Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 7 (1.7.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Halle, Stettin und Pommern)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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unterzeichnet und'dem König zugeleitet "worden. Die Entscheidung mufi also aller Voraussicht nach sehr bald fallen, und die durch sie geschaffene Situation wird den Ausgangspunkt zu allen weiteren bilden. So befindet sich das jüdische Leben an seinen Brennpunkten in höchster Spannung, der gegenüber einige erfreuliche Nachrichten aus einigen andern Ländern unerheblich erscheinen. Der Besuch der holländischen Königsfamilie im Amsterdamer Judenviertel zeugt aufs Neue für die äußerlich günstige Lage der Juden Hollands, und es scheint auch innerjüdisch eine Befriedung eingetreten zu sein, da die offiziellen jüdischen Instanzen trotz ihres streng orthodoxen Standpunktes ihren Widerstand gegen die in' Holland ebenfalls bestehenden Reformbestrebungen aufgegeben haben, so daß in Amsterdam die erste religiös-liberale Synagoge feierlich eingeweiht werden konnte. In England hat Lord Samuel, der einstige Oberkommissar von Palästina, der nach seiner Erhebung in den Adelsstand den Titel Viscount Samuel of Mount Carmel and of Toxteth in the city of Liverpool angenommen hat, am 9. Juni seinen Sitz im Oberhaus angenommen. Es hat ferner Max W a r b u r g unter allgemeinen großen Ehrungen seinen 70. Geburtstag begangen, und Professor Ismar E 1 b o g e n von der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin wurde vom Jewish Theological Seminary of America durch Verleihung des Titels eines Ehrendoktors der jüdischen Literatur hoch geehrt. Die Reihe der Jubiläen und Ehrungen sei aber geschlossen mit dem Bericht über ein Ereignis, das vom Persönlichen wieder ins Allgemeine führt; gemeint ist das im Juni unter allgemeiner jüdischer Anteilnahme begangene vierzigjährige Jubiläum der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Jedermann erkennt beute die historische Bedeutung des Zionismus, und selbst diejenigen, die nicht in seinen Reihen stehen, wissen, daß die Palästinafrage, eine jüdische Gesamtfrage geworden ist. So gibt es niemanden, der nicht die zitternde Erregung mitfühlt, die sich in einem von Dr. Chajjim Weizmann aus Anlaß des Jubiläums an die Zionistische Vereinigung für Deutschland gerichteten Briefe kundtut, der mit den Worten schließt: „Wir stehen heute, wie Sie wissen, unmittelbar vor einer großen Entscheidung. Wie immer sie ausfallen mag, . . . wenn wir alle uns vorbehaltlos für die Sache unseres Volkes einsetzen, kann das Ziel nicht verfehlt werden.“ Unsere Rückschau hat uns diesmal — wie es in entscheidungsreichen Zeiten garnicht anders sein kann — den Blick nach vorwärts gewendet; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nicht mehr getrennt, sie fügen sich vor dem erkennenden Auge zu dem einen großen Zusammenhänge unserer seit viertausend Jahren in allen noch so verschieden erscheinenden Einzelphasen immer sich gleichbleibenden jüdischen Geschichte. Rüsten wir uns nicht in diesen Monat, den Neunten Aw zu begehen? Er ist — sprechen wir» nur deutlich aus — der Erinnerungstag an unsern Untergang. Aber wir wissen; selbst die zweimalige Zerstörung unseres staatlichen Eigenlebens, selbst der scheinbare Untergang, war nach dem Gesetz unserer Geschichte ein Mittel zu unserer Erhaltung; es war gewiß ein Ende, sogar ein sehr schmerzliches, aber es war zugleich Neubeginn und hat uns ewig gemacht. So trägt uns auch heute mitten im Strudel der Geschehnisse das Wissen um die tiefe Wahrheit jener altjüdischen Überlieferung, die den Neunten Aw nicht nur zum Erinnerungstag an den Fall Jerusalems gemacht hat, sondern zugleich auch: zum Geburtstag des Messias. Von Sabbat zu Sabbat Sehabbat „Pinelias“, 3. Juli 1937. Thora Vorlesung: 4. Buch Mose 25,10—30,1. Haftara: Jeremia 1,1—1,19; 2,1—2,3. „Und er (Motche) nahm Jehoschua“ ... er gewann ihn durch Worte und verkündete ihm die Belohnung der Führer Israels in der zukünftigen Welt. (Sifri.) „Damit die ganze Gemeinde der Kinder Israel höre“ . . . daß sie ihn ehren und fürchten wie dich (Jalkut). Sehabbat „Matot Maas’*“, 10. JuU 1937. Thora Vorlesung: 4. Buch Mose 30,2—36,13. Haftara: Jeremia 2,4—2,28; 3,4; 4,1—4,2. „Und versündigt das Land nicht“ . . . bedecket es nicht mit Sünde, wie der Targum (aramäische Bibelübersetzung) sagt: machet es (das Land) nicht schuldig. (Raschi.) Sehabbat „Dewarlm“ Sehabbat „Chason“, 17. Juli 1937. Thoravorlesung: 5. Buch Mose 1,1—3,22. Haftara: Jesaia 1,1—1,27. „Und ich (Mosche) befahl euren Richtern“ . . . ich sagte zu ihnen: seid bedachtsam im Gericht; wenn ein Prozeß bereits ein- und zwei- und dreimal vor dich gekommen ist, so sprich Unterricht und Erziehung ZEUHE N UNTERRH HT BERLIN W 15, PARISER STRASSE 25-26 Prtv. Modenzeichenschule K. Feige-Strassburger Mod» s. Kuntefclteeiielibeu, MmMw«, Zusdmald—, »chnlWseldiwa, Abtei aaan, Mslsrlsllawil», Hvtkeree Gebrauchsgraphik m s*m Koda Hakt, Scbrte, Jllwew™», TflfMaad Akaadkuto stmr rer IwIlaW, KarWrsf ■dämm 40-41. Tal. 87 26 49 v. 92 6615 |t löglidi 12—1 und Montag und Mittwodi 5—7 | Sichere Existenz •£*“; | ta tyumaHk, MiperpBape, Auuarifcore. Keametlb, Trlaerfelalit», MaaUra, NdUra. — tage« wad Abendkarte. — Abaddetprdtuai adt Plplaaa — Emmy Rosenbaum Prospekte FmtprtdMr: 9163 74 * Anmeldung jederzeit I Auwudcn? uesdritUei? Vorher Anlagen und Eignung prüfen laaaea! Pzydtetedia. 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Juni 1937 Toms-Mai DetbrvckstraÜe 15 Zur Zulti Klinik Dr. Strauch RewberHatrafle 97 Von der Rette zurück Dr. MUSKAT Facharzt für Orfliopddla Kyrfürstunstraüa 124 Als alleiniger Baaiatar für miete Gemeinde wird eia jüngerer Rabbiner oder Lehrer gesucht. Antritt frühestens ztm 1. Oktober d. J. Bewerbungen mit Zeugnis», u. Gehaftsaosprüdi. an den bnMhSppMmUiBbrsaL Wenig gebrauchter, fast neuer | Leichenwagen MHf itagta. Gefl. Anfragen an den ARKEN An-andVerkeaf M__ JJ^tomit/enanzefyenJ^ PHIL.KOSACK*Co. BIRUN, Bürgetr. IS 8