Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 8 (1.8.1937)
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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15. Jhr«yNr. 8 Jüd. Genielndeblatt f. d. Synag -Gern. in Preußen/Norddeutschland 1. August 1937 Eine neue Bibelübersetzung Von Dr. Moses Sister. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hat der deutschsprechenden und -lesenden jüdischen Gemeinschaft ein vorzügliches Geschenk gemacht: die einbändige, auf Dünndruckpapier hergestellte, schön ausgestattete „H eilige Schrift, neu ins Deutsche übertragen, (XI.V, 1865 Seiten, J. Kauffinann Verlag, Frankfurt/Main 1937). Um das Zustandekommen dieser neuen Übersetzung haben sich mehrere Gelehrte und Rabbiner bemüht, aber den einheitlichen sprachlich-stilistischen Charakter und die äußere Anordnung hat dieser Übertragung ihr Herausgeber, der Professor an der Jerusalemer Universität, Harry Torczyner, verliehen. _ Er allein trägt die ausschließliche Verantwortung für die Gestaltung dieses Werkes. In Professor Torczyner hat die hebräische Bibel einen idealen Bearbeiter gefunden. Torczyner beherrscht nicht nur den hebräischen Text, um dessen Ursinn er sich in einer jahrzehntelangen, rastlosen, in unzähligen Veröffentlichungen dokumentierten Forschung bemühte, sondern er ist auch ein Gelehrter, der von Natur aus mit einem seltenen stilistisch-sprachlichen Können begabt ist, so daß er in den Grenzen der Möglichkeit seine Aufgabe erfüllen und dem Leser die stilistische Eigenart und den Ursinn der Bibel in bedeutendem Maße vermitteln konnte. Der hebräische Text der Bibel ist uns leider nicht in vollkommenem Zustand überliefert worden. Textfehler und Textungenauigkeiten sind eine häufige Erscheinung. Auch dem guten Kenner des Hebräischen bieten manche Bibelworte und -Verse fast unüberwindliche Schwierigkeiten, die weder von unseren hebräischen Kommentatoren des Mittelalters, noch von der modernen Forschung befriedigend gelöst werden konnten. Trotz vergleichender semitischer Sprachforschung bleibt der Sinn mancher biblischen Worte ganz dunkel. Der Übersetzer muß aber alle Stellen eines Textes zum Ausdruck bringen und kann sie nicht etwa durch Punkte ersetzen. Zunächst hat Torczyner in einem schlichten Prosastil die Hauptteile der Bibel wiedergegeben. Die poetischen und rhetori- - sehen Teile haben eine rhythmische Gestaltung erfahren, in der man ein Bemühen spürt, auch die Eigenart des biblischen Satzbaues zum Ausdruck zu bringen. Torczyner verwirft manchmal, wenn auch traditionelle, so doch nicht genaue Übersetzungen und gewinnt dem Text einen viel ursprünglicheren Sinn ab. Soübersetzt er z. B. Exodus XXI, 8b: „ . . . aber an fremde Sippe sie zu verkaufen, hat er nicht Gewalt, da sein Gewand auf ihr ist“. Diese Übersetzung des letzten Passus ist entschieden der überlieferten „da er treulos an ihr handelt“ vorzuziehen, wenn man an die Familiensitten der damaligen Zeit denkt. Torczyners Übersetzung weist manchmal treffende und sprachlich begründete neue Deutungen auf, wie z. B. im Schlußsatz des 22. Verses des eben erwähnten Abschnitts:.und er soll zahlen als Beschwichtigung ( D'WuU)“ anstatt der traditionellen „und er zahle 'durch die Richter“, da ja der Gesetzgeber das alleinige Recht, die Strafe zu bestimmen, dem Ehemann der schwangeren Frau zuerkennen will. Wie weit Torczyner eine wortgetreue Übersetzung geben — und dem überlieferten Text das Möglichste abgewinnen will, möge ein Beispiel verdeutlichen. Die modernen Bibelforscher übersetzen das ungenau überlieferte Wort in den Sprüchen XXII, 20 durch „dreißig“ ( ), indem sie sich darin auf die Tatsache stützen, daß der Verfasser der Sprüche XXII, 17—XXIV, 22 sich mindestens auf die ägyptischen, in dreißig Kapitel eingeteilten Sprüche des Amen-em-qpe angelehnt hat. Während Ibn Esra dieses Wort durch „gestern — vorgestern“ erklärt — eine Deutung, die im Zusammenhang nichts besagt, — und Raschi es auf die Dreiteilung der heiligen Schrift zurückführt, während ferner Zunz in einer unbegründeten Wort- Kalender für August Sonntag Montag Dienstag Mlttwom Donnerstag Freitag Sonnabend ilfUt n n n ff 1 2 3 4 5 6 7 Ab 24 * 25 „ 26 „ 27 „ 28 - 29 „ 30 R eh. Sch, Rosch Chodesch Sonntag ff 8 Elul 1 Montag 0 9 . 2 Dienstag 10 . 3 Mlttwom 11 * 4 Donnerstag 0 12 „ 5 Freitag 13 , » 6 Sonnabend ff 14 „ 7 Schoftim Sonntag ff 15 n 8 Montag 16 9 Dienstag ff 17 - 10 Mittwodi 18 . 11 Donnerstag 0 19 . 12 Freitag 20 . 13 Sonnabend 0 21 „ 14 Kt teze Sonntag 22 . 15 Montag 23 » 16 Dienstag 24 . 17 Mlttwom 25 . 18 Donnerstag 26 . 19 Freitag 0 27 . 20 Sonnabend 0 28 * 21 Ki tawo Sonntag 29 „ 22 Montag 30 . 23 Dienstag 9 31 . 24 AafoverfldierDiig Dsckna sofort HANS PEISER •«rlln - Halalis«« ■taoorohostr.65 Tel.! 970627 HraHirn*erfKHenBrt and alle anderen Versicherungen Verlangen Sie traverfoiadlidi Offerte. Ulli Neisser-Jacobius Goldsduniedemcister in Sdunndt und Silbergerät Aosbadter Straffe 21. Telefon: 24 1744 MSJO Semskuv '©f lirfa'VIMifcaa Unfein borSt «Io Io oMoo Potodloooo Ink tanU k tun mt Ikniilf Ud, fatal. 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