889 M 9M M Haas aages teilte 7 UM H 84 9 m 191 M Laaduirtachaft 818 71 8t« «4 378 M •97 M Kinder, Schlier, Studenten 779 mJm4 «M 438 «i> IM Ekelr.ahae Berat — MM 1*8(184 — 1219 int* M(4 IM SMztiqa. . 997 tu 88M| M4 3M SU 781 HM 99« 9M4|1M 3788 5999 M> ebne Angaben 4M 877 M7| — SH 1«, Mt — «718 M«l( — MM MW «tir - * Davon 708 (354 mini-, 348 weifet.) fa Begleitung der Eltern oder eines Elternteils. * Davon 944 in Begleitung des Mannes. jQdisdie Auswanderung ans Denlsddand 5. Bericht der Meldestelle für Binnen- und Auswanderung: Quartal Juli/September 1937 von Mex Birnbaum (Berlin) *

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