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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-11-01 · 11 (1.11.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Tilsit, Stettin und Pommern) · p. Seite 5

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
11 (1.11.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Tilsit, Stettin und Pommern)
Date
1936-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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"■ - Bilder von der jüdischen Winterhilfsarbeit 1936/37 Foto und Montage Sonnenfeld mft Ausschnitten aus der Eröffnungsfeier in der Berliner Synagoge Prinzregentenstraße' InJder^Mitte auf der Vorstandsbank (von links nodt rechts): Moritz Rosenthal, Rabbiner Dr. Baeck, Heinrich Stahl. Die religiöse Chaluz-Bewegung Von Rabbinatskandidat Kurt Klappholz. Es soll hier der Versuch unternommen werden, einen Aufriß zu geben durch die Ideologie und Gegenwartsarbeit jenes Teiles der jüdischen Jugend Deutschlands, der in dem religiösen Chaluzbund „Brith Chaluzim Datum“ organisiert ist und sich durch tätigen Anteil an der Kibbuzbewegung in Palästina für einen Aufbau des Landes im Sinne und auf der Grundlage des jüdischen Religionsgesetzes - einsetzt. Die Organisation der gesetzestreuen Chaluzim in Deutschland ist der „Brith Chaluzim Datiim“ (Bund gesetzestreuer Pioniere), der im Jahre 1928 im Anschluß an ein Treffen der gesetzestreuen Jugend gegründet wurde. Damals gab es bereits einen Kreis von gesetzestreuen Menschen, die sich um das jüdische Lehrgut in Rodges zusammenfanden und eine Vorbereitung jüdischer Jugendlicher aus Deutschland für Erez Israel sowohl in landwirtschaftlicher und handwerklicher Beziehung als auch im Geistigen und Lernmäßigen erstrebten und dabei von der Erkenntnis ausgingen, daß eine Renaissance jüdischen Lebens nur dunfh aktive Mitarbeit an dem großen Aufbauwerk in Palästina erreicht werden kann. Im Jahre 1929 wurde erstmalig die Verbindung mit Erez Israel hergestellt, indem eine geschlossene Gruppe des Brith Chaluzim Datiim zur Alija kam und dort die Kollektivsiedlung „Kibbuz Rodges“ schuf. In Palästina existierte bereits eine in den Anfängen stehende organisierte religiöse Arbeiterschaft unter dem Namen „Hapoel Hamisrachi“. Bald fand man den Anschluß an diesen Kreis. — Das Programm heißt in kurzer Formulierung: Thor ah we Awodah, d. h. Lehre und Arbeit im Sinne jener alten talmudischen Forderung: „Schön ist die Lehre der Thorah in Verbindung mit den Bedürfnissen des Landes.“ \ Darum ist das Erziehungsideal dieser Bewegung der Typ des religiösen Chaluz. Der religiöse Chaluz in seiner heutigen Ausprägung ist ein durchaus moderner Typ. Chaluziut bedeutet Pioniertum. Pioniertum an der Gemeinschaft ist die höchste Idee seines Lebens. Seine Haltung ist vielfach unbürgerlich und bedeutet eine starke Reaktion' gegen das überwundene Milieu. Sein Leben ist erfüllt vom schöpferischen Ethos der Arbeit-. _ Seine Religion ist lebensvoll, weil sie auch eine Religion der Arbeit, des- Bodens und der Natur ist. Bei aller Nüchternheit ist in ihm eine starke Romantik, ein religiöser Enthusiasmus, der sich im Gemeinschaftsleben bis zur Ekstatik zu steigern vermag. Lied und Volkstanz (Horrah) sind gemeinschafts^ bildende Erlebnisse von nicht unbedeutendem Werte. Chaluziut (Pioniertum) und Datiut (Gesetzestreue) sindjg untrennbar miteinander verbunden. * Aus der ideologischen Grundlegung folgen mit Notwendigkeit die praktischen, auf Palästina' gerichteten Forderungen. Die Vorbereitung (Hadufcharah) für das Leben im Lande gliedert sich in die beiden sich von selbst

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