Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 5 (1.5.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Halle, Stettin, Pommern und Tilsit)
- Date
- 1937-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Auswanderung und Binnenwanderung Zweiter Bericht der Meldestelle für Binnen- und Auswanderung: Quartal Oktober/Dezember 1936. Von Max Birnbaum, Berlin. Wenn der erste Bericht, der in der Januarnummer dieses Blattes erstattet worden ist, noch deutlich die Kennzeichen des Beginnens und Versuchens, der allmählichen Entwicklung methodischer Grundlagen und technischer Voraussetzungen trug, so kann jetzt mit Genugtuung festgestellt werden, daß die Maßnahmen für eine möglichst vollwertige Durchführung des Meldewesens sich bewährt haben: die regelmäßigen Abstimmungen mit den Auswanderungs-Meldungen des Palästina-Amts und Hilfsvereins hahen wertvolle Kontrollmöglichkeiten eröffnet; die Notwendigkeit eines geordneten Meldewesens hat sich bei den Gemeinden weiter durchgesetzt und na wesentlich erhöhten Meldeziffern geführt; die süddeutschen jüdischen Landesverbände haben das Meldeverfahren nach dem Vorbild des Preußenverbandes jetzt gleichfalls eingeführt und werden im Einvernehmen mit der Statistischen Abteilung der Reichsvertretung vom Januar 1937 ab ihre Meldeergebnisse dem Preußischen Landesverband zur einheitlichen Auswertung für das ganze Reich zur Verfügung stellen; schließlich sind Vorkehrungen getroffen, um auch die Kollektivausbildungsstätten und Hachscharahzentren rn das Meldewesen einzubeziehen. Für das Vierteljahr Oktober — Dezember 1936 liegen insgesamt 7543 Wegzugsmeldungen vor, gegen nur 5311 Meldungen für das Quartal Juli—September. Die Steigerung um fast 50 '/• dürfte im wesentlichen auf die Verbesserung des Melde- und Kontrollverfahrens zurückzuführen sein. Die Wegzüge verteilen sich auf 2 2 82 (gegen 2043) Binncnwanderungs fälle und 5 2 6 1 (3268) Auswanderungs fälle und Meldungen von „unbekannt“ oder „auf Reisen“ abgemeldeten Personen. Binnenwanderung Die Binnenwanderung entspricht im Umfang etwa dem vorangegangenen Quartal und bestätigt die Schätzung einer jährlichen Binnenwanderung von 10—12 000 Personen^ Die folgende Tabelle gibt eine'Übersicht über die gebietmaßige Verteilung dieser Wanderung. 1. Binnenwanderung. Wegzüge und Zuzüge Gebiet Wegzüge Zuzüge Binnenwanderungsmännlich weiblich zusammen männlich weiblich zusammen Gewinn Verlust Ostpreußen 43 55 98 15 19 34 64 Brandenburg 31 39 70 44 26 70 — — Pommern 49 . 49 98 15 13 28 70 Grenzmark 32 22 54 9 6 15 39 Niederschlesien ohne Breslau 31 36 67 29 37 66 1 Oberschlesien 12 20 32 23 20 •43 11 Prov. Sachsen 15 24 39 18 22 40 1 Schleswig-Holstein 2 4 6 17 19 36 30 Prov. Hannover ohne Gemeinde Hannover 36 47 83 21 17 38 45 Westfalen 71 84 155 40 78 118 37 Hessen-Nassau, Bez. Kassel 40 56 96 37 48 85 11 Hessen-Nassau, Bez. Wiesbaden o. Frankft. 15 12 27 11 26 37 10 Rheinprovinz ohne Köln, Düsseldorf, Essen 70- 112 182 59 102 161 21 Saargebiet 1 1 2 1 2 3 1 Preußen ohne Großgemeinden 448 561 1009 339 435 774 53 288 Berlin 120 121 241 247 282 529 288 Frankfurt/Main 133 172 305 84 77 161 144 Breslau 62 81 143 40 57 97 46 Köln 71 86 157 33 48 81 76 Düsseldorf??? 17 23 40 (40) Essen 23 23 46 8 18 26 20 Hannover (Gemeinde)??? 18 24 42 1421 Preußen gesamt 857 1044 1901 786 964 1750 423 574 Anhalt 2 5 7 2 1 3 4 Birkenfeld — 2 2 — 1 1 1 Braunschweig 3 4 7 — 2 2 5 Bremen 6 9 15 8 13 21 6 lippe 2 2 4 2 2 4 — — Lübeck 4 3 7 2 4 6 i Mecklenburg — 2 2 2 3 5 3 Oldenburg 7 10 17 2 4 6 n Thüringen 8 8 16 3 6 9 7 Preußen mit angeschlossenen Verbänden 889 1089 1978 807 1000 1807 432 — 603 Land Hessen 67 76 143 23 57 80 63 Hamburg 51 76 127 55 52 107 20 Land Sachsen ohne Leipzig 18 16 34 14 21 35 1 Leipzig??? 22 18 40 (40) l Baden??? 40 33 73 (73) Bayern??? 51 64 115 (115) Württemberg??? 13 12 25 (25) Insgesamt 1025 1257 2282 1025 1257 2282 686 686 Die Wegzugsmeldungen aus Schleswig-Holstern, dem Saargebiet und Mecklenburg sind offensichtlich noch unvollständig. Von Düsseldorf, das erst ab Januar 1937 das Meldewesen eingeführt hat, sowie von Hannover und Leipzig stehen bei Erscheinen dieses Berichts leider die Binneuwanderungsmeldungen noch aus, ebenso fehlen in diesem Quartal noch die Meldungen aus Süddeutschland. Das Letztere muß besonders auch bei Würdigung der Zahlen für Frankfurt/Main berücksichtigt werden: tatsächlich werden die Zuzüge nach Frankfurt erheblich höher als angegeben sein, weil Frankfurt gerade auch aus Süddeutschland zahlreiche Zuzüge erhält. Das mag in gewis- 7