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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-07-01 · 7 (1.7.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Halle, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit) · p. Seite 13

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
7 (1.7.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Halle, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit)
Date
1936-07-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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MITTEILUNGEN DEHISRAELITISCHEN GEMEINDE BREMEN UND DER SYNAGOGEN-GEMEINDEN NORDWESTDEUTSCHLÄNDS Sitzungen des Cemeinderats Der in der Generalversammlung vom 7. Mai d. J. neugewählte Gemeinderat hat in seiner ersten Sitzung (am 24. Mai) zunächst die Geschäftsverteilung vorgenommen und bei dieser Gelegenheit die Tätigkeit der Gemeinderats-Ausschösse eingehend besprochen. Wegen der überragenden Bedeutung, die die Auswandererhilfe jetzt und in Zukunft haben wird, wurde ein besonderer „Ausschuß för jüdische Auswandererhilfe“ geschaffen, in dem die Vertrauensleute aller am Auswanderungswesen beteiligten Groß-Organisationen vertreten sind. Dadurch soll erreicht werden, minderbemittelten Auswandern künftighin rasche Hilfe zu gewähren, indem alle für diesen Zweck vorhandenen Mittel bereitgestellt und richtig verteilt werden. Bei Besprechung der Arbeiten der Kulturkommission wurde betont, daß die Veranstaltungen ein der Gemeinde Bremen würdiges Niveau haben müssen. In der zweiten Sitzung (8. Juni) erstattete der erste Vor Steher, Herr Markreich, einen Finanzbericht für die Israel. Gemeinde, das Jüd. Wohlfahrtsamt und die Jüdische Winterhilfe. Besonders die Leistungen der Winterhilfe gaben ein erfreuliches Bild über die Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder und die Leistungsfähigkeit der Ende Oktober 1935 neu geschaffenen Organisation, die bis Ende März 1936 ein erhebliches Maß „Winterhilfe“ nachweisen konnte. — Großes Interesse fand bei allen Mitgliedern des Gemeinderats der Finanzbericht des Wohlfahrtsamts. Unter Vermeidung von Einzelheiten zeigte der Vortrag folgendes Bild über die Tätigkeit im ersten Quartal 1936: 1. Wirtschaftliche Beihilfen an 23 Familien (51 Personen) ..RM. 754,— 2. Außerordentliche Beihilfen an 21 Parteien . „ 227,— 3. Mietzuschüsse an 11 Parteien. „ 589,— 4. Gesundheitsbeihilfen (9 Kinder) . 44,— 5. Bestattungsbeihilfen .. 136,— 6. Heizungsbeihilfen (ohne Naturalleistungen) „ 52,— 7. Unkosten der Kleiderkammcr .„ 53,— 8. Beförderungen in Hachscharah (2 Personen) „ 50,— 9. Hachscharah für 6 Chaluzim. 459,— 10. Auswanderer: Paßbeschaffungen .'. 15,— Visuinbeschaffung . 69,— Beratungen durch Juristen . . . 90,— Konsular. Uebersetzungen .... 16,— Aerztllche Untersuchung. 6,— Ausrüstungen (2 Personen) . . . 134,— Passage-Anteile (3 Personen) . . . 687,— „ 1017,— 11. Arbeitsvermittlungen (Kosten für 4 Pers.) - „ 147,— RM. 3528,— An Aufbringung dieser Kosten waren beteiligt: a) Hilfe und Aufbau.RM. 926,— b) Jüdische Winterhilfe . 620,— c) Katastrophenfonds . . „ 223,— d) Hachscharah-Fonds. „ 459,— e) Israelit. Frauenverein.. . ,. 196,— f) Kranken-Wohltätigkeits-Verein . 451,— g) Wohlfahrtsfonds der Israelit. Gemeinde . . . 653,— RM. 3528,— Die Unterstützungen und Sachleistungen der. Winterhilfe sind in dieser Aufstellung nicht enthalten. Um einen ständigen Ueberblick über die Finanzlage der Gemeinde zu haben, wird künftighin in jedem Vierteljahr eine Bilanz aufgestellt und den Mitgliedern des Gemeinderats übermittelt werden. Mit der Vertretung des 3. Vorstehers, solange dieser an der Ausübung seines Amtes verhindert ist, wurde Hm Gemeinderat Nathan betraut Aus der Israelitischen Gemeinde Bremen Beiträge für den lokalen Teil sind an die Israelitische Gemeinde Bremen, Gartenstr. 7, zu senden. Gottesdienst in Bremen. Synagoge: Gartenstr. 6 Sabbat Vorabend Morgens Mincha Ausgang 4. Juli: Balak 19,30 8 11. Juli: Pinchas 19,30 8 18. Juli: Mattos massai 19,30 8 25. Juli: Debarim (Sabbat chason) 19,30 8 1. Aug.: Wees’chanan (Sabbat nachamu) 19,30 8 Fasttag: 17. Tamus: Dienstag, 7. Juli (Tag: 2,30 Uhr, Nacht 21,52). Fasttag: 9. Aw (Tischo b'Aw): Dienstag, 28. Juli (7—21,20 Uhr). Vorabend: Montag, 27. Juli: 20,45 Uhr. Neumondsweihe und Predigt: Sabbath, 18. Juli. Neumondstag Aw: Montag, 20. Juli. Wochentags-Gottesdienst; 7 Uhr und 19,30 Uhr. 21,15 21,56 21,00 21,47 20,45 21,38 20,45 21,26 20,30 2141 Jahrzeiten im Juli IQ3Ö (am Vorabend beginnend): 2. Juli: Kurt Kayser. 9. Juli: Ludwig Brandt, Walther Steinberg. 11. Juli: Emil Jacobsohn. 16. Juli: Ludwig Oswald. 17. Juli: Herrn. Fink. 19. Juli: Z. Margulies, K. Lesser. 20. Juli: Norbert Lennhoff. 21. Juli: Hans Meyer. 22. Juli:j J. Plaut, K. Lesser. 24. Juli: Ad. Hein. 27 Juli: Leo Abt. 28. Juli: Emil Ostro. 31. Juli: Max Markreich, Alb. Ries. 1. Aug: Jacob Meyer. 2. Aug.: Hugo Levy. Die Ereignisse in Palästina—unsere zionistische Antwort behandelte am Montag, dem 25. Mai, Herr Dr. David Schloßberg vor einer gutbesuchten Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe im Klubsaal der Union. Der Vortragende verstand es, mit aufwühlenden und die Zuhörer bis zum Schluß fesselnden Worten die Situation des jüdischen Volkes vor Augen zu führen. Er gab allen Anwesenden die Ueberzengung, daß auch die heutigen Ereignisse in Palästina nur eine Etappe bei dem Aufbau unseres Landes sein werden und nichts den Aufbau unseres Landes und unseres Volkes aufhalten kann, wenn wirklich alle Juden zusammenstehen und ihre Kraft für diese große Aufgabe einsetzen. Mittelstands-Hadischarah Das Palästina-Amt teilt mit, daß demnächst das erste Zentrum der Mittelstands-Hadischarah in Betrieb genommen werden wird. Der vorwiegend gärtnerisch genutzte Betrieb liegt in der Nähe von Berlin und bietet hinreichend Ausbildungsmöglichkeiten in allen Zweigen der Obst- und Gemüsegärtnerei, Milchwirtschaft, Kleintierzucht, Hauswirtschaft, evtl, auch Imkerei. Bereits ab 1. Juli können einige Ausbildungsplätze besetzt werden. Die Auswahl der Bewerber und die Durchführung des Ausbildungsprogramms liegt in Händen des Palästinaamts. Die Kosten der Teilnahme einschließlich Unterbringung, Verpflegung, - Ausbildung und Unterricht sowie Kosten für Wäsche und Versicherung gegen Unfall Im Betriebe betragen pro Person und Monat 85,— RM. Die Verpflichtung gilt zunächst fest auf 6 Monate. Der erste Monat gilt als Probezeit für beide Teile. Die Unterbringung schulpflichtiger Kinder ist mangels einer geeigneten Einschulungsmöglichkeit nicht durchführbar. Interessenten wenden sich wegen näherer Einzelheiten an das Palästina-Amt, Abt. Organisation, Meinekestr. 10. 13

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